England vermittelt sehr gute Erfahrungen

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Künzelsau - Die Silvesterparty würde für Florian Bader auch eine kleine Abschiedsparty sein. Das war klar. Denn am 3. Januar flog der 21-Jährige wieder nach England. Dort wird der Student bei Ziehl-Abegg UK Großbritannien arbeiten – im Zuge seiner Praxisphase.

Die englische Kollegin Katie Rawlinson erklärt Florian Bader, wie der Maschinen-Transport nach England überwacht wird.Foto: Ziehl-Abegg
Die englische Kollegin Katie Rawlinson erklärt Florian Bader, wie der Maschinen-Transport nach England überwacht wird.Foto: Ziehl-Abegg

Künzelsau - Die Silvesterparty würde für Florian Bader auch eine kleine Abschiedsparty sein. Das war klar. Denn am 3. Januar flog der 21-Jährige wieder nach England. Dort wird der Student bei Ziehl-Abegg UK Großbritannien arbeiten − im Zuge seiner Praxisphase. Vor Weihnachten ist der angehende Betriebswirt schon in Chelmsford (Essex) eingearbeitet worden.

Der Ilshofener hatte sich nach seinem Abitur in Crailsheim gezielt nach einem Arbeitgeber umgeschaut, der einen dualen Studiengang Richtung Betriebswirtschaft-Industrie anbietet. "Einer meiner Wünsche war die Möglichkeit eines Auslandsaufenthalts", erklärt der 21-Jährige.

Ein reines Handelsunternehmen war keine Alternative: "Ich will mit der Entwicklung von Produkten und dem Bau von Maschinen zu tun haben." Beim Künzelsauer Maschinenbauunternehmen Ziehl-Abegg wurde er fündig und begann dort 2010 sein Studium. Während der Praxisphasen wohnt er bei seinen Eltern in Ilshofen, während der Studienzeit bezieht er eine kleine Wohnung in Mosbach. "Ich arbeite jetzt in der Auftragsabwicklung für die Antriebstechnik", betont Bader. In diesem Bereich erzielt Ziehl-Abegg etwa ein Siebtel seines Umsatzes. Für den 21-Jährigen ist der Einsatz in England die erste Berührung mit der Motorensparte. Neben dem klassischen Geschäft mit Aufzugs- und Rolltreppenmotoren erhält er Einblick in Spezialanwendungen.

Unter Öl

"Spannend sind Hochspannungsunterölmotoren, die in Unterwasserfahrzeugen bei Ölbohrinseln oder Offshore-Windkraftanlagen eingesetzt werden", sagt der Ilshofener. Diese Fahrzeuge werden von einem Schiff auf den Meeresgrund abgelassen und mittels Kabel mit elektrischer Energie versorgt. Die Hochspannungsunterölmotoren von Ziehl-Abegg treiben Hydraulik- oder Wasserpumpen an. Das Grundwissen für das neue Einsatzgebiet haben dem jungen Studenten Kollegen vorab in Künzelsau vermittelt.

Das Schulenglisch sei eine gute Grundlage für die Verständigung im Werk in Chelmsford (Essex). "Verstanden habe ich von Anfang an alles, nach zwei Wochen war es dann auch kein Problem mehr, flüssig zu sprechen", schmunzelt Bader. Da er bei einem Kollegen wohnt, ist der Familienanschluss inklusive. "Das ist von der Erfahrung her topp", betont er. Der einzige Wehrmutstropfen: Tischtennis ist in England kein Breitensport. "Da ich bei den Aktiven des TSV Ilshofen spiele, hätte ich dies auch gerne im Ausland getan." Doch es fand sich dort kein Verein.

Für den 21-Jährigen ist dies kein großes Problem. Die Erfahrung beim Auslandseinsatz sei spannend und wichtig. Daher ist es keine Frage: "Natürlich bin ich nach Abschluss des Studiums im September 2013 offen für einen Auslandsjob." Solange man jung und ohne eigene Familie sei, dürfe man sich diese Chance nicht entgegen lassen. Die Möglichkeiten beim Maschinenbauer in Künzelsau sind groß: Baders Kommilitonen bei Ziehl-Abegg nutzen Praxissemester in Villieu (Frankreich), Singapur (China) und Rio (Brasilien). "Wir können rund um den Globus ins Ausland", freut er sich.

Vor Weihnachten hat Florian Bader in Chelmsford noch mit seinem Hausherr Andrew bunte Lichterketten rund ums Haus aufgehängt. Heilig Abend wollte der 21-Jährige in Ilshofen bei seinen Eltern feiern. Silvester stand dann eine Party mit Freunden an.

Abstecher

Zurück in England wird der angehende Betriebswirt wieder eng in die Auftragsabwicklung eingebunden sein: Bestellungen in den deutschen Werken platzieren, den Kontakt zum Kunden halten und die Belieferung sicherstellen. "Für einen Abstecher nach London wird dann auch Zeit sein", ist sich Bader sicher. Und fügt hinzu: "England ist eine sehr gute Erfahrung." red

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