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Lockerung von Corona-Regeln: Skepsis statt Euphorie bei Betrieben im Gastgewerbe

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Gastronomen äußern sich trotz der vom Land Baden-Württemberg für Freitag angekündigten Lockerungen der Corona-Regeln zurückhaltend.

von Armin Rößler
Lockerungen: Ungeimpfte können ab Freitag mit einem aktuellen Corona-Schnelltest wieder einkaufen gehen (3G). In der Gastronomie gilt 2G statt 2G-plus. Foto: dpa
Lockerungen: Ungeimpfte können ab Freitag mit einem aktuellen Corona-Schnelltest wieder einkaufen gehen (3G). In der Gastronomie gilt 2G statt 2G-plus. Foto: dpa  Foto: Sina Schuldt

Die am Mittwoch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann im Landtag angekündigten Lockerungen für Geschäfte, Gastronomie und Großveranstaltungen, die in Baden-Württemberg mit der neuen Corona-Verordnung am Freitag kommen sollen, lösen nicht überall Euphorie aus.

Das sei zwar eine Erleichterung für viele Menschen, die nun keinen Test mehr brauchten, sagt der Künzelsauer Gastronom Daniel Brunner, "aber es ist kein Quantensprung". Dass nun in der Gastronomie unter anderem 2G statt 2G-plus gelten soll, sorge nicht dafür, "dass wir die Arme hochreißen", so Brunner. Es gebe "zu viel Regel-Wirrwarr", kritisiert er, Otto Normalverbraucher wisse längst nicht mehr, was gerade gelte.

Testzentrum statt Gastronomiebetrieb

Während in seiner Pizzeria Zum Glück das Außer-Haus-Geschäft zuletzt recht gut gelaufen sei und auch im Lokal immer Betrieb herrsche, hat der Wirt das Lokal Emma Mitte Dezember kurzerhand zum Schnelltestzentrum umfunktioniert. "Wir überleben dadurch den Winter." Seither ruht dort der Gastronomiebetrieb. Zumindest im Februar will Brunner lieber weiter testen. "Ich will nicht aufmachen und dann wieder schließen müssen", erklärt er.

Dazu passt eine Mitteilung des Langenburger Hotels Mawell Resort, das ankündigte, "im Hinblick auf die rasant steigenden Infektionszahlen der Omikron-Variante" den Hotelbetrieb ab 31. Januar und bis voraussichtlich 17. März unter der Woche von Montag bis Donnerstag übergangsweise einzustellen. "Die massiv hohen Omikron-Inzidenzen bringen das 100-Prozent-Hygienekonzept des Hotels an die Belastungsgrenze", heißt es als Begründung.

Das Landesgesundheitsamt hat für Mittwoch 312 neue Corona-Infektionen im Hohenlohekreis gemeldet. Damit steigt die Sieben-Tage-Inzidenz von 808,8 auf 940. Der Landesdurchschnitt liegt bei 969,3. Das Gesundheitsamt des Kreises hat in der vergangenen Woche zwölf neue Ausbruchsgeschehen gemeldet: vier in Kinderbetreuungseinrichtungen (zweimal Kochertal, einmal Raum Künzelsau, einmal Hohenloher Ebene), sechs an Schulen (zweimal Raum Öhringen, einmal Kochertal, einmal Raum Künzelsau, zweimal Hohenloher Ebene) und zwei an sonstigen Einrichtungen (beide Raum Öhringen). Der Anteil der Omikron-Variante an den gemeldeten Fällen sei nicht genau zu beziffern, so das Landratsamt, da maximal ein Viertel der Proben überhaupt auf eine spezifische Variante hin untersucht werde.

67,6 Prozent sind einmal geimpft

Auf Nachfrage der Hohenloher Zeitung teilt das Landratsamt weiter mit, dass das Mobile Impfteam (MIT) Hohenlohekreis im Dezember insgesamt 4275 Impfungen durchgeführt hat. 7,5 Prozent seien Erstimpfungen gewesen, 6,1 Prozent Zweitimpfungen und 86,4 Prozent Drittimpfungen. Im Januar seien mit Stand 24. Januar bislang 1479 Impfungen verabreicht worden: 5,3 Prozent Erstimpfungen, 14,6 Prozent Zweitimpfungen und 80,1 Prozent Drittimpfungen. Die Impfquote im Hohenlohekreis liegt Stand 23. Januar bei 66,0 Prozent zweifach Geimpften und 45,7 Prozent Geboosterten. 67,6 Prozent sind einmal geimpft.

Im Hohenloher Krankenhaus Öhringen wurden am Mittwoch sechs Corona-Patienten behandelt, davon zwei auf der Intensivstation, die aber nicht beatmet werden mussten. Trotzdem war von den sieben Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit keines mehr frei.

 

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