Stimme+
Hohenlohe

Endlich wieder Blumen und ein frischer Haarschnitt

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Nach zweieinhalb Monaten Corona-Lockdown öffnen am Montag Friseure, Gärtnereien und Gartencenter. Nicht nur Inhaber und Mitarbeiter sind erleichtert und froh, sondern auch ihre Kunden.

Von Regina Koppenhöfer
Alle Hände voll zu tun hatten am Montag landauf und landab die Friseure, so auch Daniela Betz (links) und Nicole Zurr von n-haircrew in Öhringen.
Alle Hände voll zu tun hatten am Montag landauf und landab die Friseure, so auch Daniela Betz (links) und Nicole Zurr von n-haircrew in Öhringen.  Foto: Koppenhöfer, Regina

Das tut Leib und Seele gut: Friseure und Gärtnereien sind seit diesem Montag wieder geöffnet - so auch der Öhringer Familienbetrieb Blumen Hachtel und der Frisiersalon n-haircrew in der Hirschgasse.

Der erste Kunde bei n-haircrew ist am Montagmorgen kurz vor 9 Uhr der Dimbacher Markus Busch. Gefragt, wie er denn durch die haarigen Zeiten gekommen sei, verrät Busch lachend: "Morgens beim Föhnen dauerte es jetzt schon etwas länger." Sichtlich erleichtert über die Öffnung der Friseursalons zeigt sich eine 85-jährige Kundin. Die Seniorin erzählt: "Ganz schlimm war es für mich. Sehen sie mich an: Ich gehe sonst jede Woche zum Friseur."

Auf die Hilfe der Friseurinnen ist die 85-Jährige angewiesen, weil sie in ihrer rechten Hand aufgrund einer Erkrankung kein Gefühl mehr hat. Für die Seniorin war die Haarpflege während des Lockdowns eine mühsame Sache. An diesem Montag nun gibt es für die ältere Dame endlich wieder frische Farbe und einen schicken Haarschnitt.


Mehr zum Thema

Stimme+
Region
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Was sich zum 1. März ändert


Bis weit in den März kein Termin mehr frei

"Wir freuen uns riesig, endlich wieder anfangen zu dürfen. Wir sind überglücklich." Erleichterung darüber, dass sie ihren Friseursalon nun wieder öffnen darf, ist auch Nicole Zurr anzumerken. Im Dezember musste die Friseurmeisterin ihren Salon schließen. Zweieinhalb Monate Lockdown folgten. Gestern Morgen nun begrüßt sie zusammen mit drei Mitarbeiterinnen erstmals wieder Kunden. Nicole Zurr erzählt, dass viele der Kunden ihre Termine über die sozialen Netzwerke gebucht hätten. Bis weit in den März hinein sei bei ihr schon kein Termin mehr zu bekommen.

Sport und Homeschooling

Wie aber haben Zurrs Mitarbeiterinnen die freie Zeit in den vergangenen Wochen gefüllt? Daniela Betz verrät, dass sie viel Sport gemacht habe, joggen oder Radfahren war. Kollegin Jennifer Schädlich, dreifache Mutter, hatte indes alle Hände voll zu tun mit dem Homeschooling ihres Nachwuchses. Nun sind die Frauen erleichtert, wieder ihrem Beruf nachgehen zu dürfen. Saloninhaberin Nicole Zurr ist darüber hinaus froh, dass nun endlich auch ein Teil der Übergangshilfen eingegangen sei. "Heute kamen sie an. 50 Prozent wurden ausbezahlt. Der Rest wird noch geprüft. Seit Dezember warte ich darauf. Ich konnte das Geld aber erst am 20. Februar beantragen", erzählt die Selbständige.

Jetzt müssen die Frühlingsblüher raus: Ernst Hachtel (re.) und sein Mitarbeiter Theo Moldowan packten sie gleich kistenweise auf die Wagen.
Jetzt müssen die Frühlingsblüher raus: Ernst Hachtel (re.) und sein Mitarbeiter Theo Moldowan packten sie gleich kistenweise auf die Wagen.  Foto: Koppenhöfer, Regina

Ein Strauß für die Freundin

Ein munteres Kommen und Gehen herrscht auch bei Blumen Hachtel am Montagvormittag. Diana Geyer hat gleich am ersten Öffnungstag einen Blumenstrauß für die Freundin geholt. "Ich hätte in diesen Zeiten gern öfter mal Blumen gekauft", verrät die Öhringerin inmitten von Wägen voller Hornveilchen, Hyazinthen und Gartenkamelien. Dass sich die gläsernen Türen seines Verkaufsgewächshauses nun wieder für Kunden öffnen dürfen, freut nicht zuletzt auch Inhaber Ernst Hachtel. Rund 60.000 Frühblüher stünden noch in den Gewächshäusern, berichtet der Gärtnermeister.

Hände nicht in den Schoß gelegt

Nicht öffnen zu dürfen, das sei schlimm gewesen, sagt Hachtel. Er erläutert dazu, dass 80 Prozent der Jungpflanzen bestellte Ware sei. Stecklinge von Exoten kämen teils aus Übersee. Geordert werden diese in der Regel zwölf bis 16 Monate zuvor. Die verderbliche Ware werde dann, weil bestellt, auch geliefert - egal ob Kunden nun einkaufen dürfen oder nicht. Und natürlich habe man trotz Lockdown die Hände nicht in den Schoß legen können, denn Pflanzen wollen jeden Tag gut versorgt sein. Darüber hinaus habe man während der Schließung den Blumenverkaufsraum umgebaut und modernisiert.

Zu den ersten Kunden bei Blumen Hachtel gehörte am Montag Gisela Hahn. Sie entschied sich für Hornveilchen.
Zu den ersten Kunden bei Blumen Hachtel gehörte am Montag Gisela Hahn. Sie entschied sich für Hornveilchen.  Foto: Koppenhöfer, Regina

Ernst Hachtel hat die Wiederöffnung dringlichst erwartet. Der Öhringer ist einer von mehr als 17.000 Unterzeichnern einer Petition, die die Öffnung der Gartencenter und Gartenfachmärkte gefordert hatten. Nun freut sich der Gärtnermeister, dass es endlich soweit ist.

Überglücklich darüber, dass die Gärtnereien wieder geöffnet haben, zeigt sich auch Gisela Hahn. "Es ist einfach wunderbar, auch dass man mal wieder ein bisschen rauskommt", freut sich die Öhringerin über das Shoppingerlebnis. Während Hahn ein Kästchen mit blühenden Hornveilchen in ihren Händen hält, verrät sie lachend: "Und ich habe auch schon einen Termin beim Friseur und da freue ich mich auch schon drauf."

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben