Auf der Kultura-Baustelle hat das Warten bald ein Ende
Nachdem die Statik des Anbaus geprüft ist, kommen die Arbeiten für den Restaurant-Umbau auf Touren. Der chinesische Erlebnisgastronom will Mitte November starten. Die Stadt hat den neuen Pächter langfristig an sich gebunden.

"Wir streben Mitte November als Eröffnungstermin an. Aber dazu muss alles passen", sagt Yun Xu. Andreas Insam ergänzt: "Noch so ein Ausfall, dann wäre der Termin nicht zu halten." Rund sechs Wochen haben der chinesische Gastronom aus Crailsheim und der Öhringer Kämmereiamtsleiter auf den Prüfstatiker gewartet. Seitdem Anfang August die Bodenplatte des Anbaus geprüft und abgenommen wurde, brummt es auf der Baustelle.
In den vergangenen Tagen haben Handwerker das Dach für die Erweiterung aufgeschlagen, ab Mittwoch soll die Glasfront des Gebäudes nach vorne versetzt werden. "Wir konnten die alte Fassade bisher nicht aufmachen, sonst wäre das ganze Gebäude offen gestanden", sagt Insam, der für die städtischen Liegenschaften verantwortlich ist.
Chinesische Küche und vieleUmbauten
Das neue Kultura-Restaurant wird definitiv nicht mehr das alte sein − und dies nicht nur, weil künftig ein gebürtiger Chinese die Linie in Küche und Gastraum vorgibt. "Es wird komplett neu", sagt Xu und zeigt auf die vielen kleinen Baustellen in der großen Baustelle. "Man wird das Haus nicht wiedererkennen, wenn es im Herbst öffnet", fügt Andreas Insam hinzu.
Die Abluftkanäle liegen bereits zwischen Flachdach und abgehängter Decke. Die neue Lüftungsanlage im kleinen Wirtschaftshof jedoch muss noch montiert werden. Die Trockenbau-Wände für die Erweiterung des Sanitärbereichs um Behinderten-Toilette und Waschraum stehen, doch es fehlen sowohl Fliesen als auch Waschbecken und WC. Der Platz für die große Haube über dem Schaukochbereich ist gut erkennbar, aber der Dunstabzug noch nicht montiert. Die bisherigen Restaurantmöbel sind weg, die neuen immerhin schon bestellt. Der alte Boden ist herausgerissen, die neuen Fliesen sind ausgesucht.
Änderungen, bei Lüftung und Toiletten
Einige Veränderungen sind notwendig, weil seit der Eröffnung des Kultura-Restaurants vor 22 Jahren die gesetzlichen Anforderungen gestiegen sind (vor allem bei der Lüftungsanlage und den Toiletten). Anderes ändert der neue Pächter, weil es für sein gastronomisches Konzept sinnvoll ist (etwa den Bereich fürs sogenannte Front Show Cooking, die Erweiterung des Gastraums um die bisherige Fläche für Außenbewirtung und eine Theke mit größerem Stauraum). Anderes hingegen bleibt weitgehend erhalten, vor allem die große Küche und das Nebenzimmer. Doch auch hier gibt es die eine oder andere Veränderung. "Wir haben einen Pachtvertrag über 20 Jahre unterschrieben. Da müssen wir jetzt ändern, was zu ändern ist", sagt Yun Xu.
Mindestens 150 Plätze soll das künftige Restaurant haben. Daneben bewirten Xu und sein Team bei Veranstaltungen die Besucher der Kultura. Dies haben sie bereits seit März getan, bei städtischen Kulturveranstaltungen etwa, aber auch bei vier, fünf Abibällen. Zu solchen Anlässen bietet Xu deutsche Küche an, so steht es im Pachtvertrag. Es habe − trotz Baustelle ab Juni − gut funktioniert, sagt der neue Pächter. Auch Andreas Insam, dem Vertreter des Hausherrn, sind bisher keine Klagen zu Ohren gekommen.
Finanzierung
Im Februar unterzeichnete der Crailsheimer Gastronom Yun Xu den Pachtvertrag für das städtische Kultura-Restaurant. Mit im Boot ist als Investor der Getränkelieferant Wilhelm Einsiedel aus Wallhausen nördlich von Crailsheim. Die Umbaukosten wurden damals auf 1,3 Millionen Euro beziffert. Davon übernimmt die Stadt als Hausherr 550.000 Euro, im Wesentlichen für die technische Aufrüstung des gut 20 Jahre alten Gebäudes. "Wir sind im Kostenrahmen", berichtet Kämmereiamtsleiter Andreas Insam über den aktuellen Kostenstand.
Kommentare öffnen
Stimme.de
Kommentare