Zollini statt Götz von Berlichingen: Krautheimer Puppenbauer kreiert Burgwichtel für Burg Hohenzollern
Wie der Krautheimer Hobby-Puppenbauer Frank Fraulob dazu kam, das Maskottchen für die Burg Hohenzollern zu bauen.

Sie thronen hoch über dem Tal, ihre Ursprünge gehen jeweils auf berühmte Adelsgeschlechter zurück und ihre Ersterwähnung datiert im Hochmittelalter: die Krautheimer Stauferburg und die Burg Hohenzollern. Eine ganz aktuelle Verbindung gibt es nun seit diesem Winter in Form von Zollini, „dem frechen und magischen Burgwichtel“. Er ist das neue Maskottchen der Burg Hohenzollern und soll dort vor allem Familien mit Kindern verzaubern.
Zollini heißt das neue Maskottchen der Burg Hohenzollern, das ein Krautheimer gebaut hat
Zollinis Geburtsstadt jedoch ist Krautheim. Dort hat ihn Hobby-Puppenbauer und Stadtrat Frank Fraulob in liebevoller Handarbeit erschaffen. Über einen befreundeten Puppenspieler sei der Kontakt – und der Auftrag für Zollini – zustande gekommen, berichtet Fraulob. Der Wahl-Krautheimer, der 1989 aus dem Erzgebirge ins Jagsttal zog, baut seit rund 30 Jahren für alteingesessene Marionetten-Theater-Familien.
Den Zollini zu bauen, sei etwas besonderes gewesen – und eine Herausforderung. Denn anders als bei gewöhnlichen Marionetten, die an ihren Gelenken überbeweglich sein müssen, war die Vorgabe für Zollini, dass seine Gelenke in allen Positionen halten sollen, um ihn ansprechend positionieren zu können. „Das war komplizierter als gedacht“, sagt Fraulob, der von Beruf Handwerker ist, jedoch kein gelernter Puppenbauer. Doch: „Geht nicht, gibt’s nicht“, lautet Fraulobs Credo. Also fuchste er sich rein.
Von Burg Hohenzollern kamen genau Vorgaben, wie Zollini aussehen soll
Letztlich ging alles überraschend schnell: „Die Anfrage kam im August, begonnen habe ich Ende September“, berichtet er. Die Vorgaben über das Aussehen des Wichtels waren sehr eng gefasst, auf Burg Hohenzollern hatte man bereits eine genaue Vorstellung, wie der Wichtel aussehen soll. Auch eine animierte Version der Figur war bereits in Arbeit.
Besondere Begegnung im Urlaub in Südtirol
Ein schöner Zufall half Frank Fraulob dann bei der Kleidung der Puppe, die er immer auch selbst näht. „Im Urlaub in Südtirol bin ich auf ein Stoffgeschäft in Meran gestoßen.“ Dort habe er nicht nur den Stoff für das Outfit der Puppe gekauft, er habe von der Inhaberin auch Hilfe bekommen, was den Dreispitz angeht. „Ich habe so einen Hut noch nie gemacht“, sagt Fraulob. Als er das erwähnt habe, brachte ihm die Frau am nächsten Tag kurzer Hand einen Dreispitz von zu Hause mit – als Anschauungsobjekt.
Frank Fraulob übergibt Zollini persönlich an Georg Friedrich Prinz von Preußen

So konnte nichts mehr schiefgehen. Noch vor Beginn des „Königlichen Winterzaubers“ überreichte Frank Fraulob die fertige Puppe Ende November persönlich an den Hausherren der Burg, Georg Friedrich Prinz von Preußen. Jetzt treibt Zollini dort seine Späße. Und Krautheim? „Vielleicht baue ich irgendwann mal den Götz“, sagt Frank Fraulob – und grinst.
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