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Öhringen

Abtauchen in die Römerzeit

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Seit Dienstag ist die nunmehr dritte Blumenschau auf der Landesgartenschau zu sehen. Floristen bringen die mediterrane Pflanzenwelt in den Schlosskeller.

Von unserem Redakteur Peter Hohl

 

Schon die erste Station zieht Helene Markfort in den Bann. „Das ist eine tolle Idee“, lobt sie die filigranen Kreationen aus Draht, Zweigen, Blüten und Früchten, die sich wie zarte, farbige Schilde vor dem hellen Hintergrund skizzierter Schwerter abheben. "Florale Verteidigung" lautet beziehungsreich der Titel.

Seit Dienstag ist die nunmehr dritte Blumenschau im Schlosskeller zu sehen. Sie steht unter der Überschrift "Römerzeit - Mediterrane Flora im Gewölbe am Limes" und kann bis einschließlich 5. Juni besichtigt werden. Anschließend lautet das Motto vom 7. bis 19. Juni: "Fürstliches Tafeln".

Helene Markfort gehört an diesem Dienstagmorgen zu den ersten Besuchern der neuen Blumenschau. Die Bremerin ist bei ihrer Schulfreundin Ingeborg Jäger zu Besuch in der alten Heimat Heilbronn. Gemeinsam besuchen sie die Landesgartenschau. Wie ist der erste Eindruck inmitten der frischen Blütenpracht im Schlosskeller? "Wunderbar."

Motto

Das Motto "Römerzeit" interpretieren die Floristen frei und frech, mal prunkvoll überbordend in der Fülle der Farben, mal reduziert auf wenige aussagekräftige Elemente. Ihr Blick richtet sich dabei nicht nur in die Vergangenheit des römischen Weltreiches - was bei einer Gartenschau mit dem Motto "Der Limes blüht auf" unvermeidlich ist -, sondern auch in die Gegenwart.

So begegnet den beiden Besucherinnen gleich nach der floralen Machtdemonstration von Schwert und Schild eine Schale, in der drei Blütenkugeln in den italienischen Nationalfarben Grün, Weiß und Rot gemeinsam mit einem Fußball liegen. Das Thema lautet: "Typisch italienisch". Gleich gegenüber hat der Römertopf die Fantasie der Floristen beflügelt. "Der war vor 50 Jahren in", weiß Ingeborg Jäger, "heute gibt es den Thermomix."

Das lange Gewölbe des ehemaligen Weinkellers wird im Westen begrenzt von einer symbolischen römischen Tempelanlage mit zwei übermannshohen Blumensäulen und im Osten von einem grazilen Ehrenhain unter einem weit ausladenden Lorbeerkranz.

Im weiten Raum dazwischen variieren die Floristen unter der Überschrift "Amphoren und Pokale" das Thema der Fülle und Opulenz des römischen Reiches. Schiere Farbbomben blühender Vielfalt in prunkvollen Vasen stehen hier neben betont bescheidenen Arrangements, wie etwa sattgrüner Rosmarin in einem Pflanzkübel, den ein einfacher Jutesack umhüllt.

Die Fülle der Farben und Formen sowie die handwerkliche Kunst der Floristen entlocken nicht nur den beiden Damen aus Heilbronn immer wieder spontane Äußerungen der Bewunderung, die durch das weite Gewölbe schallen. Dazu erfüllt der Duft tausender frischer Blüten den gut 400 Jahre alten Schlosskeller.

Am östlichen Ende des langen Kellergewölbes angelangt, betasten Helene Markfort und Ingeborg Jäger die Grazien unterm Lorbeerkranz. Wie hat ihnen die Blumenschau gefallen? Da müssen die beiden nicht lange überlegen. "Das ist schon beeindruckend", sagt Markfort. Jäger setzt noch einen drauf: "Es ist fantastisch."

 

 
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