Filmtheater Prestige jetzt unter neuer Führung

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Das Künzelsauer Kino hat drei neue Besitzer - Alfred Speisser zieht sich aus Hohenlohe zurück - Programm wird vielfältiger

Von Matthias Stolla
Hatten im Juli einen guten Start in Künzelsau: die frisch gebackenen Kinobesitzer Martin Buck und Nenad Tomasinjak. (Foto: Matthias Stolla)
Hatten im Juli einen guten Start in Künzelsau: die frisch gebackenen Kinobesitzer Martin Buck und Nenad Tomasinjak. (Foto: Matthias Stolla)  Foto: Coca Cola Talheim) wurden unterschriften gesammelt.(wal

"Die Entscheidung hat vier Monate gebraucht", verrät Martin Buck (39). Immerhin sei für den Kauf des vor drei Jahren aufwändig umgebauten Kinos mit drei Sälen eine "gut sechsstellige Summe" nötig gewesen. Das Kino als solches gehört jetzt Buck, Tomasinjak und einem stillen Teilhaber. Das Gebäude hat die Stadt an die neuen Inhaber verpachtet. Die haben eigens eine GmbH gegründet, Buck und Tomasinjak fungieren als Geschäftsführer. Ansprechpartner vor Ort bleibt - wie schon zu Speissers Zeiten, Nenad Tomasinjak als Theaterleiter. "Der hat das Kino schon vorher gut geschmissen. Ich muss mich da nicht an die Kasse stellen", sagt Martin Buck über seinen Partner. Bucks beruflicher Schwerpunkt bleibt weiterhin seine Firma Media Tec Veranstaltungsservice in Weißbach.

Der Vorbesitzer habe das Künzelsauer Kino verkaufen wollen, "und er wollte es an uns verkaufen", erklärt Tomasinjak. Mehrere Interessenten habe es gegeben, aber Speisser habe aufgrund einer "emotionalen Bindung zum Prestige" seinen Theaterleiter und dessen Partner als Nachfolger bevorzugt. Tomasinjak freut sich vor allem über die größere Gestaltungsfreiheit im Programm: "Früher konnte es sein, dass eine Kopie eher nach Weinheim als nach Künzelsau kam. Jetzt kann ich das weitgehend alleine bestimmen."

Die neuen Besitzer konnten sich im ersten Monat gleich über einen guten Start freuen. "Das war ein Ausnahme-Juli. Wir hatten gute Filme und schlechtes Wetter", sagt Tomasinjak. Shrek 2 und Spider Man und eben auch der viele Regen lockten jede Menge Hohenloher ins Kino. "Wir brauchen 70 000 Zuschauer pro Jahr, um auf Null zu kommen", verraten die Geschäftsführer. Die Größe des Kinos sei dafür absolut ausreichend, weniger als drei Säle dürfte es allerdings nicht haben. Die Auswahl wäre sonst zu gering. Das Kinogeschäft habe sich in den zehn Jahren, seit das Prestige in Künzelsau existiert, ohnehin stark verändert, hat Nenad Tomasinjak beobachtet: "Früher liefen die neuen Filme in Künzelsau einfach später an. Heute geht das nicht mehr." Martin Buck ergänzt: "Die breite Masse will den Film sofort." Bekommt sie ihn in Künzelsau nicht zu sehen, fährt sie woanders hin. Der Geschmack der breiten Masse wird auch weiterhin das Programm im Prestige bestimmen, schon aus finanziellen Erwägungen heraus: "Von den Qualitätsguckern kann man nicht leben", sagt der Theaterleiter. Der Filmclub bleibt den Freunden cineastischer Qualität dennoch erhalten, versprechen Tomasinjak und Buck: "Der Filmclub ist Service. Da legen wir drauf."

Künftig soll es in Künzelsau zudem einen Spar-Montag geben mit Filmen um Einheitspreis für fünf Euro, wobei ein Euro in Süßwaren umgesetzt werden kann. Darüber hinaus planen die neuen Besitzer Überraschungen fürs Rahmenprogramm: passende Live-Musik der Tanz vor oder nach Filmen.

Erhalten bleibt auch der Überraschungsfilm am Dienstag mit den so genannten Sneak Previews. Tomasinjak: "In der Regel zeigen wir da Filme, die noch nicht angelaufen sind." Dann haben Kinofreunde, die Chance, neue Filme Wochen vor dem Kinostart zu sehen.

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