Neuer Stadtwein reift im Keller
Lese im Laga-Wengert verspricht guten Jahrgang − 500 Flaschen als Gast- und Geburtstags-Präsente

Als Joachim Brand vor den abgeernteten Zeilen des Laga-Weinbergs steht, ist die Arbeit noch lange nicht vollbracht. Die noch namenlose Weinsberger Züchtung "We 94-26-36", die an den Hängen am Ausgang zum Limes-Blick gedeiht, musste notgedrungen bereits vor zwei Wochen eingebracht werden: "Sonst hätten die Fliegen alles aufgefressen", erklärt der Betriebsleiter des Weinguts Fürst Hohenlohe Oehringen.
Dieses Jahr seien die Trauben relativ schnell gereift, dem warmen Spätsommerwetter sei Dank. Außerdem wurde bei der pilzwiderstandsfähigen Sorte auf Pflanzenschutzmittel verzichtet. So stehen zum anberaumten Lagawein-Lese-Termin nur noch zwei Reihen der Sorte"Regent. 15 Helfer packen mit an, so dass die zwei Zeilen im Nu abgeerntet sind.
Weindorf Die Teilnehmerliste liest sich prominent: Oberbürgermeister Thilo Michler, Laga-Chef Erich Herrmann, der Laga-Aufsichtsrat um seinen Vorsitzenden Hartmut Weimann, die Hohenloher Weinhoheiten Isabell Hütter, Verena Heyer und Vorgängerin Annekatrin Gauger, Kraft Prinz zu Hohenlohe-Oehringen, Wilfried Uhlmann von der Weinkellerei Hohenlohe, die Bliemlich Traudel Frank und Sabine Bürger und sogar der Sänger Hansy Vogt gehen am Samstagnachmittag unter die Erntehelfer.
Stadtschultheiß Michler hat eine Überraschung zu verkünden: Stimmungskanone Hansy Vogt, der bereits dieses Jahr das Hohenloher Weindorf auf dem Laga-Gelände moderiert hat, leitet auch nächstes Jahr das Fest, dann wieder auf dem Marktplatz.
Im dritten Jahr stehen die vom Fürstlichen Weingut in Verrenberg betreuten Weinstöcke am Fuße des Cappeler Hornbergs, nun wird zum ersten Mal geerntet. Jungfernwein, wie der Fachmann sagt. Ein kräftiger Rosé wird daraus, vielleicht auch ein Rotwein. Dunkelroter, fast schwarzer Regent gibt dem Cuvée eine satte Farbe und eine kräftige Geschmacksnote.
500 Flaschen werden damit befüllt, nächstes Jahr vielleicht sogar 1500. Der Stadtwein ist nicht zu erwerben: Er wird zu offiziellen Anlässen ausgeschenkt und dient als Präsent für Ehrenbürger, Gäste und Altersjubilare der Großen Kreisstadt. Zwei Wochen wird er vergoren, schließlich ein halbes Jahr gereift, wie bei leichten Weinen üblich.
Geschmackserlebnis Bis dahin heißt es abwarten. Und feiern, wie nach erfolgreicher Lese üblich. Die Stadtwache um Turmbläser Fritz Offenhäuser wirft den Grill an, und erste Tropfen des bereits angegorenen jungen Stadtweins machen die Runde. Es ist ein Geschmackserlebnis, das neugierig macht auf das Endprodukt. Moment mal Seite 23

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