Auf Umwegen durch Neufels

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Stadt und Land investieren 2,1 Millionen Euro in Ortsdurchfahrt

Von Yvonne Tscherwitschke
Bis Mitte Februar, sagt der Bauzeitenplan, ruhen die Maschinen. Bleibt es allerdings auch in den nächsten Tagen frostfrei, geht es früher weiter.Fotos: Yvonne Tscherwitschke
Bis Mitte Februar, sagt der Bauzeitenplan, ruhen die Maschinen. Bleibt es allerdings auch in den nächsten Tagen frostfrei, geht es früher weiter.Fotos: Yvonne Tscherwitschke

Neuenstein - Unten, bei der Neufelser Mühle, liegt der Schnee noch einen halben Meter hoch auf der Wiese. Oben, in Neufels, herrscht dagegen schon Frühlingsstimmung. Die Mittagssonne taucht den Ort in ein freundliches Licht.

Trotzdem hat die Baufirma Winterpause. Die Bagger und Raupen stehen in Ausbuchtungen. Schilder verbieten die Durchfahrt. Doch die Sperrbaken sind meist zur Seite geschoben. Wenigstens auf Kies und Schotter können die 91 Neufelser ihren Ort wieder durchfahren, seit die Bauleute von Schnee und Eis in die Winterpause gezwungen wurde.

Plan war, bis 6. Dezember die Straßendecke zu asphaltieren. Der momentane Bauzeitenplan vom Land Baden-Württemberg, das für die Ortsdurchfahrt zuständig ist, geht nun allerdings davon aus, dass erst Mitte Februar wieder in Neufels gearbeitet wird. "Das hängt aber in erster Linie vom Wetter ab", sagt Roland Salm, Leiter der Technischen Amts. Bleiben die Temperaturen über dem Gefrierpunkt, rechnet er damit, dass die Baumaschinen schon früher wieder rollen.

Neue Kanäle Die Stadt hat ihren Part noch im vergangenen Jahr erledigt: Wasser- und Abwasserkanäle sind vergraben, der Löschwasserbehälter ist platziert. 2,1 Millionen Euro werden von Stadt und Land in Neufels investiert. Die Stadt trägt davon die Kosten für Kanäle (335 000 Euro), Beleuchtung (15 000 Euro), für Gehwege (100 000 Euro) und den Löschwasserbehälter (30 000 Euro).

Vor zwei Jahren wurde mit dem Graben in der Burgstraße begonnen. Doch obwohl beim aktuellen Bauabschnitt nur noch die Straßendecke fehlt, müssen die Neufelser noch einige Monate Umwege in Kauf nehmen. Ist der Abschnitt zwischen dem alten Abzweig Richtung Niedernhall bis zum Ortsende gerichtet, muss noch die Brücke bei der Neufelser Mühle saniert werden. Nach derzeitigen Planungen soll die Brücke bis Juli fertig sein.

Die Neufelser haben sich an die Anwesenheit der Bauleute schon gewöhnt. Sogar ein Umzug von Öhringen nach Neufels während der Baustellenzeit klappte: Die Möbel mussten eben über Forchtenberg angeliefert werden.

Trotzdem waren die Neufelser froh, dass über die Weihnachtszeit der Ort wenigstens provisorisch durchfahren werden konnte. "Vor allem für die Landwirte mit ihren großen Maschinen ist das schon umständlich", weiß Ludwig Wolf. Er ist Jagdpächter und hat während der Baustelle etwa zehn Kilometer Umweg, um in sein Revier zu kommen.

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