Eine Bühne voller Superstars: Der TSV Ingelfingen startet mit Pfiff in die tollen Tage
Bei der neunten Prunksitzung in der Ingelfinger Stadthalle unterhält der TSV rund 300 Besucher mit Tanz und Sketchen, Technik, Akrobatik und einem Hauch Magie
Ingelfingen sucht heute den Superstar. Dass wir den hier finden, das ist doch klar", ist sich Prinz Jonah I. zu Beginn der neunten TSV-Prunksitzung sicher. Was er nicht ahnt: Den Superstar auszumachen wird ganz schön schwer. Hannah Romig, Tamara Schneider und Patrizia Merz, die sich als Casting-Team in der Jugendbütt präsentieren, haben also allem Anschein nach ganze Arbeit geleistet. Am Ende des gut dreistündigen Programms weiß Moderatorin Sabrina Kunze: "Sieger sind heute alle". Und trifft damit den Nerv der rund 300 Besucher. Sie bevölkern die Stadthalle bis auf den letzten Platz und sind sich einig: In Ingelfingen gibt es nur Superstars.
Tanz ist Trumpf
Und die sorgen von der ersten Minute an für einen kurzweiligen Abend, bei dem das Tanzen ganz groß geschrieben wird. Klar, schließlich gibt es im TSV viele erfolgreiche Jazztanz-Gruppen. Mit der kleinen und große Garde beginnt der Abend schwungvoll. Dann entführen Dancers Spotlight in die Welt der "Drunken Sailors". Die Formationen Out of Control und Final Movement bieten sozusagen ein Best of Hollywood, bei dem es von Harry Potters Hogwarts ins Laland und von Chicago auf die Titanic geht. In bunten Ganzkörperkondomen bekommen die Fußballer als "Supersäcke" tosenden Applaus. Und als die Turnfrauen bei Schwarzlicht zu bunten Strichweibchen mutieren, wird das Publikum mit Intervall-Training für den Rest des Abends fit gemacht. "Wenn ihr nicht besser seid, als die da", sagt Übungsleiterin Anja Kircher mit Blick auf die Vorturner vom Elferrat, "dann müsst ihr ins Frauenturnen kommen."
Zum Glück fordern etwas später die "Überflieger" nicht auch zur Nachahmung auf. Für die Jungs und Mädels vom KTV werden Sprungbrett und dicke Matten vor die Bühne gelegt. Bei ihren Saltos, Flickflacks und Schrauben scheinen sie alle die Schwerkraft außer Kraft zu setzen. Die Jungs hechten dabei sogar gleich über eine ganze Mädelspyramide und heimsen donnernden Applaus ein.
Technik lässt die Welt Kopf stehen
Auch weitere Vereine und Gruppen entern die Bühne - und das ist ein Gewinn für den Abend, an dem auch Magie und Wortwitz nicht fehlen. Die Pfadfinder lassen mit Seifenblasen, Kleenextüchern und Maßbändern augenzwinkend eine magische Welt entstehen. Die Jedermänner lassen mit raffinierter Kameratechnik und Beamer die Welt Kopf stehen und deren Bewohner die Wände hochgehen.
Adrian Volk alias Monsieur Lefèvre und sein Monteur Jonas Fluhrer von den Aschhäuser Nachtwächtern jonglieren dagegen mit (französischen) Worten. Wenn dabei aus dem Vollzeit-Montage-Auftrag zum Eintage-Job wird, der nur Montage umfasst, bleibt kein Auge trocken. Genauso wenn die sechs Frauen von Himmelhoch-Abgrundtief zur Tupperparty einladen, die mit einem Liebeslied auf den Thermomix endet, oder Heike Wallner und Daniela Egner von Anti-Aging und Traummännern träumen, aber dann doch lieber so bleiben wollen wie sie sind. Wer weiß, vielleicht wäre auch für sie ein Versuch wert, was Ingelfinger Paare vom Tanzclub Rot-Weiß Öhringen demonstrieren: Denn anscheinend kann eine kesse Sohle biederen Langzeit-Paaren wie Miss Marple und Mr. Stringer neuen Schwung und Erotik einhauchen. Das Narrenvolk kann diese Form des Jungbrunnens jedenfalls gleich selbst erproben - bis morgens um vier.
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