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Landwirtschaft und Lokalgeschichte

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Bei der Zweiflinger Woche im Landkreispavillon ist einiges geboten

Von Torsten Büchele

Das Laga-Ende naht. Fast alle Gemeinden Hohenlohes haben sich im Landkreispavillon dem Publikum präsentiert. Bis kommenden Montag ist Zweiflingen als letzte an der Reihe. Ein Besuch im Landkreispavillon zeigt: Die nach Einwohnern kleinste Gemeinde des Kreises hat mächtig was auf die Beine gestellt.

Obstbau ist in Zweiflingen ein bedeutender Wirtschaftszweig. Hundert Hektar werden alleine mit Äpfeln bewirtschaftet. Gabi Giebler stellt regionale Sorten vor. Den säuerlichen Elstar, den süßen Gala und den neuen Zari gibt es zu probieren. Streuobst-Saft wurde am Morgen frisch in Zweiflingen gepresst und schnell hergefahren, damit’s auch ein echter Zweiflinger ist. Plötzlich schneit eine Schulklasse herein. Lehrerin Siglinde Reitter von der Grundschule Möckmühl weiß: Nichts ist leckerer und gesünderer als ein Apfel in der Großen Pause.

Putenstall Kinder zieht Brigitte Spechts Putenstall in den Bann. Unter der Wärmelampe tummeln sich 20 kleine Küken. Am Vortag geschlüpft, tapsen sie piepsend umher und picken mit dem Schnabel nach allem, was neu ist. In 15 Wochen landen sie als Schnitzel auf dem Teller.

Aus dem Gewimmel heraus sticht eine bunte Gestalt: Andreas Volk trägt die Mode des Rokoko. Der freischaffende Archivar erzählt aus der Geschichte des Teilorts Friedrichsruhe. Dazu repräsentiert er den Verwalter des fürstlichen Jagdschlosses. Ab 1712 wurde es erbaut, nachdem es an gleicher Stelle bereits hundert Jahre lang ein Wildgehege gab. Durch die Anlage von zehn Bauernhöfen entstand um Tiergarten herum, wie der Ort zuerst hieß, eine erste Siedlung. Seit 1760 trägt sie den Namen des Fürsten Johann Friedrich II. von Hohenlohe-Neuenstein-Oehringen. Heute beherbergt Friedrichsruhe 332 Einwohner und besitzt einen 27-Loch- Golfplatz. Das Schloss gehört nun einem prominenten Fabrikanten aus der Region, dient als Luxushotel mit Gourmetrestaurant und Wellness-Ressort.

Was wäre das historische Zweiflingen ohne den Limes? Die Kontur der römischen Grenzanlage kann im Wald zwischen Westernbach und Pfahlbach nachverfolgt werden. Limes-Cicerona Doris Köhler weiß bestens Bescheid: "Der Limes war nicht hermetisch abgeriegelt. Grenzen sind immer Orte der Begegnung." Fast noch mehr als das antike Bauwerk bewundert Köhler die Vielfalt der Zweiflinger Woche. "Es ist eine unglaubliche Buntheit." Ohne das Engagement so vieler Bürger sei das gar nicht möglich: "Alle sind mit viel Herzblut dabei." Doris Köhler ist bereits nach zwei Tagen Auftritt überzeugt: "Zweiflingen hat diese Woche genutzt."

Christbäume Wer aufgepasst hat, kann sein Wissen bei einem Puzzle testen. Auf einer Holztafel werden Themenbilder eingesetzt. Aus Orendelsall kommen Nudeln, Eichach ist bekannt für Pferde. Kathrin und Gabi Cielenga aus Villingen-Schwenningen tun sich schwer. Sie sind ja auch nicht von hier. Nun wissen sie: Bei Pfahlbach wachsen Christbäume. Ob die Schwarzwald-Damen dran denken, wenn in knapp drei Monaten Weihnachten ist?

Dem siebenjährigen Luca von der Grundschule Möckmühl schmecken Gabi Gieblers Äpfel besonders gut. Die Gemeinde Zweiflingen präsentiert sich auf der Landesgartenschau in ihrer ganzen Vielfalt.Foto: Torsten Büchele
Dem siebenjährigen Luca von der Grundschule Möckmühl schmecken Gabi Gieblers Äpfel besonders gut. Die Gemeinde Zweiflingen präsentiert sich auf der Landesgartenschau in ihrer ganzen Vielfalt.Foto: Torsten Büchele
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