Auch in Zeiten von Corona an FSME denken
Fast ganz Baden-Württemberg ist Risikogebiet der von Zecken übertragenen Krankheit. Einzige Ausnahme ist der Stadtkreis Heilbronn. 2020 gab es noch keine Erkrankung im Hohenlohekreis und in der gesamten Region. Der Minister rät, den Impfschutz zu rüfen.

Wie die meisten Kreise in Baden-Württemberg und Bayern, zählt auch der Hohenlohekreis zu den Risikogebieten für FSME in Deutschland. Die Saison dieser von Zecken übertragenen Frühsommermeningoenzephalitis habe begonnen, teilt das Regierungspräsidium Stuttgart (RP) mit. Seit Jahresbeginn seien zehn FSME-Erkrankungen an das Landesgesundheitsamt (LGA) gemeldet worden, davon acht Fälle seit Anfang April. Die Hauptzeit sei von Frühjahr bis Spätherbst.
Bisher keine Erkrankungen in der Region
Der Hohenlohekreis blieb 2019 von FSME-Erkrankungen verschont. Auch 2020 gab es bisher keinen Fall - so wie in den Landkreisen Schwäbisch Hall, Heilbronn, Main-Tauber, Neckar-Odenwald und im Stadtkreis Heilbronn. 2019 gab es im Land 171 FSME-Erkrankungen - davon betraf nur ein Fall die Region, er stammte aus dem Landkreis Schwäbisch Hall. Am stärksten betroffen war der Landkreis Ravensburg mit 17 Fällen. 2018 waren es im Land 288 Fälle.
Hirnhautentzündung ist häufige Folge
In 112 Fällen war 2019 das zentrale Nervensystem angegriffen. In 75 Fällen war eine Hirnhautentzündung, in 33 Fällen eine Gehirnentzündung, in vier Fällen eine Rückenmarksentzündung die Folge. Ein 82-Jähriger ist an FSME gestorben. In Baden-Württemberg seien laut der neuesten Karte des Robert-Koch-Instituts (RKI) fast alle Stadt- und Landkreise Risikogebiete, so das Ministerium. Einzige Ausnahme sei der Stadtkreis Heilbronn.
"Gegen FSME-Erkrankungen ist die mehrfache Impfung ein wirksamer Schutz. Sie wird allen Personen empfohlen, die sich in den Risikogebieten in der Natur aufhalten und somit ein Risiko für Zeckenstiche haben. Kinder und Erwachsene sollten bei ihrem Hausarzt den Impfpass kontrollieren und den Impfschutz aktualisieren lassen", so der baden-württembergische Gesundheitsminister Manne Lucha. "Auch in der aktuellen Coronalage ist es wichtig, den Impfstatus im Blick zu haben und notwendige Impfungen vornehmen zu lassen. In der Regel sind bei FSME drei Impfungen nötig, um den vollen Impfschutz zu erreichen", erklärt der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer, in dessen Behörde das Landesgesundheitsamt angesiedelt ist.
Im Garten und in der Natur ist Vorsicht geboten
Wie das Regierungspräsidium weiter mitteilt, sei im eigenen Garten oder bei Spaziergängen in der Natur besondere Vorsicht geboten. Die Zecken seien häufig auf Grashalmen oder in Gebüschen zu finden. Beim Kontakt mit Tieren oder Menschen würden sie abgestreift und hielten sich fest. Das heißt: Zecken fielen nicht von Bäumen und könnten nicht springen.
Zecken übertragen nicht nur FSME, sondern auch Erkrankungen wie Borreliose und Tularämi (Hasenpest), sagt die Präsidentin des Landesgesundheitsamts, Dr. Karlin Stark. Deshalb seien einfache Schutzmaßnahmen wichtig. So sollte man in der Natur möglichst lange Kleidung und festes Schuhwerk tragen. Auf heller Kleidung ließen sich Zecken leichter entdecken und entfernen. Daheim sollte man seinen Körper gründlich nach Zecken absuchen. Vor allem Hautfalten seien betroffen, weil Zecken feuchtwarme Milieus bevorzugten.
So werden Zecken am besten entfernt
Zecken sollten schnell entfernt werden, um das Infektionsrisiko zu verringern - und zwar komplett. "Am besten greift man sie mit einer Pinzette oder einem speziellen Instrument nahe der Hautoberfläche an ihren Mundwerkzeugen und zieht sie langsam und gerade aus der Haut. Die Zecke sollte nicht am vollgesogenen Körper gepackt und beim Entfernen nicht gedreht werden", empfiehlt Stark. Mit Öl oder Klebstoff nachzuhelfen, sei kontraproduktiv. Dies könnte das Tier reizen und dazu führen, dass es Speichel mit weiteren Erregern absondere. Danach sollte die Wunde sorgfältig desinfiziert werden.
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