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Die anderen Seiten des Reinhold Würth zeigen sich beim Stimme-Talk

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Der Unternehmer und Kunstsammler gibt beim Stimme-Talk mit Chefredakteur Uwe Ralf Heer ungewohnt private Einblicke. So erfahren die Zuhörer etwas über die Bedeutung der Familie, wozu auch der jährliche Enkeltag gehört.

Nur 131 Menschen konnten wegen Corona im Reinhold-Würth-Saal dem Stimme-Talk zuhören. Auf Youtube und auf stimme.de ist die Veranstaltung im Laufe des Samstags in voller Länge zu sehen.
Fotos: Ralf Seidel
Nur 131 Menschen konnten wegen Corona im Reinhold-Würth-Saal dem Stimme-Talk zuhören. Auf Youtube und auf stimme.de ist die Veranstaltung im Laufe des Samstags in voller Länge zu sehen. Fotos: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Hat ein Mann, der alles hat, noch einen unerfüllten Wunsch? Er hat: "Ich bin für jeden Tag dankbar, an dem ich gesund bin", antwortet Reinhold Würth auf die Frage von Chefredakteur Uwe Ralf Heer.

Ungewohnt private Einblicke gibt der Unternehmer beim Stimme-Talk im Reinhold-Würth-Saal am Freitagabend im Carmen-Würth-Forum vor den 131 Zuhörern. Mehr durften wegen Corona nicht in den schönen Saal. Deswegen aber wurde die Veranstaltung von stimme.tv aufgezeichnet und kann von vielen Menschen mehr auf stimme.de oder youtube angesehen werden.

Würth hasst Arroganz 

Das ist gut so. Denn an diesem Abend lässt der Unternehmer tief blicken und zeigt auf Fragen von Uwe Ralf Heer Facetten, die die Öffentlichkeit nicht unbedingt von ihm kennt. "Arroganz hasse ich geradezu", verrät Reinhold Würth, dass er sich so manchen Beförderten zur Brust genommen hat, um ihn wieder auf den Boden der Tatsachen zu holen. "Nach einigen Monaten waren die meist froh über das Gespräch", sagt er.

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Ein Gespräch, das unter vier Augen stattfinde, nicht als Brandbrief oder öffentliche Rede den Adressaten erreiche. "Wir müssen vermeiden, dass das Unternehmen größenwahnsinnig wird, dass sich Menschen einnisten, die meinen, sie müssen den großen Zampano spielen", sagt Würth und zählt die Werte auf, von denen er möchte, dass sie für sein Unternehmen stehen: "Demut, Berechenbarkeit, Zuverlässigkeit". Macht, mahnt er, sei ein ungemein gefährliches Instrument.

Nach seinen persönlichen Meilensteinen befragt im Rückblick auf ein ungemein erfolgreiches Leben, verweist Reinhold Würth auf seine Kinder, die Enkelkinder und zwischenzeitlich drei Urenkel. Erst vor sechs Monaten seien "zwei unglaublich pfiffige kleine Buben" dazugekommen. Nächste Woche fliege er mit seiner "lieben Frau" in die Schweiz, um dort den neunten Geburtstag der dritten Urenkelin zu feiern.

Von der Bedeutung der Familie

Die Familie ist wichtig, sagt der Unternehmer. Wie es ihm auch wichtig ist, dass immer ein oder zwei den Bogen spannen zwischen Familie und Unternehmen. Er freut sich, dass Enkel Benjamin im Stiftungsaufsichtsrat ist, Sebastian im Beirat, dessen Vorsitzende seine Tochter Bettina ist. Auch künftig hofft er, dass die Verbindung zur Familie nicht abreißt.

Intensive 60 Minuten bescherten Uwe Ralf Heer (links) und Reinhold Würth den Zuhörern. Nach 2002 war es der erste Stimme-Talk in Gaisbach. Nach dem Kaiser, also Franz Beckenbauer, nun der Chef, lobt Konzernsprecher Steffen Greubel die Reihe.
Intensive 60 Minuten bescherten Uwe Ralf Heer (links) und Reinhold Würth den Zuhörern. Nach 2002 war es der erste Stimme-Talk in Gaisbach. Nach dem Kaiser, also Franz Beckenbauer, nun der Chef, lobt Konzernsprecher Steffen Greubel die Reihe.  Foto: Seidel, Ralf

Auch vom jährlichen Enkeltag erfahren die Zuhörer, wie Reinhold Würth mit den Enkeln im Lager Schrauben abgepackt habe, wie im anderen Jahr alle einen Außendienstler begleitet haben und am Tagesende die Umsätze verglichen wurden. Wer gewonnen hat?

"Klar ich, aber das war ein ungleicher Wettbewerb", gesteht Reinhold Würth ein. Er habe 38.000 Euro Umsatz gemacht, sei aber auch bei zwei Firmen gewesen, die ihm zu Ehren die Würth-Fahnen wehen ließen.

Die Zeitungslektüre gehört dazu

Wegen Corona blieben viele Reihen leer. Dankbar ist Würth, dass es in dem Unternehmen mit den rund 75.000 Mitarbeitern nur 80 Krankheits- und drei Todesfälle - keiner davon im Inland - gab. Der Umsatz sei um 3,5 bis 3,8 Prozent zurück gegangen. "Das ist in der Situation ein guter Erfolg", sagt der Mann, der in guten Zeiten zehn Prozent Wachstum erwartete.

Was die Besucher sonst noch von ihm erfahren? Dass er ein "fanatischer Leser" sei, der neben überregionalen Zeitungen immer auch die Hohenloher Zeitung lese. Auch dass die schönste Zeit am Tag das Frühstück sei, bei dem ihm seine Frau Carmen immer etwas vorliest. Mit ihr, zeigt Uwe Ralf Heer ein altes Foto, ist er seit dem 9. Dezember 1956 verheiratet. "Als ich sie das erste Mal sah, habe ich gebrannt wie eine alte Scheune."

 


 
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