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Aus allen Richtungen angereist

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Landesweites Landfrauen-Sterntreffen mit Politprominenz auf der Landesgartenschau

Von Anke Eberle

"Wenn mir e Schtund drommeln, hemm mer Händ wie Glodeggel", lacht Gisela Hartmann von der Landfrauen-Trommelgruppe Alujo aus Sindringen. Das Ensemble eröffnet die Veranstaltung auf der Sparkassenbühne mit traditionellen Stücken aus Guinea und trommelt die rund 1000 aus allen Teilen Baden-Württembergs angereisten Landfrauen zusammen.

Für Moderatorin Elvira Schimanski vom SWR-Studio Heilbronn ist der umjubelte Auftritt ein "Auftakt nach Maß". Das sieht auch Marie-Luise Linckh so, die als neue Präsidentin des Landfrauenverbandes Württemberg-Baden seit rund hundert Tagen im Amt ist. Die Veranstaltung, zu der auch die beiden Landtagsabgeordneten Arnulf Freiherr von Eyb und Dr. Friedrich Bullinger angereist sind, bildet gleichzeitig den Auftakt zum neuen Jahresthema 2016/2017 "Lebenserfahrungen − Schätze des Alter(n)s".

Forderungen Die Landfrauenbewegung nahm in der Region Hohenlohe vor ungefähr hundert Jahren ihren Anfang, als Fürstin Theresia zu Hohenlohe-Waldenburg einen Hausfrauenverein im Bezirk Öhringen gründete. Sie gilt heute als die Pionierin der Landfrauenbewegung in Süddeutschland.

"Ihr Ziel war es, landwirtschaftliche Produkte zu verkaufen", so Marie-Luise Linckh in ihrer Eröffnungsrede. Seit damals habe sich einiges verändert. "Unsere Arbeit ist bunt. Wir möchten mehr Lebensqualität im ländlichen Raum", führt die Präsidentin aus und verweist auf Forderungen, die die Arbeitsgemeinschaft der Landfrauenverbände in Baden-Württemberg zur anstehenden Bundestagswahl verfasst hat. Diese umfassen unter anderem Themen aus den Bereichen Bildung, Familie und Gesundheit. Ein besonderes Anliegen ist hier der Erhalt und die Verbesserung der Lebensqualität im ländlichen Raum durch eine nachhaltige Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik oder aber den zügigen Ausbau der Breitbandversorgung.

Der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, Peter Hauk, betont, dass die Arbeit der Landfrauen nicht antiquiert sei, sondern viel Weiterbildung und Engagement dahinter stecke. "Wir brauchen mehr Regionalität und müssen die Verbraucher überzeugen, regionale Produkte zu kaufen und somit die Landwirtschaft zu stärken und die Kulturlandschaft zu erhalten."

Heimat Der frühere Bauernpfarrer Willi Mönikheim schwärmt vom Hohenloher Land und verfällt in seiner beachteten Rede immer mal wieder in seinen sympathischen Dialekt. "Heimat ist nicht nur ein Wort", stellt er fest. Aber auch die Kultur kommt an diesem Vormittag nicht zu kurz: Die kleinen Sketche der Kabarettgruppe Heckenröslich des Kreislandfrauenverbandes Hohenlohe ernten schallendes Gelächter. Fritz Mitzel aus Bretzfeld singt selbst oder studiert mit dem Publikum mal eben einen Kanon ein.

SWR-Moderatorin Elvira Schimanski im Gespräch mit OB Thilo Michler, der Kreisvorsitzenden Regina Müller und Präsidentin Marie-Luise Linckh (v.l.).Foto: Anke Eberle
SWR-Moderatorin Elvira Schimanski im Gespräch mit OB Thilo Michler, der Kreisvorsitzenden Regina Müller und Präsidentin Marie-Luise Linckh (v.l.).Foto: Anke Eberle
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