Banken-Beben: Fusionspläne erstmal auf Eis gelegt
Die Raiffeisenbank macht nach dem Fusions-Aus alleine weiter. Die Volksbank Hohenlohe bleibt gesprächsbereit. Die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall erklärt: Eine regionale Konzentration wird unweigerlich kommen.
War die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall der falsche Fusionspartner? Das sehen offenbar viele Mitglieder und Vertreter der Raiba Hohenloher Land so. Der richtige und "natürlichere" Partner wäre für viele Kritiker die Volksbank Hohenlohe gewesen. Auch diese Fusions-Option war vom Vorstand und Aufsichtsrat der Raiba geprüft, aber verworfen worden. Sie votierten im Januar einstimmig für die VR Bank. Was der Volksbank Hohenlohe gar nicht gefiel.
Werben der Volksbank Hohenlohe war erfolglos
In losen Gesprächen war das Thema einer möglichen Fusion immer wieder angetippt worden, "nach der Sommerpause wollten wir uns 2021 diesbezüglich zusammensetzen", sagt Dieter Karle, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Hohenlohe. Doch dazu kam es nicht, weil die Raiba längst die Fährte der VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall aufgenommen hatte, die ihr Interesse im Juli hinterlegt hatte. "Uns wurde vonseiten der Raiba Hohenloher Land immer gesagt, die letzte Fusion war erst 2019. Also keine Eile", sagt Karle. Dann erfuhr man im Herbst urplötzlich von der geplanten Fusion mit der VR-Bank Heilbronn Schwäbisch Hall - und legte der Raiba in der Folge einen alternativen Fusionsplan vor. Am Ende ohne Erfolg.
Türen für eine mögliche spätere Fusion bleiben offen
"Wir sind weiter gesprächsbereit. Unsere Türen bleiben offen", erklärt Dieter Karle nach der gescheiterten Fusion, die er nicht öffentlich bewerten will. Gleichwohl ist nicht zu erwarten, dass sich in diese Richtung in nächster Zeit etwas bewegt. Sein Raiba-Kollege Andreas Siebert gibt zu, dass sich viele Vertreter mit dieser Option womöglich leichter getan hätten. Ja, man hätte wohl Synergieeffekte erzielen können, und dies innerhalb Hohenlohes, aber: "Die Geschäftspolitiken sind verschieden."
Weshalb man das VR-Konzept der "Bank der Regionen" eindeutig bevorzugt habe. Siebert sagt: Selbst wenn man mit der Voba Hohenlohe fusioniert hätte, wäre dies nur ein "Zwischenschritt" gewesen zu einer noch größeren regionalen Geno-Bank. "Jetzt gehen wir erstmal unseren eigenen Weg."
VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall: Konzentration geht weiter
Gleiches gilt für die VR Bank Heilbronn Schwäbisch Hall. Vorstandsvorsitzender Eberhard Spies sagt: "Wir sind gut aufgestellt." Aber er ist gleichzeitig "überzeugt, dass in den nächsten drei bis vier Jahren noch einiges passieren wird". Der Konzentrationsprozess bei den Geno-Banken gehe unvermindert weiter. "Pro Jahr verschwinden 20 bis 25 Institute". Und: "Es soll keiner glauben, dass Hohenlohe oder Heilbronn davon ausgenommen sind."
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