Niedernhall, Forchtenberg und Weißbach bilden den Konvoi „Mittleres Kochertal“. Der hat seine Arbeit schon gemacht und wurde vom Land gefördert. Die Wärmeplanung umfasst mehrere hundert Seiten. Aufgeführt sind Art und Zahl der Heizungen, Wärmebedarf, natürliche Wärmequellen und Einsparpotenziale. Zieljahr ist 2040, fünf Maßnahmen in fünf Jahren bilden den Auftakt.
Kommunale Wärmeplanung: Mehr Fördermittel für Bretzfeld, Neuenstein, Pfedelbach und Zweiflingen
Die vier Gemeinden haben entschieden, den gemeinsamen Konvoi aufzulösen, der nach dem freiwilligen Förderprogramm des Landes gebildet wurde. Danach verpflichtete der Bund alle Kommunen, eine Wärmeplanung zu erstellen: mit eigenen Fördermitteln. Dafür gibt es jetzt für jede einzelne Gemeinde mehr als für das vereinte Quartett.

Bretzfeld, Neuenstein, Pfedelbach und Zweiflingen wollten die kommunale Wärmeplanung gemeinsam managen: in einem sogenannten „Konvoi“. Dafür stellte das Land Fördermittel in Aussicht: auf der Basis, dies freiwillig zu tun. Nur Städte über 20 000 Einwohner wurden einst dazu verpflichtet. Den Beschluss fällten die vier Gemeinden aus dem Hohenlohekreis vor zwei Jahren. Auch die elf anderen kleineren Kommunen schlossen sich zu drei weiteren Konvois zusammen. Denn nur so konnten Kommunen unter 5000 Einwohner Fördermittel abgreifen.
Ein freiwilliges Förderprogramme hier, ein verpflichtendes Bundesgesetz dort
Schon damals war abzusehen, dass der Bund diese Wärmeplanung zur Pflicht für alle erheben würde: also auch für kleinere Kommunen. Genau so kam es dann auch, das entsprechende Gesetz trat im Januar 2024 in Kraft. Nun gab es also ein Förderprogramm des Landes, das auf Freiwilligkeit beruhte, und ein verpflichtendes Gesetz des Bundes, für das die Länder Fördermittel bekamen, um diese an die Kommunen weiterzuleiten. Der Konvoi namens „Hohenlohe West“ war gegenüber anderen zeitlich im Hintertreffen. Doch genau dies gereicht ihm nun zum Vorteil.
Klarer Gewinn für das Quartett: rund 130.000 Euro mehr
Weil die Fördermittel des freiwilligen Landesprogramms zwar bewilligt, bis dato aber noch nicht abgerufen wurden, besteht für die vier Kommunen die Möglichkeit, den Konvoi aufzulösen und die über das Land verteilten Mittel gemäß des dort im August 2025 umgesetzten Bundesgesetzes abzugreifen. Unterm Strich bedeutet dies einen klaren Gewinn für das Quartett: Maximal 103 000 Euro wären es hier gewesen, über 235 000 Euro sind es dort.
Diese Fragen stehen im Mittelpunkt
Deshalb haben die Gemeinderäte aller vier Kommunen jetzt beschlossen, sich zu trennen und die weiteren Schritte alleine anzugehen: Dabei geht es vor allem darum, den Status Quo in einer Bestandsanalyse zu untersuchen, um daraus in einer Potenzialanalyse weitere Schritte abzuleiten, die zum jeweils lokalen Ziel-Szenario führen. Untersucht werden soll: Wo wird mit Öl oder Gas, wo mit Nahwärme oder Fernwärme geheizt? Wo lohnen sich gemeinsame Wärmenetze? Wo kann industrielle Abwärme genutzt werden? Wie können künftige Neubaugebiete mit Wärme effektiv und energiesparend versorgt werden?
Kleinere Kommunen haben bis 2028 Zeit
Großstädte ab 100 000 Einwohner müssen diese Wärmeplanung nach dem Bundesgesetz bis 2026 abgeschlossen haben, kleinere Städte und Gemeinden haben dazu bis 2028 Zeit – wobei es mehr Ausnahmen und Erleichterungen gibt, je weniger Einwohner eine Kommune hat.
So viel schöpfen die vier Gemeinden jetzt ab
Die Gemeinde Bretzfeld kann aus den über das Land gewährten „Konnexitätsmitteln“ des Bundes nun 79.500 Euro abgreifen, in Pfedelbach sind es rund 56.000 Euro, in Zweiflingen rund 48.000 Euro, in Neuenstein rund 45.000 Euro. Über die freiwillige Konvoi-Lösung des Landes wären es nur 103.000 Euro für alle vier gewesen. Der Gemeinderat hat die Auflösung am 12. Februar einstimmig beschlossen. Neuenstein folgte 23. Februar, Zweiflingen am 26. Februar: ebenfalls ohne Einwände. Zwölf Ja und fünf Nein-Stimmen gab es am 24. Februar im Pfedelbacher Rat.

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