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Bei Familie Häfele ist die Traubenlese der Höhepunkt des Jahres

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Jetzt beginnt die Arbeit: Am Lindelberg hat Familie Häfele 15 Ar Chardonnay. Ein Blick zwischen die Rebzeilen, in den Eimer und auf den Tisch.

Die ganze Familie hilft mit, wenn gelesen wird. Heute braucht Familie Häfele für den Chardonnay nur eine Bekannte zur Unterstützung. An Hauptlesetagen ist mehr Betrieb in den Weinbergen am Lindelberg.
Die ganze Familie hilft mit, wenn gelesen wird. Heute braucht Familie Häfele für den Chardonnay nur eine Bekannte zur Unterstützung. An Hauptlesetagen ist mehr Betrieb in den Weinbergen am Lindelberg.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Die Ausrichtung der Weinberge von Eberhard Häfele am Bretzfelder Lindelberg ist perfekt: "Wir stellen die Gummistiefel bereit, wir haben sie aber noch nicht gebraucht", freut sich seine Frau Petra Häfele über trockenes Gras zwischen den Rebzeilen. Da früh die Morgensonne den Berg erreicht, trocknet der Tau schnell ab.

Traubenlese bei Familie Häfele startet schon früh

Doch nicht nur der Zustand unter den Reben freut die Wengerter. Vielmehr noch sind sie glücklich, dass die Trauben, die nun in die Eimer kommen, prall und gesund sind. Die Burgunderbeeren hatten mit Fäulnis zu kämpfen. Deshalb wurden die ersten Lesetermine vorverlegt.

"Was für schöne Trauben", sind sich alle einig beim Blick auf den Chardonnaystock am Weg. Bildschön, in der Tat. Schnell hat Tochter Marlen Häfele ihren Eimer gefüllt. Papa Eberhard trägt ihn flink zum Traktor und schüttet ihn aus. Mutter Petra (57) schiebt ihren fast vollen Eimer ein großes Stück weiter nach oben.

 


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Kurzer Lesetag

Heute ist ein kurzer Lesetag unterhalb vom Lindelberg. Häfeles lesen ihre 15 Ar Chardonnay. "Ich schätze, die haben jetzt um die 90 Grad Oechsele", ist Eberhard Häfele(59) mehr als zufrieden.

Eberhard Häfele will früh zum Abliefern an die Kellerei. "Dann geht´s schneller."
Eberhard Häfele will früh zum Abliefern an die Kellerei. "Dann geht´s schneller."  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Den kurzen Lesetag für den Chardonnay bewältigt die Familie unterstützt von einer Freundin alleine. Wenn die Hauptsorten Lemberger und Riesling in den nächsten Tagen gelesen werden, braucht es mehr Unterstützung durch weitere Familienmitglieder und Freunde. Drei Hektar Reben haben Häfeles zwischenzeitlich. Alle liegen am Lindelberg, nicht weit vom landwirtschaftlichen Betrieb in der Bretzfelder Ortsmitte.

Betrieb von Eltern im Wandel

Früher, erzählt Eberhard Häfele, gehörten noch Milchkühe zum Betrieb, den er von seinen Eltern übernommen hat. Inzwischen liegt der Hauptaugenmerk des Landwirtschaftsmeisters auf den Trauben. Zudem wird Ackerbau betrieben. Die Traubenlese, sind sich alle einig, ist der Höhepunkt im Jahr. "Da arbeiten wir die ganze Zeit darauf hin", bekräftigt Marlen Häfele, ihre Schwester nickt. "Es ist eine schöne Abwechslung", ergänzt ihre Mutter.

 


Petra Häfele zeigt die prächtigen Lembergertrauben.
Petra Häfele zeigt die prächtigen Lembergertrauben.  Foto: Tscherwitschke, Yvonne

Die drei Frauen arbeiten in ihren gelernten Berufen, nicht auf dem Hof. "Deshalb koche ich manchmal", erklärt Eberhard Häfele, warum er sich um das Mittagessen gekümmert hat. Dass er da ein bisschen tiefstapelt und vermutlich ein richtig guter Koch ist, verrät die Speisewahl: Es gibt Focaccia, selbst gemacht. Dazu braucht es schon ein wenig Übung. Die schadet auch bei der Traubenlese nicht. Scharf sind die Scheren. Und wenn man sich so im Zweierteam entlang der Rebzeilen nach oben arbeitet, kann es schon passieren, dass man dem Finger des Gegenübers gefährlich nahe kommt.

Stammbesetzung an Helfern

"Wir haben aber keine Stammbesetzungen", verrät Petra Häfele. Vor allem an den langen Lesetagen wechsele man durch, um neue Gesprächsthemen zu haben. Der frühe Lesetermin, sagt Eberhard Häfele, sei fordernd. Sonst habe das Lesefenster etwa fünf Wochen betragen. "Dieses Jahr sind es nur drei Wochen", sagt er. Den Raps habe er noch säen können, dann aber ging es vom Acker in den Weinberg. Der Blick richtet sich nach oben. Dort, wo es richtig steil wird, wächst der Lemberger premium. "Da wurde reduziert", erklärt Eberhard Häfele. Das zeigt sich nun an den großen, blauen Trauben, die in bester Lage wachsen. "Dort oben muss man immer von Hand lesen", schließt Eberhard Häfele Vollernter aus.

 
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