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Protest gegen Mercosur-Deal erreicht Heilbronn und Hohenlohe – Bauern schlagen Alarm

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Der Protest gegen das Freihandelsabkommen Mercosur erreicht die Region: Vertreter haben unter anderem im Raum Heilbronn und im Hohenlohekreis demonstriert. Vielerorts kritisieren die Bauern ungleiche Produktionsstandards in Ländern.


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Der Protest gegen das geplante Mercosur-Freihandelsabkommen hat nun auch die Region erreicht. Am Montagmorgen, 12. Januar, beteiligten sich auch Landwirte aus Hohenlohe mit Demonstrationen. Mit rund 18 Traktoren waren sie auf der Autobahn unterwegs gewesen, berichtet Melanie Bräuninger vom Zweiflinger Milchviehbetrieb.

Protest gegen Freihandelsabkommen zwischen EU und Mercosur-Ländern

Hintergrund der Proteste ist das Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay. Eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten hat dem Vertrag bereits zugestimmt, die Unterzeichnung steht bevor. Landwirte warnen jedoch vor gravierenden Folgen in Folge des Deals.

So müssten besonders in Deutschland Bauern strenge Auflagen und Kontrollen erfüllen, während Produkte aus den Mercosur-Staaten unter deutlich niedrigeren Standards und zu wesentlich geringeren Kosten erzeugt würden, befürchtet der Bauernverband.

Bauern aus Heilbronn und Hohenlohe befürchten Nachteile durch Mercosur-Deal

Durch das Abkommen komme vermehrt Ware auf den europäischen Markt, die unter ungleichen Bedingungen erzeugt wird, ergänzt auch Florian Petschl vom Kreisbauernverband Heilbronn-Ludwigsburg. Als Beispiele nennt er den Platz pro Tier, die eingesetzten Präparate und die Kontrollen. „Wenn wir auf demselben Markt konkurrieren, sollten wir auf dem gleichen Niveau sein“, so der Halter von Schweinen und Geflügel aus Marbach.

Ähnlich argumentiert Lorenz Weibler, der in Bretzfeld Rinder hält: „Freihandel bringt grundsätzlich voran“, sagt er, doch vor dem Hintergrund günstigerer Produktionsfaktoren in den Mercosur-Ländern seien die Auflagen hierzulande einfach zu hoch. Längerfristig, schätzt Lorenz Weibler, könnte der Deal dazu führen, dass die Erzeugerpreise in Deutschland weiter auf Sinkflug gehen. Heimische Erzeugnisse seien preislich nicht mehr konkurrenzfähig, sagt Melanie Bräuninger. „Unsere Milch und unser Fleisch können wir zu diesen Preisen nicht mehr verkaufen.“

Vielerorts, so wie in Niedersachsen, demonstrieren Landwirte gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen. Auch Vertreter aus Hohenlohe protestierten am Montag.
Foto: dpa/Butt
Vielerorts, so wie in Niedersachsen, demonstrieren Landwirte gegen das Mercosur-Freihandelsabkommen. Auch Vertreter aus Hohenlohe protestierten am Montag. Foto: dpa/Butt  Foto: Christian Butt

Landwirte aus der Region fürchten um ihre Existenz

Unter Landwirten herrsche große Verunsicherung, sagt die Landwirtin. Viele Betriebe hätten in den vergangenen Jahren hohe Investitionen getätigt. „Daran hängen ganze Existenzen“, sagt Bräuninger. Die Angst sei groß, dass diese Investitionen sich nicht mehr tragen lassen. Für zahlreiche Betriebe, die ohnehin wirtschaftlich unter Druck stünden, bedeute das das Aus.

Von ihren Mitstreitern wünscht sie sich Bräuninger noch entschlosseneren Widerstand. „Wir sind zu anständig“, sagt sie und verweist auf deutlich härtere Protestformen von Landwirten in Frankreich. Zugleich richtet sie einen Appell an die Bundesregierung sowie an landwirtschaftliche Interessenverbände, sich gegen das Abkommen zu positionieren.

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