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Künzelsau schließt Haushaltsjahr 2023 mit einem 35-Millionen-Euro-Plus 

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Obwohl die Stadt Künzelsau das vergangene Jahr deutlich besser abschließt als erwartet, mahnt der Kämmerer zur Sparsamkeit. Das sind die Gründe für das satte Plus.

Geldsegen auf der einen, ein banger Blick auf die Wirtschaftslage auf der anderen Seite: Das hielt die Künzelsauer Kämmerei für den Gemeinderat bereit.
Geldsegen auf der einen, ein banger Blick auf die Wirtschaftslage auf der anderen Seite: Das hielt die Künzelsauer Kämmerei für den Gemeinderat bereit.  Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Ein sattes Plus unter dem Strich: Das hatte Kämmerer Ulrich Walter dem Haushalt der Stadt Künzelsau für das Jahr 2023 prognostiziert. Ein Ergebnis von 11,4 Millionen Euro wurde deshalb im Haushaltsplan festgeschrieben, den der Gemeinderat am 14. Februar 2023 verabschiedet hat. Nun ist das Jahr offiziell abgerechnet und statt den 11,4 Millionen Euro steht ein Plus von rund 35,8 Millionen. 94,8 Millionen Euro an Erträgen stehen rund 59 Millionen an Aufwendungen gegenüber.

Künzelsauer Ergebnis liegt deutlich über den Erwartungen

„Unser Optimismus hat sich bestätigt“, sagt Walter, der vor fast genau einem Jahr seine Prognose mit einem Nachtragshaushalt auf rund 18 Millionen nach oben korrigiert hatte. Dennoch liegt das Schlussergebnis weit darüber. Kein Grund jedoch für den Kämmerer, wie Disneys Dagobert Duck zum Sprung in den Geldspeicher anzusetzen. Vielmehr mahnt er: „Die wirtschaftliche Lage ist angespannt. Deshalb sollten Sie verantwortungsbewusst mit den Geldern umgehen.“

Kämmerer erläutert, warum das Jahr 2023 besser war als erwartet

Ulrich Walter erörtert, woher das deutlich bessere Ergebnis rührt. Vor allem die Gewerbesteuer fällt um ein Vielfaches höher aus, als im Haushalt 2023 angenommen. Damals war man von 18 Millionen ausgegangen. Mit 44,6 Millionen Euro erreicht sie aber den zweithöchsten Stand, den die Stadt je erzielt hat. Mehr Zuweisungen und Zuwendungen (beispielsweise Fördermittel), höhere Zinseinnahmen, aber auch geringere Personalkosten sind weitere Gründe für das verbesserte Ergebnis. Die geringeren Personalkosten – ein Minus von rund 476 000 Euro – seien jedoch nicht zwingend positiv zu sehen, wie Walter klarstellt. Denn sie gründeten vor allem in offenen Stellen, die man nicht besetzen konnte.

Schulden im Eigenbetrieb Künwerke wachsen

Was die Schulden-Situation der Stadt angeht, betont Walter – fast gebetsmühlenartig Jahr für Jahr –, dass die Fremdkredite der Stadt seit 2016 kontinuierlich sinken. Parallel dazu steigen die sogenannten Trägerdarlehen. Das sind Kredite, die die Stadt aus dem kommunalen Haushalt an den Eigenbetrieb Künwerke vergibt. Zins und Tilgung aus dem Eigenbetrieb fließen dabei zurück an den städtischen Haushalt.

Dass die Verschuldung der Künwerke steigt, liege unter anderem an der Wohnbausparte, die man dorthin ausgelagert hat. Diese nimmt beispielsweise Grunderwerb für die Erschließung von Baugebieten vor – ein kostenintensiver Posten. Mit dem Verkauf erschlossener Grundstücke fließen die Ausgaben dann im Optimalfall als Einnahmen wieder zurück in die Kasse.

Kämmerer nennt Gründe für Entwicklung

Ein Nachtragshaushalt zum aktuellen Haushaltsjahr 2024 verrät indes: Das ordentliche Ergebnis wird mit einem Plus von rund 1,1 Millionen Euro weit geringer ausfallen als im Vorjahr – und etwa 200 000 Euro schlechter als im Haushaltsplan prognostiziert. Als Gründe hierfür nennt Kämmerer Walter die Entwicklung des Gesundheitscampus auf dem Areal des ehemaligen Krankenhauses und die (höheren) Kosten für die Standardisierte Bewertung für die Kochertalbahn, nachdem Waldenburg und Kupferzell per Ratsbeschluss ihre Kostenbeteiligung versagt hatten. 

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