Es sollte öfter Radsonntag sein

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Weissbach - Nicht nur für Familien war die autofreie Kochertalstraße ein willkommenes Ausflugsziel. Vom Liegerad bis zum Tandem, vom Radanhänger bis zum Laufrad für den Nachwuchs - es gibt nichts, was es am Radsonntag auf der Kochertalstraße nicht gibt.

Von Barbara Griesinger



Weissbach - Den Kocher rauf, das ist unsere Strecke, die könnt noch bis Küau gehen“, sind sich Andrea und Klaus Herold einig. Deshalb packen die beiden Harthausener ihre Inliner am autofreien Radsonntag lieber ins Auto und kommen lieber nach Sindringen als vor der Haustür auf der B 27 zu fahren. Denn im Kochertal ist es nicht nur „ viel schöner, da hat man die Straße auch streckenweise ganz für sich allein“, schwärmen die beiden. Bis Niedernhall sind die beiden heute geflitzt - in ganzen 50 Minuten.

Gerade für Inliner-Fans ist der Radsonntag eine tolle Gelegenheit, ungehindert eine lange Strecke geradeaus zu flitzen - sogar nebeneinander. Aber dennoch sind die Radfahrer natürlich in der Mehrheit. Vom Liegerad bis zum Tandem, vom Radanhänger bis zum Laufrad für den Nachwuchs - es gibt nichts, was es am Radsonntag auf der Kochertalstraße nicht gibt. Und die teils regenschwangeren Wolken über dem Kochertal halten nur wenige Radbegeisterte ab. Schließlich trocknen Radtrikots im Handumdrehen.

Wettfahren

Ein ganzer Trupp aus Öhringen macht es sich um die Mittagszeit auf dem Hornschuch-Parkplatz beim Päuschen bequem. „Das sind die Rentner und Pensionäre, wir sind die Hardliner“, frotzelt Heinz Pfeifer, der im bunten Radtrikot gerade um die Ecke flitzt mit schelmischen Blick auf seine Radlerkollegen aus der Großen Kreisstadt. Er hat mit einigen besonders fitten Pedalrittern die längere Strecke über Baumerlenbach ins Kochertal gewählt und fordert auf dem Heimweg zum Wettfahren heraus.

Keine Sorge, diese Herausforderung wird nicht ungehört verhallen. Denn in der Öhringer Gruppe ist manch gut trainierter Radfahrer. Zum Beispiel Karlheinz Hammel aus Waldbach, der es im Jahr auf satte 4000 bis 5000 Radkilometer bringt und mit Gefährtin Bettina Meister viel Spaß beim Radeln hat. Schließlich lernt man Hohenlohe dabei viel besser kennen als im Auto.

Ganz so sportlich gehen Rosemarie und Erich Wallisch den Radsonntag nicht an. „Ich bin eine langsame Radfahrerin. Wenn ich Rad fahre, will ich auch noch ein wenig gucken“, sagt die Pfedelbacherin. Dass sie die Straße durch den Heiligenwald hinunter ins Jagsttal schon nicht mehr mit Autofahrern hat teilen müssen, das hat ihr besonders gut gefallen. Den Rückweg will das Ehepaar aber durchs Ohrntal nehmen - „das ist bergauf auf jeden Fall gemütlicher.“

Familienausflug

Aber jetzt wird in Weißbach erst mal gerastet. Veranstalter AOK hat für fruchtige Erfrischungen mit vielen Vitaminen ebenso gesorgt wie für Kurzweil für Kids in der Hüpfburg, beim Ponyreiten oder auf der Rollenbahn. Denn gerade Familien zieht es am Radsonntag ins Kochertal. Schließlich können hier die Kleinsten die Balance beim Radeln üben, ohne dass Vater und Mutter besorgt den Verkehr im Blick halten müssen.

Auch die Rögers aus Forchtenberg sind unterwegs- wenn auch nur bis zum Nachbarort. Auf Inlinern schiebt Claudia Röger Klein-Jonas, gerade mal zweieinhalb Monate alt, im Kinderwagen vor sich her. Während Bruder Kilian auf dem Laufrad ungeduldige Kurven um Papa Rolands Fahrad dreht. Die dunklen Wolken, die sich immer wieder über Weißbach zusammenballen, machen der kleinen Familie indes keine Sorgen. „Wir sind ja nicht aus Zucker. Das halten wir schon durch“, lacht Mutter Claudia.


   

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