Marlach, wie es singt und lacht – Dorffasching mit buntem Programm
Marlacher Dorffasching hat hochklassige Musik, ein reizendes Männerballett und eine skurrile Preisverleihung im Programm.

Auch in Marlach wird am Samstag kräftig Fasching gefeiert. Nach der Begrüßung sind als erste die örtlichen Jazz-Mädels, trainiert von Jenny Zürn, an der Reihe. Die Fuchsjagarde, die am selben Abend bereits in Westernhausen aufgetreten ist, klatscht den Jazz-Mädels Beifall. Die Jazz-Mädels machen noch eine Zugabe zu dem Lied „Unten gute Laune, oben gute Laune, vorne gute Laune“ von den Großstadtengeln, dann kommt die Garde und heizt die gute Stimmung weiter an.
Danach ist das Marlacher Männerballett dran. Laut Thorsten Schönbein, der mit Manuel Walz durchs Programm führt, haben die Jungs die Halle im Jahr davor zum Beben gebracht. Dieses Jahr haben sie sich das wieder vorgenommen. Zu „Verlieben, verloren, vergessen, verzeih’n“ von Wolfgang Petry schwingen sie sowohl das Tanzbein als auch ihre pink-weiß farbigen Puschel. „Und? Was meint Ihr? Hen se sich übertroffe?“, fragt Thorsten in den Saal. Tosender Applaus. „Das Outfit wird auf jeden Fall jedes Jahr spärlicher“, stellt Schönbein grinsend fest. Denn: das Männerballett tanzt bauchfrei. Auch in Marlach gibt es die drei Raketenstufen der Stimmungsrakete. Und die bekommen die Marlacher Jungs auch völlig zu Recht. Die Tänzer bedanken sich bei ihrer Trainerin Nadine Walz für ihre Geduld mit dem „undisziplinierter Haufen“ bei den Proben für diesen Auftritt. Und bei Anja Pfisterer, sie hat die Kostüme genäht. Darauf ein kräftiges „Morli Helau“.
Wie eine Lampe aus den 70ern plötzlich todschick wird
Die Schautanzgruppe Osterburken stellt wie in einem Musical und mit einem riesigen Ensemble dar, wie man sich einen Restaurantstern ergattert und was das mit Lieferando und einer Duplo-Praline zu tun hat. In der Programmpause spielt dann die Cover-Band Jimby Jones and the Lizards of Love Partymusik. Die Tanzfläche ist voller Tanz- und Feierwilliger.
Darunter auch Diana Krüger mit ihren beiden Freundinnen. Diana hat eine hier einmalige Verkleidung. Sie hat das Lied „Wär ich ein Möbelstück, dann wär ich eine Lampe aus den 70ern“(Wackelkontakt) von Oimar wörtlich genommen. Auf einem Bauhelm hat sie tatsächlich einen Lampenschirm aus den 70ern montiert. Da die Lampe ständig an ist, ist eine Sonnenbrille unverzichtbar.
Mark Botsch, 17, aus Öhringen, der gerade seine Ausbildung zum Elektroniker absolviert, übernimmt plötzlich aus dem Publikum die Gitarre und rockt zu „Summer of 69“, als würde er das schon 30 Jahre machen. Zum Abschluss gibt es ein High Five von Sänger Danny
Danach geht es weiter mit dem Fettnäpfles-Preis. „Diese Auszeichnung wird verliehen an Leute, die im vergangenen Jahr eine Kleinigkeit verbockt haben“, erklären die Moderatoren. Freiwillige gibt es keine, also wird aufgerufen: „Friedhelm, komm halt emol her.“ Friedhelm hat sowohl den Hund als auch den Autoschlüssel im Auto vergessen. „Und der Hund hat ja au net uffgmacht.“ Jedenfalls gab es eine zweistündige Ersatzschlüsselbesorgungsaktion, die einige Beteiligten nicht so schnell vergessen werden.
Wer den Morlicher Hexen entkommen will, der muss mit ihnen tanzen
Dann kommen die Hexen aus Marlach unter der Leitung von Miriam Hettinger an die Reihe. Sie tragen Masken und lassen sich auch später nicht identifizieren. Bei jedem Namen streckt jede die Hand. Kein Wunder, sie haben an diesem Abend ja auch die Marlacher Prominenz in ihren Hexenwagen gesperrt. Befreien können die sich nur mit einem Bauchtanz. Also tanzen sich der Bürgermeister von Schöntal, Joachim Scholz, und Ortsvorsteher Michael Reibel frei.
Dann gibt es noch mal einen Männertanzauftritt in verschiedenfarbigen Röcken: die „Ranzengarde“, die von Heike Amon trainiert wird und die auch mühevoll drei kleine Menschen-Pyramiden einstudiert hat. Die Tänzerinnen der Schautanzgruppe Merchingen erscheinen zuerst als Zombi-Marionetten auf der Bühne. Im zweiten Teil mutieren sie zu einer Garde in pinkfarbenen Röckchen.
Dann gibt es wieder Musik mit Jimby Jones and the Lizards of Love, und zwar open end. Die hört sogar Prominenz undercover gerne: Timo Pfeiffer von der Coverband Keep alive ist heute als Obelix verkleidet.
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