„Dorfgemeinschaft funktioniert“

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Jeder kennt hier jeden - Baierbach ist das Tor zum Steinbacher Tal

Von Kathrin Baumann
Auf dem Weg nach Pfedelbach oder ins Steinbacher Tal? Die Kreuzung in der Ortsmitte prägt Baierbach und sorgt für starken Durchgangsverkehr.Fotos: Kathrin Baumann
Auf dem Weg nach Pfedelbach oder ins Steinbacher Tal? Die Kreuzung in der Ortsmitte prägt Baierbach und sorgt für starken Durchgangsverkehr.Fotos: Kathrin Baumann
Taleingang Wer auf dem Weg nach Heuholz, Untersteinbach, Floßholz oder Schuppach ist, der kommt an Baierbach nicht vorbei. Der zwischen Bäumen versteckte kleine Pfedelbacher Ortsteil ist „der Eingang ins Steinbacher Tal”, schmunzelt Harald Küstner. Der 43-Jährige schneidet gerade die Hecke, die den kleinen Friedhof des Ortes begrenzt. Er wohnt zwar inzwischen einige Kilometer entfernt in Heuholz, ist aber in Baierbach geboren. „Früher hat sich die Jugend von Oberhöfen bis Baierbach in einem Hüttle hier im Ort getroffen” erinnert er sich. „Und die Nachbarn haben es geduldig ertragen”, fügt er lachend hinzu. Die gute Nachbarschaft sei bis heute geblieben, meint Harald Küstner. Vieles andere hat sich inzwischen verändert.
Martin Geiger arbeitet an seinem Garten. Vor drei Jahren hat er hier gebaut.
Erinnerung
Lebensmittelladen, Tankstelle, Bäckerei und Post: Dass es früher eine Menge Gewerbetreibende in Baierbach gab, das weiß Fritz Ziegler noch genau. Auch an einen Schneider und einen Schuster erinnert sich der 68-Jährige. Im Haus der Zieglers war zwischen 1888 und 1963 die Poststelle von Baierbach untergebracht. Später führte Familie Ziegler die einzige Gaststätte des Ortes. Vor der ehemaligen Wirtschaft steht ein „wichtiger Zeitzeuge von Baierbach”, wie Fritz Ziegler ihn nennt: Der Pumpbrunnen weist Einschüsse aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs auf und zeugt von den schweren Zerstörungen, die die kleine Ortschaft seinerzeit erlebt hat.

Erika Schluchter pflückt Blumen für ihre Gäste in „Schluchter’s Weinstube“.
Erika Schluchter pflückt Blumen für ihre Gäste in „Schluchter’s Weinstube“.
Verkehr
Der Wiederaufbau hatte für Fritz Ziegler nicht nur gute Seiten. „Der Verkehr hat ganz enorm zugenommen, es wäre schöner, wenn der so geblieben wäre wie in den 60er oder 70er Jahren”, berichtet er. Die Kreuzung im Ort zeigt von Heuholz kommend heute auch ein bisschen die innere Zerrissenheit Baierbachs. Links geht es nach Pfedelbach, wohin der kleine Ort seit der Kommunalreform und Eingemeindung 1971 gehört. Rechts führt die Straße nach Öhringen, wo die Baierbacher zum Gottesdienst gehen.
Wiesen, Weinberge und ein Teich: Der Ort ist von idyllischer Natur umgeben.
Dorfgemeinschaft
Direkt an der viel befahrenen Hauptstraße hat Martin Geiger vor drei Jahren mit seiner Familie ein Haus gebaut. Dem Leben in Baierbach kann der 37-Jährige ­ bis auf den Verkehrslärm ­ nur Gutes abgewinnen: „Jeder kennt hier jeden, die Dorfgemeinschaft funktioniert”, lobt er die gute Nachbarschaft im Ort. Und das Leben im Grünen mit den nahe gelegenen Wiesen und Weinbergen macht für den Familienvater den Lärm wieder wett.
Ob Ponys, Schafe oder Kaninchen: Alle haben in und um Baierbach viel Platz.
Ob Ponys, Schafe oder Kaninchen: Alle haben in und um Baierbach viel Platz.
Kinder
Das Gefühl, sich jederzeit auf die Dorfgemeinschaft verlassen zu können, schätzen Catherin Gebhardt und ihr Sohn Marvin besonders an Baierbach. Das Leben in dem kleinen Ort sei vor allem für die Kleinen schön, meint Catherin Gebhardt. „Wenn man seine Kinder sucht, muss man nur jemand aus dem Ort fragen”, freut sie sich über die gute Nachbarschaft. So ist der zehnjährige Marvin auf dem Fußballplatz am Ortsrand von Baierbach stets gut aufgehoben.
Im Haus der Zieglers waren früher Gaststätte und Poststelle untergebracht.
Tiere
Auch für Tierfreunde ist der Pfedelbacher Ortsteil ein ideales Fleckchen. Das ist für Günter Haußler besonders wichtig. Neben Tauben und Schafen hält der Tierfreund zwischen 130 und 140 Kaninchen. Sein Nachbar ist Martin Schluchter. Ihm gehört die Weinwirtschaft „Schluchter‘s Weinstube”, die der 42-Jährige seit 1998 betreibt. Mit den Baierbachern lasse es sich gut zusammenleben, schmunzelt der Gastwirt. „Sie sind anständig und nett”, beschreibt er seine Mitbürger. Seine Frau Erika ist währenddessen im Garten zu finden: Sie pflückt Blumen für ihre Gäste.
    
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