Stimme+
Kommunen in Hohenlohe

Bürgermeister als Influencer: Wenn die Gemeinde auf Youtube ist

   | 
Lesezeit  3 Min
Erfolgreich kopiert!

Immer mehr Städte und Gemeinden entscheiden sich dazu, in den sozialen Medien präsent zu sein – auch in Hohenlohe. Doch was erhoffen Sie sich davon? Und warum verweigern sich andere?

 Foto: Alternativer Fotograf

Mit 1957 Followern bei Instagram und 710 bei Facebook ist der Landkreis Hohenlohe nicht gerade das, was man heutzutage als "Influencer" bezeichnet. Dennoch postet das Landratsamt regelmäßig Inhalte in den sozialen Netzwerken. Und auch manche Hohenloher Kommune ist auf Facebook und Co. aktiv. Doch warum? Wie viel Arbeitszeit bindet es und was versprechen sich Verwaltungen davon?

Ein Hangrutsch im Ohrntal, die Möglichkeit, Aufenthaltstitel online zu verlängern oder auch Karrieremöglichkeiten im Landratsamt – das sind einige der Facebook-Posts des Landkreises aus den vergangenen Tagen. In dem Account "MeinHohenlohekreis" wird hier seit April 2023 "mit wenigen Ausnahmen täglich" gepostet, wie Pressesprecher Sascha Sprenger mitteilt. Der Fokus liege auf Instagram, inhaltlich ist es jedoch das gleiche: Es geht um die "Arbeit des Landratsamtes, der Ankündigung von Veranstaltungen, aktuellen Nachrichten wie Straßensperrungen und Ähnliches", so Sprenger.

Kommunen und der Hohenlohekreis auf Youtube, Facebook und Instagram: So präsentiert sich die Verwaltung auf Social Media

Der Youtube-Kanal des Hohenlohekreises hat in der Regel ein paar Hundert Aufrufe pro Video. "Corona-Schutzimpfung im Kreisimpfezentrum Öhringen" erreichte im Jahr 2021 jedoch 10.452 Zuschauer. Spitzenreiter des Kanals ist das Werbevideo "Der Hohenlohekreis – das Original", das seit der Veröffentlichung vor zwei Monaten 36.770 Menschen erreicht hat.

Externer Inhalt

Dieser externe Inhalt wird von einem Drittanbieter bereit gestellt. Aufgrund einer möglichen Datenübermittlung wird dieser Inhalt nicht dargestellt. Mehr Informationen finden Sie hierzu in der Datenschutzerklärung.

Neben den Informationen für die Bürger seien die Sozialen Medien auch wichtig, um "mit dem ein oder anderen Vorurteil über Behörden aufzuräumen und zu zeigen, dass das Landratsamt viel mehr Aufgaben erledigt und bürgernäher ist, als man vielleicht gemeinhin denkt", so Sprenger. Für das Posten sowie für Rückmeldungen bei Fragen und Kommentaren in den Accounts sind zwei Mitarbeiterinnen zuständig, die sich eine Vollzeitstelle teilen.

Social Media keine Nebensache – Öhringen setzt auf Instagram für Kommunikation

In Öhringen gibt es für Social Media eine eigene 60-Prozent-Marketing-Stelle, erklärt Pressesprecherin Monika Pfau. "Social Media ist für uns keine Nebensache, sondern ein wichtiger Kommunikationskanal", stellt sie klar. Los ging es im Vorfeld der Landesgartenschau 2014 mit Facebook. Inzwischen folgen der Seite "Öhringen Garten & Stadt" knapp 10.000 Menschen. Über Instagram, das die Stadt seit 2020 mit dem Kanal "stadtoehringen" bespielt, werden 4400 Menschen erreicht.


Hier gibt es täglich eine bis vier Stories, auch mit "schönen Fotos aus Öhringen, um unsere Stadt visuell in Szene zu setzen", so Pfau. "Wir müssen da sein, wo unsere Bürgerinnen und Bürger sind", begründet sie die 15 bis 20 Stunden Aufwand pro Woche. "Bei Social Media haben wir als Behörde direkt das Ohr an der Community. Das hilft auch uns, den Service der Verwaltung zu verbessern, neue Themen aufzugreifen und insgesamt zugänglich und interaktiv zu sein."

Bürgermeister Stefan Neumann aus Künzelsau dreht Youtube-Videos

Auch die Künzelsauer Verwaltung ist in den Sozialen Medien aktiv. 514 Menschen folgen etwa auf der Video-Plattform Youtube, auf der die Stadt derzeit 268 Videos hat. Der Großteil davon ist die "KünzelSchau", in der Bürgermeister Stefan Neumann jede Woche etwa zwei Minuten lang über die wichtigsten Themen der Stadt spricht.

Diese werden auch auf Instagram auf dem Kanal "kuenzelsau.meinestadt" veröffentlicht, dem 2700 Menschen folgen, auf Facebook hat Künzelsau 6750 Follower. "Abhängig von aktuellen Geschehnissen", so Sprecherin Elke Sturm, würden "zwischen einem bis zu mehreren Arbeitstagen in der Woche" für die Bespielung der Kanäle drauf gehen.

Kleine Kommunen auf Social Media: Nicht jeder Bürgermeister setzt auf Instagram, Youtube oder Facebook

Nicht nur die großen Städte sind in den Sozialen Medien aktiv. So folgen der 2500-Einwohner Gemeinde Dörzbach 560 Menschen auf Instagram. "Wir versuchen jeden Tag zumindest eine Story zu machen und einen Beitrag die Woche", erklärt Rathausmitarbeiterin Tamara Jenke, die für den Social-Media-Auftritt zuständig ist. Dank Instagram und Facebook könnten sie die 15- bis 65-Jährigen erreichen. "Tiktok wäre natürlich für die ganz junge Generation von Vorteil", doch die Produktion hierfür sei aufwendig, deshalb "ist dies aktuell noch nicht geplant".

Andere Kommunen sind nicht auf Facebook und Co. Etwa Krautheim. "Es ist derzeit auch nicht geplant, das zu ändern", so Bürgermeister Andreas Insam. "Alle Infos stehen auf der Internetseite, der Weg ins Rathaus ist jederzeit möglich und bei den Gemeinderatssitzungen kann jeder vorbeischauen." Entscheidend sei der Aufwand, denn "die Aktualität ist entscheidend", das sei herausfordernd – vor allem personell.

 
Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben