Dank Überschuss wird’s billiger
Zweiflingen - Rechtlich und rechnerisch ist alles geregelt, nun kann es losgehen: Zweiflingen führt die gesplittete Abwassergebühr ein, und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2010. Der Gemeinderat hat die Gebührenkalkulation und die neue Abwassersatzung beschlossen.

Zweiflingen - Rechtlich und rechnerisch ist alles geregelt, nun kann es losgehen: Zweiflingen führt die gesplittete Abwassergebühr ein, und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2010. Der Gemeinderat hat die Gebührenkalkulation und die neue Abwassersatzung beschlossen. Wenn die Bürger um die Jahreswende herum ihre Wasserzähler abgelesen haben, können die neuen Gebührenbescheide ausgearbeitet werden. Für viele wird es billiger als bisher, für einige aber auch teurer.
Getrennt
Die gesplittete Abwassergebühr ist bekanntlich nach einem höchstrichterlichen Urteil von 2010 Pflicht in Baden-Württemberg. Schmutzwasser (etwa aus Toiletten und Waschmaschinen) und Niederschlagswasser (von Dächern, Straßen und Höfen) müssen getrennt berechnet werden.
Die Vorarbeiten haben in Zweiflingen − wie in anderen Städten und Gemeinden auch − einige Zeit in Anspruch genommen. Flugzeuge kreisten über den Dörfern, damit die Planer möglichst präzise Luftbilder von den Privatgrundstücken und öffentlichen Flächen erhalten. Die Bürger füllten Fragebögen aus. Der Rücklauf war zur Freude von Bürgermeister Klaus Gross hoch.
Anschließend hat die Allevo Kommunalberatung in Obersulm die Zweiflinger Zahlen ausgewertet. "Wir haben bisher keine Daten herausgegeben, weil wir keine Unruhe in die Bevölkerung bringen wollten", sagt Gross: "Das wäre spekulativ gewesen."
Nun liegen die Zahlen vor, errechnet auf der Grundlage von 2010. Anna Wagner vom Büro Allevo stellte sie am Donnerstagabend im Gemeinderat vor. Wesentliche Folge für den Gebührenzahler: Der Preis für das Schmutzwasser, der wie bisher auf der Grundlage des Frischwasserbezugs errechnet ist, sinkt deutlich: von bisher 3,13 auf 2,38 Euro pro Kubikmeter. Hinzu kommen 0,36 Euro je Kubikmeter Niederschlagswasser. Die errechnete Menge richtet sich nach der Größe der Flächen und dem Grad ihrer Versiegelung. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, spart Geld. Wer einen Bauernhof hat, zahlt künftig mehr als bisher.
Tarife
Rechnerisch müssten die Tarife bei 2,61 Euro für Schmutz- und 0,40 Euro für Niederschlagswasser liegen. Weil die Zweiflinger aber von 2005 bis 2007 insgesamt 85 080 Euro Überschuss im Abwasserbereich erwirtschaftet haben, muss die Gemeinde sie das Geld 2010 bis 2012 an die Bürger zurückzahlen. Denn die Abwasserwirtschaft muss kostendeckend arbeiten und darf keinen Gewinn erzielen.
Die neue Gebührenordnung gilt bis Ende 2012. Sprich: In einem Jahr muss sich der Gemeinderat erneut mit den Tarifen beschäftigen, dann gemeinsam mit dem Wasserpreis. Der bleibt nämlich vorerst unverändert. Bis dahin, so kündigte der Bürgermeister an, werde die Gemeinde in die neue Gebührenordnung noch Änderungen einarbeiten müssen. Aber auch ab 2013 gibt es beim Abwasser einen Überschuss zu verteilen: 130 048 Euro aus den Jahren 2008 und 2009.
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