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Erster Corona-Fall im Hohenlohekreis

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Am Donnerstagabend ist der erste Corona-Fall in Hohenlohe bestätigt. Nach ersten Informationen des Landratsamts handelt es sich um eine Frau aus dem Raum Bretzfeld.

Von unserer Redaktion
Labore haben alle Hände voll zu tun. Eine Krankenschwester steckt auf diesem Themenbild den Abstrich eines Patienten in einen Behälter. 
Foto: dpa
Labore haben alle Hände voll zu tun. Eine Krankenschwester steckt auf diesem Themenbild den Abstrich eines Patienten in einen Behälter. Foto: dpa  Foto: Jean-Christophe Bott

Eine Frau, Jahrgang 1963, aus dem Hohenlohekreis hat sich nach Angaben des Sozialministeriums Baden-Württemberg mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt. Bei der Frau handele es sich um eine Reiserückkehrerin aus dem italienischen Piemont. Damit hat nun auch der Hohenlohekreis seinen ersten Corona-Fall. Die Zahl der Infizierten im Land beträgt damit am Donnerstagabend 89.

Die Frau kommt nach Angaben des Landratsamtes aus dem Bretzfelder Raum. "Ihr Gesundheitszustand ist gut", teilt Behördensprecher Sascha Sprenger mit. Sie befinde sich in häuslicher Isolation und stehe in gutem Kontakt zum Gesundheitsamt des Hohenlohekreises. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes macht das Landratsamt in Fällen von Coronavirus-Infektionen keine weiteren Angaben zu den Betroffenen.

Vier Personen unter Beobachtung

Zuletzt befanden sich im Hohenlohekreis vier Personen unter Beobachtung und waren isoliert bis die Ergebnisse eintrafen, hatte das Landratsamt am Mittwoch gemeldet. Der Kreis bereite derzeit in der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell die Möglichkeit vor, dort betroffene Menschen unterzubringen, die nicht in häuslicher Quarantäne isoliert werden können.

"Das ist eine rein vorsorgliche Maßnahme", sagt Landrat Matthias Neth. "Für uns ist wichtig, die Infektionsketten im Verdachtsfall zu unterbrechen." Kreissprecher Sascha Sprenger erklärt, am heutigen Freitag wisse man konkret, wie viele Plätze dort zur Verfügung stünden.

"Seit in Baden-Württemberg Fälle von infizierten Personen bekannt wurden, haben wir uns auf einen möglichen Ausbruch im Hohenlohekreis vorbereitet. Wir waren deshalb gut auf diesen Fall vorbereitet und konnten schnell und besonnen reagieren", so Neth. Die infizierte Frau habe vorbildlich gehandelt.

Das Wichtigste sei, eine Ausbreitung des Virus so gut wie möglich einzudämmen. Je früher Kontaktpersonen erkannt würden, desto schneller ließe sich die Infektionskette unterbrechen und die Ausbreitung verhindern oder verlangsamen. Ein Koordinierungsstab trifft sich täglich.

Persönliche Emotionen spielen eine Rolle

Neth äußert Verständnis dafür, dass Bürger unterschiedlich auf die aktuelle Lage im Land reagierten. Auch persönliche Emotionen spielten eine Rolle. "Wir werden weiterhin transparent über unser Vorgehen und unsere Schutzmaßnahmen informieren, denn die möglichen Folgen einer unkontrollierten Verbreitung wären enorm", sagt der Landrat.

Er appelliert an die Bevölkerung, besonnenen zu handeln. So rät das Landratsamt dringend dazu, Ruhe zu bewahren und auch keine unnötigen Hamsterkäufe von Lebensmitteln, Desinfektionsmitteln oder Atemmasken zu tätigen. Insbesondere sollten die empfohlenen Schutzmaßnahmen vom Robert-Koch-Institut eingehalten werden - gute Handhygiene, die übliche Husten- und Nieß-Etikette sowie einen ausreichenden Abstand von etwa ein bis zwei Meter zu Erkrankten. Wichtig sei außerdem, überfüllte Räume und Menschenansammlungen zu vermeiden.

"Wir haben die Veranstaltungen im Blick", sagt Dr. Antje Haack-Erdmann, Leiterin des Gesundheitsamts. "Für jede Veranstaltung bedürfe es einer Einzelfallprüfung durch den Veranstalter. Dazu orientiert sich die Behörde an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts, welche auf der Homepage des Landratsamts nachzulesen sind.

Für jede Veranstaltung werden individuelle Hygienemaßnahmen empfohlen. "Ergibt sich nach den Kriterien ein höheres Risiko", sagt Haack-Erdmann, "halten wir es für sachgerecht, eine geplante Veranstaltung zu verschieben."

Kontakt bei Fragen

Für alle Fragen zum Coronavirus ist das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises werktags von 8 bis 18 Uhr und am Wochenende von 9 bis 16 Uhr unter der Telefonnummer 07940 18888 zu erreichen. Außerhalb dieser Zeiten ist ein Anrufbeantworter geschaltet, der auf die dann zuständigen Stellen verweist.

In den vergangenen Tagen seien bereits viele Fragen beantwortet worden, teilt das Landratsamt mit. Zum Beispiel zum Umgang mit geplanten Veranstaltungen, bei Kontakt mit möglichen Infizierten oder Wissenswertes für Reiserückkehrer aus Risikogebieten. Informationen gibt es auch unter www.hohenlohekreis.de.

Weitere Veranstaltungen in Hohenlohe abgesagt

Der Terminkalender im Hohenlohekreis lichtet sich immer mehr. Um Ansteckungsketten durch das Coronavirus zu vermeiden, hat jetzt die Sparkasse Hohenlohekreis alle größeren Veranstaltungen bis Ende April abgesagt, die sie allein oder mit Partnern organisiert. Dies betrifft auch den für 28. und 29. März geplanten Gebrauchtwagenmarkt, der jedes Jahr Tausende Besucher in die Künzelsauer Innenstadt lockt.

Ebenfalls gestrichen wurden die Veranstaltung zum Internationalen Frauentag am 10. März, die Hohenloher Immobilientage am 14. und 15. März, die Mitgliederversammlung des Fördervereins Gewerbliche Schule Künzelsau am 19. März, die Mitgliederversammlung des Vereins Haus und Grund Öhringen am 19. März und die Jubiläumsfeier des Betreuungsvereins am 27. April.

Weltgebetstag und Upbeat-Festival

Die für Freitag, 6. März, zum Weltgebetstag geplante Veranstaltung im evangelischen Johannesgemeindehaus Künzelsau fällt ebenso aus wie die Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Krautheim am 14. März. Auch der Hohenlohekreis sagt weitere Veranstaltungen ab. Die für heute vorgesehene Aktion des Kreisarchivs im Rahmen des Tags der Archive wird verschoben.

Die beiden Konzerte des Festivals Upbeat Hohenlohe am 7. und 14. März in Künzelsau und Kloster Schöntal fallen aus, hier tritt die Kulturstiftung Hohenlohe als Veranstalter auf. Karten werden über die Geschäftsstelle zurückerstattet. Die Workshops der Bands an den Schulen in Künzelsau und Osterburken finden statt.


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