Bürstenhaarschnitt und Jutekettenhemd
Die schönsten Römer-Kohorten in der Cappelaue ausgezeichnet

Stramm steht es da, das Begrüßungskomitee am Laga-Eingang unterhalb der Limesplattform. Römische Kohorten trotzen hier seit Monaten Wind und Wetter. Fürchten muss man sich nicht vor den kriegerischen Mannen, denn sie sind aus Holz, Eisen oder auch aus Hasendraht. Gebaut wurden sie von Schülern verschiedener Öhringer Schulen. Die gelungensten Römergrüppchen wurden jetzt mit dem Ziehl-Abegg-Award prämiert. Groß war die Freude bei den Schülern und ihren Rektoren, als Dr. Klaus Weiß, Vorstand von Ziehl-Abegg, die Schecks im Gesamtwert von 5000 Euro überreichte.
Lob
Inmitten der bunten Römertruppen fand die Preisverleihung statt. Worte der Anerkennung gab es von Laga-Geschäftsführerin Annette Stoll-Zeitler, von Ziehl-Abegg Werbeleiter Oliver Dorn und von Dr. Klaus Weiß. "Ich war überrascht. Jede Klasse hat etwas anderes gemacht und dann noch gleich eine ganze Kohorte", zeigte sich der Vorstand von Ziehl-Abegg beeindruckt. Für Weiß ist die Römeraktion eine gute Sache, nicht zuletzt auch um die Kreativität von Kindern und Jugendlichen zu fördern − eine Kreativität, die spätere Ingenieure ja auch beweisen müssten. Angetan zeigte sich der Ziehl-Abegg-Vorstand auch von der Gartenschau. Er hält sie für eine gute Gelegenheit, um ins Gespräch mit den Menschen zu kommen und um sich als attraktiven Arbeitgeber zu präsentieren.
Dass in manch einem Schüler vielleicht wirklich ein künftiger Ingenieur steckt, zeigte der Ideenreichtum der Jugend. Handwerklich besonders versiert präsentieren sich die stattlichen Eisenfiguren der gewerblichen Schüler. Die Römerfiguren der Schillerschüler gefielen auf ganz andere Art. Betreuerin Susanne Baust-Stöhr erläutert: "Den Rüstungsrock haben wir aus Katzenfutterdosen gemacht. Die Kinder haben sie platt geklopft und mit Büroklammern verbunden."
Freude
So viel Einfallsreichtum überzeugte nicht nur die Jury, sondern auch Rektorin Claudia Bohn. "Das ist doch sehr kreativ und es wird dabei auch noch etwas recycled", freut sie sich. Ein echter Hingucker sind auch die Römer der Hungerfeldschüler mit ihren Besenbürsten auf dem Helm. Rektorin Stefanie Klumpp erzählt, dass es bei dem Projekt auch Unterstützung durch die Eltern gegeben habe. Sie hatten die schweren Baumstämme, aus denen die Figuren später entstanden, transportiert.
Zu einem Projekt von Jung und Alt hatten die Schüler der August-Weygang-Gemeinschaftsschule ihre Römerkohorte gemacht. Laura-Marie (14), Julian (15), Kleemens (14) und Madleine (15) erzählen, dass die Schüler die Figuren aus Holz, Hasendraht und Kunststoff gebaut haben. Ums Gewand indes hatten sich ein paar Senioren gekümmert. "Einige Frauen der Öhringer Seniorenheimat konnten wir dafür begeistern, Kettenhemden aus Jute zu häkeln", berichtet Gabriele Hermes. Mit ihrer Kohorte landeten die Schüler auf Platz eins. Die Jugend freut sich über die Auszeichnung. "Ich weiß nun, dass ich was Tolles geschafft hab", sagt Achtklässlerin Madleine. Schulleiter Marcus Mader ergänzt: "Und es ist auch toll, dass Ziehl-Abegg die Arbeit der Kinder honoriert."
Stimme.de
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