Baustelle an der Kochertalstraße: Pläne für Forchtenbergs Feuerwehrgerätehaus nehmen Formen an
Der exponierter Standort bringt städtebauliche Verantwortung, heißt es bei der Vorstellung - Architekt hat Visualisierungen dabei

Mit Visualisierungen für das neue Feuerwehrgerätehaus ist der Öhringer Architekt Martin Knorr in die Forchtenberger Gemeinderatssitzung gekommen - zum ersten Mal können die Räte sehen, wie das Gebäude aussehen könnte, das künftig wohl der Blickfang vor der Stadt an der Kochertalstraße sein wird - Bilder, die die Rätin Rosalia Müller nach Knorrs Vortrag als "preisverdächtig" bezeichnet.
"Noch sind allerdings Bauweise, Farben und Materialien nicht klar", sagt Knorr - die Bilder dienen nur zur Vorstellung der "Grundtypologie". In den Entwurf seien die Vorschläge der Räte eingeflossen, wie auch "viele Punkte seitens der Feuerwehr zur technischen Planung und Ausstattung."
Einer dieser Vorschläge war, das Gebäude um 90 Grad zu drehen. Ursprünglich sollten die Tore der Fahrzeughalle nach Westen öffnen (wir berichteten). Jetzt zeigen sie nach Süden, also Richtung Altstadt. Für die anfahrenden Feuerwehrleute und die Ausfahrt der Einsatzfahrzeuge sind getrennte Wege zur Schöntaler Straße geplant, "damit sie sich nicht in die Quere kommen", so Knorr.
Verkehrsprobleme beim bisherigen Feuerwehrhaus
Beim alten Feuerwehrgerätehaus sei das ein Problem, sagt Bürgermeister Michael Foss im Gespräch mit der HZ. Denn in der Weißbacher Straße und am Bahnhof parken auch Kunden der anliegenden Geschäfte. Am neuen Grundstück parken nur Einsatzkräfte - und die Fahrzeuge können ungestört hinausfahren.
Schulungs- und Jugendraum im Obergeschoss entsprechen der aktuellen Größe der Wehr, sagt Knorr. Außerdem ist im Erdgeschoss die Zentrale, die in Richtung der Altstadt blickt, geschlechtergetrennte Umkleidekabinen, sechs Stellplätze für Einsatzwagen und daneben ein Hochregal als Lager eingerichtet. Am nordwestlichen Ende des Gebäudes soll ein Übungsturm entstehen.
Gelände muss weiter aufgeschüttet werden

Derzeit ist das Gelände jedoch eine karge planierte Fläche. "Sie wird noch um 1,5 Meter erhöht", sagt Knorr. Die Erde dafür komme von einer Baustelle in Schwäbisch Hall, so Knorr. Nachgefragt hatte Klaus Veinauer, der die bisherigen Lkw gesehen habe, die "von überall herkommen, aber nicht von Co-Ax" - von der nicht weit entfernten Baustelle sollte die Erde für die Aufschüttung kommen. Durch die 90-Grad-Drehung sei eine höhere Aufschüttung nötig, erklärt Knorr. Die Erde der Müller-Co-Ax-Baustelle sei zu hochwertig. Veinauer gibt zu bedenken, dass andere Erde belastet sein könnte. Alle Erde werde auf Belastung überprüft, sagt der Planer.
Für den Standort an der Kochertalstraße habe sich der Gemeinderat 2019 entschieden, sagt Foss. Der exponierte Ort bringe eine städtebauliche Verantwortung mit. Wenn das Gebäude in einem Gewerbegebiet stünde, müsste es sich nicht so "gefällig abbilden", drückt der Bürgermeister es aus. Dass das Gebäude vor allem funktional ist, sei ihm wichtig. An dem Standort sollen die Abteilungen von Forchtenberg und dem Muthof unterkommen. "der Ort ist sehr günstig dafür".

Das hat allerdings seinen Preis. "Eine Größenordnung von zehn Millionen Euro ist nicht unrealistisch", sagt Foss - etwas zögerlich, und danach geht ein kleines Raunen durch den Saal. Das sei eine sehr grobe Schätzung: "Die Fachplaner sind noch nicht beauftragt, die Materialien noch nicht klar und wir wissen noch nicht, ob in Massiv-, Holz- oder Hybridbauweise gebaut wird", so Knorr. Das bedeutet: Sowohl nach oben wie nach unten könnte es Abweichungen von der Summe geben - von 30 Prozent ist die Rede.
Jahre mit weniger Ausgaben
"Das heißt, wir können in einem oder zwei Jahren keine anderen größeren Projekte planen", sagt Foss. Und: "Den Baubeschluss können wir nur fassen, wenn wir genug angespart haben, um einen Kredit finanzieren zu können".
Denn anders als für andere Projekte wie die Kläranlage oder den Breitbandausbau gebe es für Feuerwehrgebäude keine Förderung, "und das obwohl der Katastrophenschutz immer wichtiger wird." Dazu komme, dass eine Feuerwehr - anders als zum Beispiel die Kläranlage - kein Geld einbringe.


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