Erst am Sonntag kam Schwung in die Gasse
Mulfingen - Jedes Mal das gleiche Spiel: Erst weiß keiner, ob es tatsächlich ein Gassenfest geben wird, danach will keiner so recht wissen, wie es gelaufen ist. Mit der Bilanz tun sich die Hüttenfreunde schwer. 12 000 Besucher dürften es wohl gewesen sein, schätzen die Hüttenfreunde Eberbach nach reiflicher Überlegung.
Mulfingen - Jedes Mal das gleiche Spiel: Erst weiß keiner, ob es tatsächlich ein Gassenfest geben wird, danach will keiner so recht wissen, wie es gelaufen ist. Mit der Bilanz tun sich die Hüttenfreunde schwer. 12 000 Besucher dürften es wohl gewesen sein, schätzen die Hüttenfreunde Eberbach nach reiflicher Überlegung.
Das Gassenfest hat seine ganz eigenen Regeln. Das Publikum verteilt sich auf fünf Bühnen, mehrere Bars, einen Tanzschuppen und die Gassen dazwischen. Die Kontrolle über den Eintritt funktioniert nur am Freitag und am Samstag, weil die Besucher am Sonntag nicht zur Kasse gebeten werden. Und die wichtigste Regel beim Gassenfest: Keine Regel ist fest. „Am Freitag waren viele auf der Insel, angeblich auch viele am Berg aber dafür wenige in der Gasse“, sagt Rainer Baumann. Der 25-Jährige ist seit sieben Jahren im Vorstand und weiß: „Normalerweise ist gerade in der Gasse die Hölle los.“ Das Gros der Besucher zog es am Freitag zum Mundartabend auf die Inselwiese.

Überraschung
Am Samstag überraschte dort die Band „Heintje wäre stolz“ sogar den für die Musikauswahl zuständigen Hüttenfreund Hans-Hermann Hassler (48): „Die haben vor einer leeren Wiese angefangen und sie dann voll gespielt.“ Wer auf die Insel pilgerte und den frischen Schlagerpunk hörte, der blieb. Und die Gasse blieb wieder leerer als sonst. Außerdem war Samstag der Tag, als der Regen kam: „Das gab halt einen Einbruch“, sagt Hassler. Etwa 5000 Besucher sollen es gewesen sein. Nach den vielleicht 4000 vom Freitag war klar, dass das Gassenfest 2009 keinen Rekord brechen wird - 20 000 waren nicht mehr zu schaffen.

Der alte Hase Hassler sieht darin einen Trend: „Die Entwicklung macht mir Sorge, auch wenn es nicht existenziell ist.“ Es sei eben jedesmal „ein bisschen weniger“ als vorher. „Wenn Du das 20 Jahre lang andersrum gewöhnt bist, fällt das eben schwer.“ Rainer Baumann hat in den ersten beiden Tagen den Frust mancher Gassenfesthelfer bemerkt - viel Arbeit und relativ wenig Besucher beziehungsweise wenig Stimmung vor der Bühne Gasse.

Stimmung
Erst am Sonntag ging dann sprichwörtlich die Sonne auf. „Das war ein Tag für uns“, sagt der junge Hüttenfreunde-Vorstand und meint damit vor allem die Helfer, die zum einen selbst feierten und zum anderen in glücklichen Festbesuchern ihren Aufwand gerechtfertigt sahen - endlich richtige Gassenfest-Stimmung in der Gasse. 2000 bis 3000 Besucher sollen es gewesen sein am Sonntag. Wenn auch die Gesamtzahl mit geschätzten 12 000 Besuchern weit unter dem Rekord liegt, Rainer Baumann, der nach eigenen Angaben am Wochenende nur eineinhalb Stunden geschlafen hat, ist dennoch zufrieden: „Der Getränkeumsatz zeigt, dass es auf jeden Fall gut gelaufen ist.“ Hans-Hermann Hassler marschiert am Sonntag durchs Dorf, und endlich strahlt auch er, als er die tanzende Menge vor der Gassenbühne sieht: „Dafür lohnt es sich dann wieder.“ Weitere Berichterstattung auf der Seite Kultur Hohenlohe.
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