Alte Sparkasse auf 100 Lastwagen verfrachtet
Öhringen - Das Bankgebäude ist komplett verschwunden. Schon im Januar soll das Fundament für den Neubau gelegt werden.
Öhringen - Tief gräbt sich die Baggerschaufel in den Schutt. Wenige Sekunde später prasseln Ziegel, Betonteile und Erde auf die Ladefläche eines Lastwagens. Der Kipplader ist der letzte von 100 Lkw, der seit Beginn des Sparkassen-Abbruchs im Oktober die Baustelle verlässt. Anschließend rollt der Baggerführer in die Baugrube hinunter und schaufelt die Rampe hinter sich weg. Die nächsten Tage wird er nur hier unten verbringen.
Grundsteinlegung
„Wir sind voll im Plan“, sagt Architekt Ulrich Schimmel, den die Sparkasse mit dem Neubau ihres Bankgebäudes am Öhringer Hafenmarkt beauftragt hat. Noch vor Weihnachten soll die Baugrube komplett hergerichtet und mit einem festen Bauzaun versehen werden. Mit dem Rohbau will man im Januar beginnen, erstmals gefeiert wird am 30. März. An diesem Tag soll in einem symbolischen Akt der Grundstein gelegt werden. Fundament und Wände im Untergeschoss werden da schon stehen.
Obwohl von der alten Sparkasse zuletzt kaum noch etwas zu sehen war, gab es allerhand zu tun. Unter heftigen Erschütterungen der gesamten Nachbarschaft wurden Stahlträger in den Boden getrieben und später mit Kanthölzern verbunden. Der Hohlraum hinter diesem Verbau wurde mit Sand und Zement aufgefüllt, damit die umliegenden Straßen nicht abrutschen. Auch das Nachbargebäude, in dem ein Raumausstatter logiert, haben die Arbeiter gesichert. Sie pumpten einige Kubikmeter Beton in die Grube.
In der neuen Sparkasse wird einiges anders. Ein zweites Untergeschoss, das bisher Heizung und Öllager beherbergte, ist nicht mehr nötig. Es wurde verfüllt. Einen großen Tresorraum braucht heutzutage auch niemand mehr, erläutert der Architekt. Weil die Anordnung von Räumen und Technik deutlich effizienter wird, kommt die neue Sparkasse mit einer geringeren Höhe aus. Knapp 15 Meter wird sich das Gebäude über die Öhringer Bahnhofstraße erheben.
Meißel verstummt
Der Meißel, der in den vergangenen Tagen mit ohrenbetäubendem Lärm die alten Betonfundamente aufgebrochen hat, ist Ende letzter Woche verstummt. Die Arbeit ist erledigt. „Das war echt furchtbar laut. Wenn das Ding loslegte, hat der ganze Boden vibriert, sagt ein Rentner, der das Geschehen auf der Baustelle seit Wochen verfolgt. Manchmal sei der Lärm schwer zu ertragen gewesen, meint der Öhringer, fügt aber hinzu: „Man konnte sich schlecht losreißen. Ist halt doch ein nettes Spektakel.“

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