Ehefrau mit 15 Messerstichen in Künzelsau getötet? Prozessauftakt mit Motiv-Details
Ein Mann soll in Künzelsau 15 Mal mit einem Küchenmesser auf seine Frau eingestochen haben. Die Anklage wirft ihm Mord vor. Beim Prozessauftakt am Landgericht Heilbronn ging es auch um Eifersucht.
Mit einem 25 Zentimeter langen Küchenmesser soll der angeklagte Christos V. an einem Septemberabend in Künzelsau seiner Frau 15 Schnittwunden zugefügt haben. So schildert es Staatsanwalt Joachim Müller-Kapteina. Der Staatsanwalt nennt Details, die ein schreckliches Bild vom Tatort deutlich werden lassen.
Ehefrau in Künzelsau getötet? Mann soll mit Messer 15 Mal eingestochen haben
Einige der Wunden seien derart schwer gewesen, dass die Frau noch während der Tat verstorben sein muss.Laut Anklage habe das Paar, beide haben griechische Wurzeln, am Abend des 12. September auf dem Balkon gesessen und miteinander gesprochen. Dabei sei erheblich Alkohol konsumiert worden, von einer halben Flasche Whisky, die allein der Angeklagte getrunken haben soll, ist die Rede.
Tathintergrund soll eine sexuelle Beziehung der Ehefrau gewesen sein, die sie ihrem Mann an diesem Abend auf dessen konkrete Nachfrage hin gestanden haben soll. Laut Anklageschrift soll es sogar mehrere sexuelle Beziehungen zu jüngeren Männern gegeben haben. Die Tat selbst schildert die Anklage so, dass die Getötete ihren gut zehn Jahre älteren Mann noch gefragt habe, wie es denn jetzt weitergehen solle. Dieser habe dann ein Messer gegriffen und in „unbedingter Tötungsabsicht“ und „in Wut“ 15 Mal auf seine Frau eingestochen.
Aus Eifersucht auf Ehefrau in Künzelsau eingestochen? Angeklagter äußert sich nicht persönlich
Der Angeklagte selbst will sich zur Tat nicht persönlich äußern. Das ist sein gutes Recht. Seine Verteidigerin Diana Lang verliest stattdessen eine abschließende Erklärung: Ja, gibt er durch ihren Mund zu, er habe seine Frau erstochen. Allerdings habe sich insbesondere die Motivlage anders dargestellt als es die Anklage vorgetragen habe. Die Anklage plädiert auf Mord, nennt „niedere Beweggründe“ als Mordmerkmal. Er ist geständig – „allerdings nicht im Sinne der Anklage“, verliest Lang.

Die Getötete habe auf konkrete Frage ihres Mandanten an diesem Abend eine Affäre zugegeben, tiefergehende Fragen wollte sie nicht beantworten. Damit sei für den 61-jährigen der Lebenstraum zusammengebrochen: „Die Rente und der gemeinsame Lebensabend in Griechenland waren doch schon fast greifbar“. Als er in die Küche ging, um Eis für seinen Whisky zu holen, sei seine Frau ihm gefolgt und habe ihm ihrerseits Vorwürfe gemacht: Er tue nichts für die Beziehung, habe einen Bauch bekommen und habe auch sexuell nachgelassen.
Mit Messer auf Ehefrau eingestochen? Tat soll laut Angeklagtem „ungeplant“ gewesen sein
Mit 61 habe sei er einfach zu alt für sie und so habe sie sich ihr Leben nicht vorgestellt, zitiert die Verteidigerin. Die Frau habe fast erleichtert gewirkt, für ihn sei die Hoffnung verloren gegangen. Als die Ehefrau dann gefragt habe, ob er sie jetzt umbringen wolle, habe er ein herumliegendes Messer genommen und auf sie eingestochen.
„Ungeplant“ sei die Tat gewesen, in Y. sei in diesem Moment jede Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft geplatzt. „Er kann sich das nicht erklären“, Enttäuschung und Verzweiflung seien die vorherrschenden Beweggründe gewesen. Ob er 15 Mal zugestochen habe? Daran könne er sich nicht erinnern. Er erinnert sich noch, dass er sich selbst umbringen wollte, habe Alkohol mit Schmerzmitteln zu sich genommen und mit einem Cuttermesser geschnitten.
Prozessauftakt wegen toter Ehefrau aus Künzelsau: Suizidversuche des Angeklagten?
Er könne mit der Schuld nicht leben, liest die Verteidigerin vor, habe mehrere Suizidversuche unternommen. „Er ist sich bewusst, dass er sich das Liebste, den Kindern die Mutter und auch teils den Vater genommen habe“, schließt sie.
Richter Dr. Martin Liebich beschäftigt intensiv mit der gesundheitlichen Vorgeschichte des Angeklagten, der an einer unheilbaren Krankheit leidet und seit einem Aneurysma vor über zehn Jahren ständig Medikamente einnimmt, unter anderem nehme er „Aufheller“. An Suizidversuche erinnert er sich im Saal nicht mehr.
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