Computer statt Kamera
Bad Mergentheim - Im Bad Mergentheimer Teilort Stuppach sorgt ein neuer Ordnungshüter für die Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenzen. Unbestechlich wacht er darüber, dass kein Raser auf der Bundesstraße B 19 ungestraft davon kommt.

Bad Mergentheim - Im Bad Mergentheimer Teilort Stuppach sorgt ein neuer Ordnungshüter für die Einhaltung der Geschwindigkeitsgrenzen. Unbestechlich wacht er darüber, dass kein Raser auf der Bundesstraße B 19 ungestraft davon kommt. Respekteinflößend steht er 24 Stunden am Tag an der Rengershäuser Straße, nahe des Fußgängerüberwegs. Etwas futuristisch schaut er aus, verglichen mit den alten Starenkästen, die Radarfalle 2.0 sozusagen.
Ringe
Grau ragt seine Säule in den Himmel. Vier schwarz-glänzende Ringe zieren ihn. Hinter denen steckt neueste Technik. "Entgegen kommende Fahrzeuge werden per Laser erfasst und verfolgt. Auf geeignete Entfernung wird dann ein Bild geschossen", erklärt Lucas Goebel von der Firma Victronic. Das aufwendige Filmwechseln gibt es nicht mehr. Alle Daten können umgehend vor Ort ausgelesen werden. Blitzen tut es trotzdem noch. Das ist Vorschrift.
Die neuen stationären Geräte seien wesentlich günstiger zu installieren und benötigten kaum eine Wartung. "Es muss auch nicht der Asphalt aufgerissen werden, um Schleifen zu verlegen", sagt Goebel. Vor allem aber sei das neue Verfahren gerechter, betont er: "Das System kann auch in schwierigen Situationen genau messen, wenn zum Beispiel Drängler dicht auffahren."
Kostenpunkt für die Neuanschaffung: rund 130 000 Euro. Der Grund, warum die Installation der Blitzanlage in Stuppach nötig war, hängt mit der erneuerten Ortsdurchfahrt zusammen, erläutert Susanne Pantring, Pressesprecherin der Stadt Bad Mergentheim. Der Blitzer wurde auf Wunsch der Einwohner von Stuppach aufgestellt. Es bestand die Befürchtung, dass nach dem Neubau schneller gefahren wird.
Gegenverkehr
Keine in die Straße eingelassenen Streifen warnen mehr vor dem gefährlichen Bereich. Raser trifft der Blitz dann sozusagen "aus heiterem Himmel". Auch der entgegenkommende Verkehr muss sich in Acht nehmen, denn die Anlage hat beide Fahrtrichtungen fest im Blick. Auch die Frage, Film drin oder nicht, erübrigt sich: Da alles digitalisiert abläuft, ist der Automat rund um die Uhr "scharf".
Stimme.de
Kommentare
Walter Müller am 21.10.2011 11:46 Uhr
Die Säulen sind nicht schlecht.
Aber das Problem an diesen Säulen sieht man sehr gut in Offenau:
Dort ist 30km/h erlaubt. Leider gibt es aber viele Autofahrer, die dann nicht mit 30km/h sondern mit Mega-Sicherheitsgeschwindigkeit (um ja nicht geblitzt zu werden) mit 20km/h daran vorbei fahren.
Dadurch staut sich das ganze wiederum nach hinten und nervt andere morgens, wenn es dann zum Stillstand kommt, durch abbremsen, anfahren (der LKWs usw)
Ähnliches ist auch an anderen Säulen zu beobachten, nur eben dann mit 30-40km/h in der 50er Zone.
Manchmal würde ich solchen Schleichern gern mal die Meinung sagen..
am 22.10.2011 12:14 Uhr
solche Träumer werden sie nie in Griff bekommen, sie nerven normale Pkw-Fahrer. Damit muss man leider leben.
Das sind die selben, die ihre Fahrzeuge um eine Kurve "tragen" und auf stark befahren (im Berufsverkehr) 150m Sicherheitsabstand bei 50 km/h halten.
Wer täglich durch die Stadt fährt und die Grüne Welle der Ampelschaltungen kennt bei denen oft mindestens 50 km/h gefordert sind um nicht ständig anhalten zu müssen. An dessen Nerven zerren die Übervorsichtigen 40-45 km/-fahrenden gewaltig.
Auch wenn bei sichtbaren Meßstellen manche auch sonst schwer berechenbare Pkw-Fahrer beinahe stehen bleiben, der Effekt, dass insgesamt die Fahrgeschwindigkeit auf diesen Strecken reduziert wird ist gegeben.
Schilder allein nützen leider nichts.
am 21.10.2011 11:04 Uhr
und Träumer mich dabei stören, "wünsche" ich mir mehr solche Säulen.
Für´s Geldgeschäft muss man ja nicht sorgen. Wer dies ausgeben will, der muss einfach nur an einer solchen Säule vorbeirasen.
Werde ich geblitzt, ärgere ich mich nicht über eine solche Säule, sondern nur darüber, dass ich nicht aufgepasst habe und zu schnell gefahren bin.
Lohnen sich diese Messgeräte, liegt dies nicht an den Kommunen und deren Geldgier, sondern an "Rasern", die Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht interessieren.
In Bad Wimpfen oder Jagstfeld bremsen diese Säulen den Verkehr "vernünftig" aus und reduzieren eindeutig Unfallgefahren. Wer nach Jagstfeld auf der ordentlich ausgebauten B27 mit 70 km/h am Ortsschild vobeifährt, der wird spätestens kurz vor der Säule zum Bremsen gezwungen.
In Bad Wimpfen stört die 30er Strecke, jedoch gewöhnt man sich durch den Rückbau und die Säule zwangsweise sehr schnell an die sicherere und für die Anwohner ruhigere, lebenswertere Geschwindigkeit.
Nichts gegen mehr Meßgeräte, denn sie kosten die Kommunen meist nichts, denn dafür sorgen die Unverbesserlichen!
am 21.10.2011 08:54 Uhr
Die Einwohner sind vermutlich die ersten, die damit geblitzt werden...
am 21.10.2011 09:34 Uhr
...es ist und bleibt ein Geldgeschäft. Nicht mehr und nicht weniger!