"Es war ein Missverständnis, kein Betrug"

  
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Betrugsverfahren gegen Ehepaar vor dem Öhringer Schöffengericht eingestellt - "Biographien auf ansteigendem Ast"

Von Michael Dignal

Laut Anklage hatte das Paar zwischen Juni und November 2002 bei verschiedenen Versandhäusern und Geschäften Haushaltsartikel und Bekleidung im Gesamtwert von 2900 Euro bestellt, aber nicht bezahlt. Dies war allerdings erst aktenkundig geworden, nachdem die Angeklagten wegen anderer Betrügereien im gleichen Zeitraum bereits vom Schöffengericht verurteilt worden waren.

Mehrfach unter falschen Namen durchgeführte Bestellungen und anschließende Weiterverkäufe von Pay-TV-Receivern im Umfang von 6100 Euro hatten damals zu jeweils zwei Jahren Haft auf Bewährung für den Mann und die Frau geführt.

Auf Anregung der Verteidigung und Antrag der Staatsanwaltschaft, die befand, dass die Berücksichtigung der zusätzlichen Taten das Strafmaß nicht zwangsläufig erhöht hätte, wurde das Verfahren in sieben von neun Fällen eingestellt. Was blieb, waren Bestellungen von Töpfen, Pfannen und Geschirr über insgesamt 640 Euro.

"Wir brauchten das für eine große Familienfeier", erklärte die Frau unter Tränen. Sie habe nur die vereinbarte Ratenzahlung nicht einhalten können: "Es war ein Missverständnis, kein Betrug."

Da die Waren inzwischen nachweislich bezahlt wurden und die Verteidigung anhand von Arbeitsverträgen versicherte, dass "die Biografien der beiden sich auf einem ansteigenden Ast" befänden, wurde mit Zustimmung aller Prozessbeteiligten das Verfahren eingestellt.

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