Buchautorin Elisabeth Zöller liest vor Schülern

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Öhringen - Lust aufs Lesen, das hat eine einfühlsame Erzählstunde in der Öhringer Stadtbücherei bei rund 50 Grundschülern ausgelöst. Die Schriftstellerin Elisabeth Zöller hatte ihren jungen Romanhelden Krissi im Gepäck und traf mit seiner eher traurigen Geschichte den Nerv der kleinen Schillerschüler.

Von Silke Amann

Elisabeth Zöller begeistert die Grundschüler mit ihrer Geschichte von Krissis und seinem Ärger mit den Mitschülern.
Foto: Silke Amann.
Elisabeth Zöller begeistert die Grundschüler mit ihrer Geschichte von Krissis und seinem Ärger mit den Mitschülern. Foto: Silke Amann.

Öhringen - Lust aufs Lesen, das hat eine einfühlsame Erzählstunde in der Öhringer Stadtbücherei bei rund 50 Grundschülern ausgelöst. Die Schriftstellerin Elisabeth Zöller hatte ihren jungen Romanhelden Krissi im Gepäck und traf mit seiner eher traurigen Geschichte den Nerv der kleinen Schillerschüler. Zur Autorenlesung anlässlich des Frederick-Tags, dem landesweiten Literatur-Lese-Fest, hatte sie sich vorgenommen: "Ich will die Kinder emotional packen."

Die bekannte Autorin legte dann auch ziemlich schnell den Finger in die Wunde: "Wer von euch ist von anderen Schülern schon mal geärgert worden?" Wie auf Kommando streckten fast alle den Finger hoch. Einer rief ganz mutig: "Ich jeden Tag." Und von da ab hingen ihr die zuvor noch etwas zappeligen Jungen und Mädchen förmlich an den Lippen. Elisabeth Zöller erzählte stehend, laufend und gestikulierend ihr Kinderbuch "Und wenn ich zurück haue?" Es handelt von einem achtjährigen Jungen, genannt Krissi, der von seinen Mitschülern so lange geärgert und geschubst wird, bis er nach einer große Pause einfach nicht mehr zurückkommt. Das traf den Nerv der Öhringer Kinder.

Was sich in den Gesichtern abspielte, das beobachtete die Schriftstellerin, die ihren Text praktisch auswendig vortrug, sehr genau. Bei aufkommender Unruhe verwickelte sie die Kinder in lockere Gespräche. Mitunter entstanden dabei kleine Diskussionen, etwa über die Frage "Kann ein Herz blaue Flecken bekommen?" Da waren sich Autorin und Publikum nämlich nicht ganz einig.

Für Büchereileiterin Irina Dorsch ist der seit 1997 jährlich durchgeführte Frederick-Tag eine wichtige Veranstaltung, um Motivation fürs Lesen und den Umgang mit Büchern zu erzeugen. Denn auch wenn alle Grundschüler einen kostenlosen Leihausweis erhalten, kommen nach ihrer Erfahrung nur rund 25 Prozent als regelmäßige Besucher zurück. "Die Kinder haben nicht immer ein lesefreundliches Umfeld, umso wichtiger ist es, dass sie selber Spaß daran haben." Die Zweitklässler stecken mitten in der Phase des Lesenlernens und da kam die Lesestunde mit einer Autorin, deren Geschichten dann auch in der Stadtbücherei zu finden sind, bei den Grundschülern so richtig gut an.

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