Bauprojekte an Hohenloher Berufsschulen: Kosten müssen strikter kontrolliert werden
Warum werden Baukosten nur bei ausgewählten Bauprojekten und vielfach erst als Ultima Ratio an einen Generalübernehmer vergeben, der beides vertraglich garantiert? Der Hohenlohekreis muss umdenken, meint unser Autor.
Immer öfter ziehen besorgte Kreisräte die Reißleine, wenn geplante Baukosten aus dem Ruder laufen. Der Neubau des Hohenloher Krankenhauses wurde zunächst auf 140 Millionen Euro taxiert. Dann hieß es: zu teuer. Also wurde der Preis auf 100 Millionen gedeckelt.
Auch das neue Kreishaus wurde teurer und teurer, bis der Kreistag das Stopp-Schild bei 70 Millionen setzte. Und das Großprojekt ebenfalls in die Hände eines Generalübernehmers legte, der Bauzeit und Baukosten vertraglich garantieren muss. Da fragt sich der Laie: Warum ist das nicht die Regel, sondern immer noch die Ausnahme?
Steigende Baukosten bei Schulen und Behörden belasten Haushalte der Landkreise zunehmend
Wenn die öffentliche Hand größer baut, wird es meist teurer. Es gibt rühmliche Ausnahmen, doch die bestätigen bloß die unrühmliche Regel. Doppelt und dreifach bitter wird es, wenn ein Berufsschulprojekt nach dem anderen mehr Geld verschlingt, als genehmigt wurde. Das summiert sich zu Millionenbeträgen, die in Zeiten desaströser Haushalte umso schwerer wiegen. Hinzu kommt, dass keiner weiß, ob die Berufsschulen des Hohenlohekreises in zehn oder zwanzig Jahren überhaupt noch in ihrer heutigen Struktur existieren. Auch weil die Schülerzahlen schwinden.
Sinkende Schülerzahlen werfen zusätzliche Fragen zur Zukunft der Berufsschulstandorte auf
Umso wichtiger ist, so sparsam wie möglich zu wirtschaften. Investitionen in Bildung lohnen sich, sie müssen aber mit noch mehr Augenmaß getätigt werden. Wenn ein besorgter FWV-Kreisrat vorschlägt, einen Generalübernehmer selbst bei einem Bauprojekt zu beauftragen, das eigentlich Sache des Landes ist, wird klar, was die Stunde geschlagen hat. Denn das Wort „eigentlich“ bedeutet in diesem Fall, dass am Ende doch der Hohenlohekreis für zusätzliche Kosten aufkommen könnte. Was im Fall der Akademie für Landbau in Kupferzell auf keinen Fall sein darf. Noch genauer hinzuschauen, wie die Verwaltung Bauprojekte managt, ist deshalb die oberste Pflicht jedes Kreisrats: nicht nur aus den Reihen der FWV.
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