Außentreppe statt Glaswand
Brandschutz an der Stadthalle: Sachverständiger rät Gemeinderat zu neuer Lösung
Die Stadt Niedernhall muss den Brandschutz an der Stadthalle aufrüsten. Das hat eine Brandverhütungsschau bereits im vergangenen Jahr ergeben. Eine Auflage, die daraus hervorging, ist ein separater Fluchtweg für Besucher im kleinen Saal der Halle. Doch die Lösung, die der Gemeinderat in seiner Februar-Sitzung priorisiert und beschlossen hat, wurde nun verworfen. Denn Ralf Schäfer, der Brandschutzsachverständige aus Stuttgart, dem der Plan vorgelegt wurde, hat von dem Einbau einer Glaswand im Foyer abgeraten.
Probleme "Wir hätten wohl vor dem Beschluss alle Varianten Herrn Schäfer vorstellen sollen", räumt Bürgermeister Achim Beck ein. Es seien zwar verschiedene Probleme beim Einbau einer solchen Wand bekannt gewesen, doch seien diese "unter Umständen durch die Verwaltung nicht ausreichend in die Beratung eingegeben" worden, heißt es in der Sitzungsvorlage vom Montag. Jetzt müssen die Räte über eine Alternative beraten. Die Verwaltung schlägt nun die von Schäfer bevorzugte Variante vor: eine Außentreppe an der Nordseite des Gebäudes (Richtung Grundschule). Das hatten die Räte zugunsten der günstigeren Glaswand verworfen. Bei einer Kostenschätzung von 75 000 Euro ist eine Fluchttreppe nämlich rund 30 000 Euro teurer als die Schätzungen für die Lösung im Foyer.
Kosten Doch gerade die Probleme beim Einbau der Wand, nämlich im Bereich der bestehenden Decke und Wand des Raumes, könnten auch bei dieser Lösung für Mehrkosten sorgen, erklärt Architektin Elke Reineke. Weil nicht genau bekannt sei, in welchem Zustand sich Wand und Decke befinden und wie umfangreich sie für die Maßnahme ertüchtigt werden müssten. "Das sollte man nicht machen, da öffnet man die Dose der Pandora", sagt Stadtrat Bernhard Gehlen. Ralf Hermann betont das Positive an der neuen Lösung: "Es ist ein zusätzlicher Schutz, nicht durch das alte Treppenhaus zu müssen." Markus Berdyszak kann mit der neuen Variante leben, weil sie "nicht extrem teurer ist". Für das nächste Mal wünsche er sich aber im Vorfeld mehr Infos. Bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung beschließt der Rat die Außentreppe.
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