Weihnachtsmänner auf ihren coolen Mofas
Schon zum zweiten Mal drehen die Mitglieder von "Two Stroke Proles" ihre Runde. Von Öhringen geht es in die Teilorte. Ziel: Den Menschen trotz Corona ein Lächeln ins Gesicht zaubern.

Es duftet ein bisschen nach Lebkuchen, Glühwein, aber es mischt sich auch Benzin und Zweitaktöl dazu, wenn die Weihnachtsmänner auf ihren Mofas durch die Öhringer Innenstadt tuckern. An Heiligabend haben sie sich zum zweiten Mal auf ihre große Tour gemacht.
Nachdem sie im vergangenen Jahr bemerkten, wie viel Freude sie den Menschen mit ihrem Anblick machten, haben sie sich um 14 Uhr an Heiligabend erneut getroffen, ihre Weihnachtsmannkostüme und vor allem ihre Kutten übergeworfen und sich auf eine ausgedehnte Öhringen-Runde gemacht, die von der Innenstadt auf die Büttelbronner Höhe, nach Cappel und Pfedelbach führte. Und weil den Mofa fahrenden Weihnachtsmännern das Lächeln im Gesicht der Menschen nicht reichte, hatten sie noch Süßigkeiten für die Kinder dabei. "Vieles davon haben wir gespendet bekommen", berichtet Rico Holdt.
Ost-Mofa wie das vom Opa
Er fährt das wohl älteste Mofa der zehnköpfigen Truppe, eine Simson sr2 Essi, ein Mofa, das 1959 im Osten gebaut wurde. Wie er zu dem Zweirad kam, das ist eine schöne Geschichte: "Als ich klein war, da war ich oft bei meinen Großeltern in Dresden. Mein Opa hatte die Simson sr2. Mit der durfte ich - ohne Führerschein - auf dem Grundstück hin und her fahren." Als er ein altes Mofa suchte, da fiel ihm tatsächlich so eine Simson in die Finger. Mit gerade einmal 590 gefahrenen Kilometern und vor allem auch so maronbraun wie die vom Opa. "Alles original, sogar der Fahrzeugschein ist noch der erste", berichtet Rico Holdt. Außer der Simson SR2 hat er noch eine Simson Star und eine Schwalbe. In der Gruppe sind weitere Raritäten zu bewundern, unter anderem eine Zündapp Bergsteiger aus den 1960er Jahren, aber auch Herkules wird gefahren.
Zehn Zweitakt-Fans
Die zehn Zweitakt-Fans im Alter zwischen Ende 20 und Anfang 40 treffen sich seit etwa fünf Jahren regelmäßig zum Schrauben und zum Fahren. Die Jahresend-Ausfahrt führte nach Haßmersheim. Die 50 Kilometer einfach dauern mit den Oldies schon so einen Tag. "Da sind wir am Ziel dann eingekehrt und am nächsten Tag ging es zurück", beschreibt Rico Holdt die Tour. Gefahren wird bei solchen Gelegenheiten die touristische Variante. "Da sucht unser Präsident, der Fabian Schumacher, dann immer eine schöne Route abseits vielbefahrener Straßen aus."
Und wie kam die Idee für die Runden an Heiligabend? "Tatsächlich haben wir uns das letztes Jahr ausgedacht, um in der Corona-Zeit den Menschen ein wenig Freude zu machen", erinnert sich Holdt. "Als wir jetzt Bilder gemacht haben, da haben uns die Menschen zugewunken und gefragt, wann wir wieder unsere Runde drehen", freut er sich, nachhaltig in Erinnerung geblieben zu sein.
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