Anika Dreher ist Kandidatin für das Amt der Hohenloher Weinkönigin
Pfedelbach - Bei der Wahl der neuen Hohenloher Weinkönigin am 14. August ist die 19-Jährige eine der drei Kandidatinnen. Vor einem Jahr hat sie die Ausbildung zur Zimmerin abgeschlossen. Seither arbeitet Anika Dreher im Unternehmen ihrer Eltern mit: Im Wirtshaus Löwen in Pfedelbach-Harsberg sowie im dazugehörigen Wein- und Obstbau.

Pfedelbach - „Ich bin nicht typisch“, sagt Anika Dreher und lacht. Aber was ist schon typisch? Da ist zunächst einmal ihr Ausbildungsberuf. Sie hat Zimmerer gelernt, oder, in der weiblichen Form, Zimmerin. Zimmermann: Das ist, Gleichberechtigung hin oder her, noch immer ein Männerberuf.
Aber Anika Dreher hat sich über die Vorurteile hinweg gesetzt und den Beruf erlernt, den sie lernen wollte. Körperlich anstrengend sei diese Arbeit, sagt Anika Dreher, aber die Anstrengung habe auch etwas Gutes: „Man entwickelt Ehrgeiz und starken Willen.“ Bei der Wahl der neuen Hohenloher Weinkönigin am 14. August ist die 19-Jährige eine der drei Kandidatinnen. Vor einem Jahr hat sie die Ausbildung zur Zimmerin abgeschlossen. Seither arbeitet Anika Dreher im Unternehmen ihrer Eltern mit: Im Wirtshaus Löwen in Pfedelbach-Harsberg sowie im dazugehörigen Wein- und Obstbau. Im elterlichen Betrieb wird buchstäblich jede helfende Hand gebraucht. „Das ist ein klassischer Familienbetrieb, seit 100 Jahren“, sagt Anika Dreher. Da schwingt auch ein bisschen Stolz in der Stimme mit. Von den insgesamt vier Kindern ist sie die Zweitjüngste.
Kurzurlaub zuhause
Von klein auf war der Bezug zum Weinbau gegeben. „Das gehört für mich schon immer dazu.“ Auf dem Bulldog mitfahren, im Wengert oder auf dem Baumstück arbeiten - sie kennt es nicht anders. „Das Geschäft geht einem daheim nicht aus.“ Sie formuliert das nicht als Klage. Es ist lediglich eine Feststellung. Wenn sie sich selbst beschreiben müsste, dann würde sie über sich sagen: „Ich bin nicht das Mädchen, das immer Rosa trägt.“
Rosa Kleidchen mag sie also nicht. Wohl aber ein rotes Motorrad: Eine dunkelrote Suzuki GSR 600 ist ihr ganzer Stolz. Das Schöne am Motorradfahren sei die Unabhängigkeit. „Da ich oft auch unter der Woche fahre, fahre ich meist alleine.“ Aber manchmal ist auch eine Tour mit Kumpels drin. „Mein Motorrad wartet immer auf mich“, sagt sie. Einfach losdüsen, das ist es, was ihr gefällt. Noch dazu in der schönen Hohenloher Landschaft. „Das ist wie Urlaub. Da kann ich abschalten.“ Das Motorrad-Hobby beinhaltet auch ein reges Interesse für Motorsport, Motorradrennen und Formel I. „Aber selber Rennen fahren - nein, lieber nicht. Das erfordert jahrelanges Training und ich habe auch Verantwortung daheim.“
Wer in einem Weinbaubetrieb arbeitet, kennt sich mit Wein aus. Mitunter trinkt Anika Dreher einen Weißen. Aber das sei selten. Denn sie sei ja zum Arbeiten in der Gaststätte. Das Amt einer Weinhoheit könne den Tourismus voranbringen, betont sie. Und sie selbst freut sich darauf, ihre Heimat Hohenlohe noch näher kennenzulernen. „Ich freue mich auf das, was kommt.“
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