Fischer feiern auch im Feuchten ihr Fest
Himmelfahrtsregen tut der Traditionsveranstaltung am Kocher keinen Abbruch

Forchtenberg - Ein Besuchermagnet selbst bei Regen ist das Fischerfest des Hohenloher Fischereivereins Künzelsau am Himmelfahrtstag auf dem Forchtenberger Wasen. Vereinsvorsitzender Jürgen Schierle freut sich: „Die Leute kommen trotz des Regens - die Forellen schmecken einfach zu gut!“ und grinst: „Aber das Gewürzrezept halten wir geheim.“
Das feuchte Nass von oben kann kaum jemanden abhalten. „Wir haben eben das Auto genommen statt zu wandern“, berichtet eine Gruppe von Mitgliedern des Sängerbunds Künzelsau, die sich zur Mittagessenszeit gut beschirmt im Zelt eingefunden haben. Viele Besucher tauschen dieses Jahr auch die Fahrräder, deren Massen an sommerlichen Himmelfahrtstagen ein Markenzeichen des Festes sind, mit Auto und Bus.
Die Atmosphäre lockt auch Delegationen befreundeter Fischereivereine. Wilfried Hirschläger aus Gochsen ist zuständig für die Hegegemeinschaft, die den Kocher vom Ursprung bis zur Mündung betreut. Auch aus seiner Sicht ist das Fest am Zusammenfluss von Kupfer und Kocher jedes Jahr wieder etwas Besonderes.
Schon beim Gottesdienst hatte Pfarrer Wolfgang Wilhelm ein passendes Motto gewählt: „Am Tag, als der Regen kam“. Aber sintflutartig schwemmt es die Petrijünger in Forchtenberg dann doch nicht weg. Man drängt sich eben gemütlich dicht unterm Zeltdach.
Nach dem Gottesdienst probiert Wolfgang Wilhelm wie viele sein Anglerglück bei der Fischerjugend. Kevin Stier aus Garnberg macht talentiert den Marktschreier für den Spaß, bei dem mit Magnetangeln aus einem wassergefüllten Schlauchboot Blech-Fische gezogen werden. Das Spiel sei „immer für einen nützlichen Gewinn gut“, meint Jürgen Boost lachend - auch wenn es nur ein Trostpreis aus Gummibärchen ist, wie bei Wolfgang Wilhelm. Auch mit Fischbrötchenverkauf für den kleinen Hunger hat sich die Fischerjugend einen Zuschuss fürs geplante Zeltlager erarbeitet.
Der Morsbacher Jürgen Boost ist seit Anfang des Festes vor zwölf Jahren für die Elektrik zuständig, eine der Aufgaben, die das Vorbereitungs-Team herausfordern. Zwei Tage wurde aufgebaut und eingerichtet. „Um die 150 Einsatzschichten kommen da zusammen“, lobt Jürgen Schierle. Auch die Stadt Forchtenberg habe sich engagiert: Rechtzeitig habe der Rasen einen Bürstenschnitt erhalten.
Auch hinter den Kulissen wurde geschafft: Dutzende Kuchen rollten an. „Eine leckere Auswahl“, freute sich Fischerfest-Besucher Hermann Stierkorb. Neben der Kuchentheke und den Feinschmecker-Fischspezialitäten gibt es Wurst und Pommes frites. Das freut Isabella, Lukas und Livia. Die drei Sprösslinge sind wetterfest verpackt mir Eltern und Großeltern zum Fischerfest gekommen und finden, dass es auf dem Wasen noch mal so gut schmeckt wie zuhause.
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