Erste Sammelplätze werden geschlossen
Die Verwertung von Grüngut und Reisig ändert sich ab 2015: Es wird mehr große und weniger kleine Annahmestellen geben.

Hohenlohe ist ein ländlicher Raum. Da fällt in den Gärten viel Grüngut und Reisig an. Die Verwertung wird sich ab 1. Januar 2015 grundlegend ändern. Und damit auch die Erfassung. Das Netz der Annahmestellen wird in den nächsten Jahren immer dünner, weil diese nach der neuen Bioabfallverordnung gewisse Standards in puncto Technik und Umwelt erfüllen müssen. Das heißt: Einige kleinere Sammelplätze werden geschlossen - und einige größere neu gebaut. Die Suche nach letzteren Plätzen gestaltet sich schwierig, die Schließung liebgewonnener Standorte ärgert so manchen Bürger.
Streichliste
Derzeit gibt es 15 Reisigsammelplätze im Kreis. Davon werden Ende 2014 drei dichtgemacht: Krautheim-Klepsau (in den Weinbergen), Neuenstein-Eschelbach und Öhringen-Michelbach (ehemalige Sandgrube). Von den 19 Grüngutplätzen, die bislang dauerhaft angesteuert werden können, sind zwei auf der Streichliste: Ingelfingen-Eschenhof und Jagsthausen-Edelmannshof. Die andere Plätze sollen 2015 bestehen bleiben. Weitere Schließungen sind aber wahrscheinlich. Im Sommer 2013 war die Abfallwirtschaft des Kreises davon ausgegangen, dass jeder dritte Sammelplatz aufgegeben wird. Jetzt ist man etwas vorsichtiger - und gibt zu: Das neue Grüngut- und Reisigkonzept umzusetzen, dauert viel länger als gedacht. Womöglich bis zum Ende dieses Jahrzehnts.
Doch warum der ganze Aufwand? Der Gesetzgeber will es so. Grüngut darf ab 2015 nicht mehr in "ursprünglicher" Form auf landwirtschaftliche Flächen gebracht werden, sondern nur noch "hygienisiert". Das ist erstens viel aufwendiger und zweitens mit Geruchsbelästigungen verbunden. Weil die Grenzwerte überschritten wurden, schied der geplante Standort auf der Mülldeponie Beltersrot aus. Und einen neuen zu finden, kostet viel Zeit. Deshalb stellt der Kreis die Entsorgung über die Hohenloher Landwirte zum 31. Dezember 2014 ein.
Die saftigen Pflanzenanteile - also das Grüngut - werden statt dessen in die umliegenden Kompostwerke transportiert und zu Dünger verarbeitet. Der trockene Reisig wird wie bisher thermisch verwertet, das heißt: in den Kraftwerken Bad Mergentheim und Dinkelsbühl-Waldeck verheizt. Dazu müssen die beiden Materialien noch strikter als bisher getrennt werden. Das geht aber nur, wenn die Sammelplätze entsprechend ausgestattet sind und den strengeren Vorschriften entsprechen. Die Folge: Es wird mehr große (etwa zehn) und weniger kleinere Sammelplätze geben. Die Anfahrt wird für einige Bürger also weiter.

Container
Bisher war das dichte Netz der Sammelstellen sinnvoll und praktisch für den Kreis sowie für die Bürger und die Landwirte. Die einen lieferten, die anderen holten ab - und brachten den unbehandelten Grünschnitt auf ihre Äcker. Dazu standen meist Anhänger des Maschinenrings bereit. Diese Zeiten sind vorbei. Bereits im März 2014 stellte der Recyclinghof in Öhringen um: Seitdem stehen dort Grüngutcontainer - und die Bürger müssen selbst beladen. Vorher halfen Landwirte. Das stieß, vor allem bei älteren Menschen, auf Kritik.
Seit 1. Dezember sind die Abrollcontainer auch in den Recyclinghöfen von Gommersdorf, Ernsbach, Waldenburg, Schwabbach, Mulfingen, Künzelsau und Niedernhall. Der Vorteil: Rasen- und Grünschnitt sowie Laub und Pflanzenreste können an allen Öffnungstagen angeliefert werden. Dafür sollen die zeitlich begrenzten Standplatzsammlungen auf lange Sicht eingestellt werden.
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