Ein Kandidat, der sich für die Aufgabe „rundum geeignet“ fühlt
Michael Serr war als Erster zur Stelle, als klar war, dass Ingelfingen einen neuen Bürgermeister wählt - Der Einzige, der auf Heimvorteil hoffen kann

Von Matthias Stolla
Michael Serr will Bürgermeister in Ingelfingen werden. Sieben andere wollen das auch. Also bleibt Serr realistisch: „Die Wahl wird definitiv nicht am 7. Mai entschieden.“ Deshalb verfolgt er zwei Ziele: ein gutes Ergebnis im ersten Wahlgang und den Sieg im zweiten Wahlgang am 21. Mai.
„Ich fühle mich rundum geeignet“, sagt der 46-Jährige selbstsicher. Als einziger Bewerber aus der Stadt hat er den Heimvorteil auf seiner Seite. Wenn er auch nach Definition alter Ingelfinger kein waschechter Ingelfinger ist. Aus Mannheim stammt der Betriebswirt und ist vor fünf Jahren an den Kocher gezogen. Der Liebe wegen. Seine Partnerin lebt immerhin schon seit 20 Jahren im Städtchen, und das ist dem Kandidaten nicht unwichtig: „Es gibt kein Amt oder Beruf, in dem die Ehefrau so wichtig ist wie beim Bürgermeister.“
Der Plan, dem langjährigen Amtsinhaber Wolfgang Schneider nachzufolgen, ist so alt wie dessen erste Ankündigung seines Abschieds bei der letzten Wiederwahl. Als dann klar war, dass Schneider Ende Juni den Stuhl räumen wird, war Serr als erster Kandidat zur Stelle. Die Politik Schneiders will er fortsetzen. „Umkrempeln auf Teufel komm raus ist nicht mein Ding.“
Politisch ungebunden, „aber nicht ohne politische Perspektiven“, sagt er über sich selbst und ordnet sich „Mitte rechts“ ein. In der Kommunalpolitik aber „soll die Parteipolitik im Hintergrund stehen“, sagt er.
Seinen Schwerpunkt definiert er so: „Ich bin der festen Überzeugung, dass es ganz wichtig ist, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen und zu erhalten, um die wirtschaftliche Entwicklung mit der sozialen in Einklang zu bringen.“ Gerade deshalb sei ihm die Förderung der Vereine wichtig.
Michael Serr ist geschieden. Seine Tochter und sein Sohn leben bei ihrer Mutter in Oberfranken. Er selbst mit seiner Partnerin und deren Tochter in Ingelfingen. „Ich denke, dass wir eine rundum glückliche Familie sind“, sagt er und bezeichnet sich als Familienmenschen.
Als einen, der allerdings viel unterwegs ist. Der Angestellte einer Münchner Beratungsfirma sieht sich von Montag bis Freitag europaweit im Einsatz. Die Arbeit habe ihn geprägt, sagt er: „Ich kann Ziele klar verfolgen und auch durchsetzen.“
Angst davor, in Wolfgang Schneiders Fußstapfen zu treten, habe er keine, betont er. Seine positiven Eigenschaften zählt er so auf: zielstrebig, geradlinig, sozial. Die negativen so: manchmal zu sozial, in der Freizeit vielleicht zu bequem, manchmal zu unvorsichtig.
Ein wenig unvorsichtig war er mit seinem Flyer. Auf dem prangte das Stadtwappen. Weil das nicht zulässig ist, musste er es wieder entfernen. „Ich habe mich dafür entschuldigt“, sagt er und merkt an: „Ich war wohl zu euphorisch.“
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