Bauanträge können in Hohenlohe ab September nur noch online gestellt werden
Mit der Einführung des virtuellen Bauamts zündet das Landratsamt des Hohenlohekreises die letzte Stufe dieser digitalisierten Dienstleistung. Was bedeutet das?

Bauanträge können in Baden-Württemberg seit drei Jahren digital eingereicht werden - bequem von zu Hause aus. Der Gang zum Amt ist also nicht mehr nötig. Auch das Landratsamt des Hohenlohekreises hat sich darauf eingestellt und bietet diesen Service an.
Jetzt zündet die Behörde die letzte Stufe und führt zum 1. Juli das virtuelle Bauamt ein, das die bisherige digitale Dienstleistung vervollständigt.
Virtuelles Bauamt in Hohenlohe ab 1. Juli scharf geschaltet
Dabei handelt es sich um ein von Anfang bis Ende geschlossenes System der Online-Bearbeitung. Zentraler Anlaufpunkt ist ab dann die Landesplattform "Virtuelles Bauamt Baden-Württemberg". Die komplette Antragstellung wird darüber abgewickelt. "Auch die gesamte Kommunikation mit der Baurechtsbehörde sowie die digitale Zustellung der Baugenehmigung findet hierüber statt", heißt es in einer aktuellen Mitteilung des Landratsamts.
Das virtuelle Bauamt sei ab 1. Juli über die entsprechende Homepage oder über den Behördenfinder auf "Service-BW" abrufbar. Das ist die Software-Plattform des Landes, über die bisher alle Digital-Anwendungen der Kreise laufen.
Ab 1. September können Bauanträge nur über digitale Behörde online gestellt werden
Nach einer zweimonatigen Übergangszeit können Bauherren ihre Formulare dann ab 1. September nur noch über dieses virtuelle Bauamt einreichen. Beide Seiten sollen davon gleichermaßen profitieren: die Bauämter und die Antragsteller. Alles soll einfacher und schneller gehen und dem Bürokratieabbau dienen.
In der Tat ist die oft als viel zu langsam geschmähte Digitalisierung in deutschen Amtsstuben im Bereich Baurecht schon sehr weit gediehen. Das Landratsamt listet auf seiner Internetseite bislang elf Themenbereiche auf, in denen Online-Dienstleistungen möglich sind - so etwa bei der Kfz-Zulassung oder der Beantragung von Führerscheinen, Schwerbehindertenausweisen und Vorschusszahlungen zum Unterhalt. 230 Verwaltungsvorgänge, die bis Ende 2022 auf Weisung des Bundes digitalisiert sein sollten, fallen in die Zuständigkeit der Landratsämter. Der Hohenlohekreis hat bisher 111 Prozesse digital umgesetzt - davon 21 komplett vom Eingang über die Bearbeitung bis zum Ausgang.
Neues Gesetz führt zur jetzigen Umstellung
Hintergrund für die bevorstehende Umstellung auf das virtuelle Bauamt ist das Gesetz zur Digitalisierung baurechtlicher Verfahren, das Ende November 2023 in Kraft getreten ist. "Damit können Antragsteller und Behörden nun das komplette Verfahren medienbruchfrei digital durchlaufen - vom Bauantrag bis zur Baugenehmigung.
Das spart Zeit, Geld und Nerven", sagt die zuständige Ministerin Nicole Razavi. Das Landratsamt bietet Schulungen an, bis 14. Juni kann man sich online unter Virtuelles-Bauamt@Hohenlohekreis.de anmelden.
Für welche Kommunen das Landratsamt zuständig ist
"Zusätzlich erfolgt die Antragstellung nicht mehr bei der jeweiligen Gemeinde, sondern direkt bei der unteren Baurechtsbehörde", so das Landratsamt. Es ist zuständig für Bretzfeld, Dörzbach, Forchtenberg, Ingelfingen, Krautheim, Kupferzell, Mulfingen, Neuenstein, Niedernhall, Schöntal, Waldenburg und Weißbach. Künzelsau erledigt das selbst, Öhringen ist zuständig für die eigene Stadt sowie Pfedelbach und Zweiflingen.
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