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Bretzfeld

Ausbruch der Geflügelpest an der Brettach

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In einem Betrieb in Hohenlohe ist die Geflügelpest nachgewiesen worden. Wie das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) am Montag bestätige, handelt es sich um die besonders ansteckende Virusvariante H5N8. Die Kleintierschau beim Öhringer Pferdemarkt wird ohne Federvieh stattfinden müssen.

Sicherheit geht vor: In einem Umkreis von zehn Kilometern rund um den Nachweisort an der Brettach müssen alle gefiederten Nutztiere in die Ställe.

Foto: Jens Büttner/dpa
Sicherheit geht vor: In einem Umkreis von zehn Kilometern rund um den Nachweisort an der Brettach müssen alle gefiederten Nutztiere in die Ställe. Foto: Jens Büttner/dpa  Foto: Jens Büttner

Im Hohenlohekreis ist die Geflügelpest ausgebrochen. In einem Betrieb in Bretzfeld wurde am vergangenen Samstag der Ausbruch der hochpathogenen Influenza amtlich festgestellt. Es ist der erste Fall in diesem Jahr in Baden-Württemberg. Die 31 Tiere des Betriebes, darunter Hühner, Enten, Gänse, Fasane und Kanarienvögel wurden bereits am Freitag getötet und entsorgt, nachdem der Verdacht auf die Seuche am Donnerstag aufkam. Die Geflügelpest, umgangssprachlich auch Vogelgrippe genannt, ist für Hausgeflügel hochansteckend und führt meist zum Tod der Tiere.

Für Menschen ist diese Virus-Infektion ungefährlich. "Es gibt keinen bekannten Fall, bei dem dieser A Virus H5N8 auf den Menschen übergangenen ist", betont Sascha Sprenger, Pressesprecher des Landratsamtes. Da das Geflügel auf dem Betrieb in unmittelbarer Nähe der Brettach gehalten wurde, geht das Veterinäramt davon aus, dass ein Kontakt mit wildlebenden Stockenten zu dem Infekt geführt hat.

Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern

Das Amt führt derzeit unter Hochdruck weitere Untersuchungen durch. Auch die Betriebe im Sperrbezirk und im Beobachtungsgebiet werden derzeit untersucht. Das Landratsamt Hohenlohekreis hat eine Allgemeinverfügung erlassen, mit der ein Sperrbezirk mit einem Radius von mindestens drei Kilometern sowie ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von mindestens zehn Kilometern um den betroffenen Betrieb eingerichtet wurden. In diesem Umkreis gilt für Geflügelhalter Stallpflicht. Das gilt auch in die angrenzenden Gemeinden der Landkreise Heilbronn und Schwäbisch Hall. Eine Karte der betroffenen Gebiete kann auf der Internetseite des Hohenlohekreises unter www.hohenlohekreis.de eingesehen werden.

Betroffen von den Sperrmaßnahmen ist auch die Lokalschau des Kleintierzuchtverein Z 368 im Rahmen des Öhringer Pferdemarkts. Hier darf in diesem Jahr kein Geflügel gezeigt werden. Hinweise auf weitere Fälle in Baden-Württemberg gibt es derzeit aber nicht.

Sorge um Marktzugang in China

Die gewerblichen Geflügelhalter sind in Sorge, dass durch die Tierseuche das laufende Verfahren für einen Zugang zum chinesischen Markt belastet wird. Christiane von Alemann, Sprecherin der Deutschen Geflügelwirtschaft dazu: "Deutschland ist daran interessiert, mit Geflügelprodukten wie zum Beispiel den in Asien als Delikatesse geschätzten Hühnerfüßen auf dem chinesischen Markt Fuß zu fassen. Dabei ist der Status ?frei von Aviärer Influenza" für die Erzeugungsregionen in Deutschland wichtig."

Stallhygiene

Die Errichtung einer funktionierenden physischen Barriere zwischen den Habitaten von wilden Wasservögeln (zum Beispiel Gewässer, Felder auf denen sich Gänse, Enten oder Schwäne sammeln) und den Geflügelhaltungen weiterhin wesentlich. Berücksichtigt werden müssen vor allem indirekte Eintragswege wie kontaminiertes Futter, Wasser oder verunreinigte Einstreu und Gegenstände (Schuhwerk, Schubkarren, Fahrzeuge usw.).

Wie das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) mitteilt, liegt der letzte Fall von Geflügelpest in Baden-Württemberg drei Jahre zurück. Im Februar 2017 war bei einer Wildente in Ulm das H5N8 nachgewiesen worden. Dieser Fall gehört zum bisher größten Geflügelpestgeschehen in Europa und Deutschland. Die Epidemie 2016/2017 führte in Deutschland zu über 1150 Fällen bei Wildvögeln und 107 Ausbrüchen bei gehaltenen Vögeln (92 Geflügelhaltungen und 15 Zoos/Tierparks). Damals musten vorsorglich hunderttausende der Tiere getötet werden.

Seit Beginn dieses Jahres gab es laut FLI ein plötzliches überregionales Ausbruchsgeschehen von Geflügelpest des Typs H5N8 in Betrieben in Osteuropa und einen Fall bei einem Wildvogel in Deutschland - eine Blessgans, die Mitte Januar in Brandenburg gefunden wurde. "Der jetzt festgestellte Ausbruch in Bretzfeld überrascht ein wenig von der geografischen Lage her", kommentiert das FLI. Das Institut empfiehlt, die Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Insbesondere der Reinigung und Desinfektion von Fahrzeugen und Geräten, besonders nach Tiertransporten, komme eine hohe Bedeutung zu.

 

 

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