Ein Pfarrer, wie er im Buche steht
Die evangelisch-methodistische Kirche in Öhringen hat ein neues Gemeindeoberhaupt

Jeder kennt das Bild von der typisch schwäbischen Pfarrersfamilie: Der Herr Pfarrer heiratet eine Lehrerin und zusammen haben sie eine stattliche Anzahl von Kindern, die wie die Orgelpfeifen dastehen. Eine solche Bilderbuchfamilie wurde am Sonntag bei Bilderbuchwetter von der evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde in ihren Kreis aufgenommen.
Zur Amtseinführung des neuen Pastors und zum gegenseitigen Kennenlernen hatten sich so viele Mitglieder eingefunden, dass der Kirchenraum am Öhringer Pfaffenmühlweg kaum ausreichte. Superintendent Wolfgang Rieker, dessen Aufgabengebiet etwa dem eines Regionalbischofs entspricht, bescheinigte in seinen Eingangsworten den verantwortlichen Gremien, am Wahlsonntag eine gute Wahl getroffen zu haben.
Unter dem Begriff Dienstzuweisung wird den Pastoren durch die vorgesetzte Bischöfin ihr Dienstort zugewiesen, aber es werde natürlich genau darauf geachtet, dass Person und Familie des Pastors und die jeweilige Gemeinde auch zusammenpassen, versicherte Rieker sinngemäß. Er sprach von einem spannungsvollen Moment für die Familie und die Gemeinde und wünschte viele ermutigende und schöne Erfahrungen.
Gemeindevertreter Hans Schindler begrüßte besonders die Fangemeinde der Familie, erinnerte an die acht Wochen dauernde Vakanz und überreichte eine Rosenpflanze im Topf als symbolisches Geschenk. Eine dornige Gemeinde und ein einsam blühender Pastor entspricht aber nicht unseren Vorstellungen , vielmehr solle die Gemeindearbeit wie eine Rose aufblühen und sich entfalten.
Nach dem Segen zur Amtseinsetzung, den Holger Panteleit knieend von Superintendent Rieker und Gemeindevertreter Schindler empfing, stellte der neue Pastor sich und seine Familie vor, danach studierte Ehefrau Kathrin mit der Gemeinde einen Kanon ein. Marco Lechler begleitete den Gemeindegesang und die Darbietungen des Chores schwungvoll am Klavier.
Seine erste Öhringer Predigt hielt Panteleit über den Psalm 50,15: Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen. Er forderte die Gläubigen auf, diese Telefonnummer Gottes ruhig einmal zu nutzen. Ein kleines Jubiläum konnte der Pastor zusätzlich feiern: Er war am Sonntag auf den Tag genau zehn Jahre lang Mitglied der evangelisch-methodistischen Kirche.
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