Ära Modehaus Burkardt ging am Samstag zu Ende
Öhringen - Schnäppchenjäger kamen am allerletzten Öffnungstag des Öhringer Modehauses Burkardt voll auf ihre Kosten.

Öhringen - Socken zu zwei Euro, Krawatten für sechs Euro, Shirts für vier Euro, Winterjacken für zehn Euro: Schnäppchenjäger kamen am allerletzten Öffnungstag des Öhringer Modehauses Burkardt voll auf ihre Kosten. Hohe Kleiderberge türmten sich auf den Armen der Kunden vor der Kasse. Die Schlange endete oft erst draußen vor der Türe, auf der Straße. Dort stand nur noch ein letzter Kleiderständer mit Super-Schnäppchen. Die drei Kartons mit Kleiderbügeln und anderen Kleinigkeiten waren schon am frühen Vormittag gänzlich leer.
Wenig ausräumen
Leer waren auch bereits die meisten Regale im Modehaus Burkardt. Der Keller mit der jungen Mode ist schon seit längerem leergekauft. Im ersten Stock, ehemals der Damenmode vorbehalten, hingen nur noch wenigen Blusen, dazu kamen Herrenhosen, Herrensakkos und Winterjacken, die früher im zweiten Stock zu finden waren. Im Erdgeschoss lockten noch einige Ständer mit Pullis, einige Regale mit Hemden und Krawatten die Kunden.
„Wir werden heute Abend nicht mehr viel zum Aufräumen haben“, ist Gerhard Meyer zuversichtlich, dem Wort Räumung gerecht zu werden. „Und was dann tatsächlich noch übrig ist, das kommt in Kartons, die ich am Montag in das Crailsheimer Modehaus fahre“, sagt Meyer. Die Crailsheimer Filiale schließt erst zum 31. Januar.
Doch viel aus Öhringen wird dort nicht zu kaufen sein. „Die letzten Wochen war sehr viel los“, sagt Meyer, der die vergangenen vier Monate seine Rente unterbrach, um den Räumungsverkauf zu begleiten. Unterstützt von fünf Verkäuferinnen, bewältigte er den Ansturm der Schnäppchenjäger. „Es sind vor allem noch einmal Stammkunden gekommen“, freut sich Gerhard Meyer über viele schöne Kundenkontakte in den vergangenen Tagen. „Und wir hatten immer viele treue Kunden aus dem ganzen Umland.“

Fündig geworden Statt in Kelleratmosphäre kauften die Kunden am Samstag nun in Baustellenatmosphäre. Undekorierte Schaufensterpuppen, Kartons und leere Regale aber beeinträchtigten das Kaufverhalten nicht.
„Ich suche noch ein Schnäppchen, ein Shirt oder eine Hose“, sagt die 21-jährige Ute Hartmann aus Windischenbach. Sie war die vergangenen Wochen immer wieder mal da. Und hat auch „immer wieder mal was gefunden.“
Fündig wurde auch Udo Bär aus Bretzfeld. Er hat seine Kleider in den vergangenen Jahren immer bei Burkardt gekauft. Jetzt hat er eine Krawatte gefunden, schaut sich noch die Sakkos an. „Ich bin offen für alles“, sagt Udo Bär. „Und dann muss man sehen, was kommt.“
Modehaus Burkardt
1972 öffnete das Modehaus Burkardt als erste Filliale des 1881 von Carl Burkardt in Crailsheim gegründeten Textilgeschäftes in Öhringen. Von 1972 bis 2009 hat Gerhard Meyer die Geschicke des Modehauses Burkardt geleitet. Nun hat er für vier Monate seine Rente unterbrochen, um den Räumungsverkauf zu begleiten. Am Samstag, 16 Uhr, endete die Ära Modehaus Burkardt in Öhringen.
Neubeginn
Die Handwerker haben schon die ersten Räume in Beschlag genommen. Nahtlos wird es im Modehaus Burkardt weiter gehen, die Marktstraße bleibt Modemeile. Diana Rossmann vom gegenüberliegenden Modehaus Rossman & Woman will schon Anfang März in den Burkardt-Räumen ein Herrenmodehaus samt Teenyladen eröffnen. Café und Weinladen sollen das Angebot abrunden. Das Stammhaus von Rossman & Woman wird zum reinen Damenmodehaus umfunktioniert und gewinnt dadurch an Übersichtlichkeit. Auch dort hat der Räumungsverkauf begonnen. Wie es künftig in den Burkardt-Räumen aussehen wird, lässt Diana Rossmann bei der Baustellen-Öffnung am Pferdemarkt-Sonntag sehen.
Stimme.de
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