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Logistikzentrum bei Neu-Kupfer kann gebaut werden

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Der Streit um die 28.0000 Quadratmeter große Halle eines Hamburger Investors hat ein Ende: Der Kupferzeller Gemeinderat stimmte hauchdünn einem Kompromiss zu.

von Christian Nick
Lange wurde heftig darum gerungen – nun ist klar: Der 28 000 Quadratmeter große Logistiktrakt, wo sich später wohl eine Spedition ansiedeln soll, wird ab Frühjahr 2025 errichtet.
Visualisierung: Garbe
Lange wurde heftig darum gerungen – nun ist klar: Der 28 000 Quadratmeter große Logistiktrakt, wo sich später wohl eine Spedition ansiedeln soll, wird ab Frühjahr 2025 errichtet. Visualisierung: Garbe  Foto: privat

Bereits zweimal hatte es im örtlichen Gemeinderat für Knatsch und Unmutsbekundungen gesorgt: das rund 28.000 Quadratmeter große Logistikzentrum, das der Hamburger Investor Garbe im Gewerbegebiet „Greut“ bei Neu-Kupfer plant.

Zuerst störten sich die Kommunalpolitiker an der schieren Größe des Trakts, der später vom Projektierer – wohl an eine Spedition – vermietet werden soll, prognostizierten drohende Verkehrsprobleme und erteilten erforderlichen Befreiungen vom Bebauungsplan eine Absage. Vor rund zwei Monaten wiederholte sich das Spiel: Die Kupferzeller Ratsmitglieder verweigern dem Hamburger Investor erneut eine wichtige Bebauungsplan-Befreiung (wir berichteten).

Dritte Runde zum Logistikzentrum im Kupferzeller Rat

In der jüngsten Ratssitzung stand nun Runde drei ins Haus – der Showdown. Die Gretchenfrage: Soll man das Angebot des Immobilieninvestors akzeptieren – oder weiter planungsrechtlich auf die Bremse drücken? Die in Rede stehende Offerte aus Hamburg lautete wie folgt: Bei der Gestaltung des Gebäudes werde man nicht die laut Bebauungsplan maximal zulässige Höhe ausschöpfen, sondern die Halle lediglich 14  Meter hoch bauen – und damit neun Meter weniger als möglich.

Im Gegenzug sollte der Rat unter anderem der Befreiung des Planers von der sogenannten Grundflächenzahl Zwei sowie weiteren Ausnahmen vom gültigen Bebauungsplan zustimmen. Damit würde die Logistikhalle dann rund 4000 Quadratmeter größer als vor Ort rechnerisch eigentlich möglich – eben die am Texteinstieg genannten rund 28 000 Quadratmeter Gesamtfläche.

Die möglichen Konsequenzen: Wenn die Räte ihr Plazet verweigern, könne das Landratsamt, wie Bürgermeister Christoph Spieles auf Stimme-Nachfrage erklärte, den Bauantrag nicht genehmigen. Allerdings – so interpretierte es der ein oder andere hinter vorgehaltener Hand – wurde der Kommune die Pistole auf die Brust gesetzt: Entweder man stimme dem besagten Deal zu oder das Unternehmen verzichte auf die Befreiungen hinsichtlich mehr Länge und Breite – und reize dafür die volle Höhe des Bebauungsplans aus.

Am Ende steht äußerst knappes Votum der Kupferzeller Räte

Und genau davor fürchteten sich die meisten Anwohner im Ort, wie etwa Rolf Stirn nochmals erläuterte: „Ich habe viele Gespräche geführt. Und aus denen ging klar hervor, dass es den Leuten wichtig ist, dass das Gebäude nicht allzu sehr in die Höhe geht“, führte der scheidende FWV-Rat aus. „Sie können mit den jetzigen Ausmaßen leben.“

Auch Tobias Härterich (UWG) plädierte für ein Okay des Rats: „Wenn wir ablehnen, bauen sie nach dem Bebauungsplan – und dann wird es höher.“ Ratskollege Joachim Deitigsmann (FWV) wurde indes grundsätzlich: „Mich wundert das Ganze hier ein bisschen.“ Schließlich habe der Rat die geforderten Befreiungen bereits verweigert. „Macht man das dann so, dass man es so lange ins Gremium bringt, bis der Gemeinderat zustimmt“? Er fürchte, so erklärte der FWV-Mann, dass mit den Ausnahmen und der Schönrechnerei in Sachen Grundflächenzahl womöglich Präzedenzfälle geschaffen würden.

Man erlaube bei anderen Projekten ebenfalls Ausnahmen hinsichtlich der Grundflächenzahl, betonte Rathauschef Christoph Spieles. Der Ortschaftsrat habe den Plänen zugestimmt – und die Baurechtsbehörde signalisiert, „dass man das vertreten kann“. Die Entscheidung fiel denkbar knapp aus, als es dann zum Schwur kam. Ganze elf Räte enthielten sich, fünf stimmten gegen die Befreiungen – und damit kontra den Deal – und sechs dafür. Damit kann die Logistikhalle in der vorgestellten Weise nun errichtet werden. Rathauschef Spieles rechnet damit, dass noch im Sommer die Genehmigung erteilt und im Frühjahr 2025 begonnen wird.

„Mich wundert dasGanze ein bisschen.“Joachim Deitigsmann (FWV)„Die Leute können mit den Ausmaßen leben.“Rolf Stirn (FWV)

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