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Streitthema

Klage für den Erhalt der Jagsttalbahntrasse

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Dem Verwaltungsgericht Stuttgart liegt eine Klage gegen die Entwidmung der Jagsttalbahntrasse in Krautheim und Schöntal vor 

Noch immer blockiert die Jagsttalbahntrasse eine Neugestaltung des Areals in Krautheim mitsamt neuem Busbahnhof.
Noch immer blockiert die Jagsttalbahntrasse eine Neugestaltung des Areals in Krautheim mitsamt neuem Busbahnhof.  Foto: Ludwig, Tamara

Der Streit um den Erhalt der Jagsttalbahntrasse in Krautheim und Schöntal geht in eine neue Runde. Dabei sah es zuletzt danach aus, als würde dieses Kapitel tatsächlich zu den Akten wandern. Denn: Das Regierungspräsidium Stuttgart hatte den Anträgen der beiden Kommunen, die historische Bahntrasse zu entwidmen, im Sommer zugestimmt: „Der Antrag der Gemeinde Schöntal wurde am 24. Juli 2025 antragsgemäß beschieden und der Antrag der Stadt Krautheim am 27. Juli 2025“, ist in Unterlagen des Landtags Baden-Württemberg zu lesen. Doch dann reichte eine Privatperson Klage gegen diese Entscheidung ein. „Die Klage ist Mitte August 2025 beim Verwaltungsgericht eingegangen. Es laufen noch Stellungnahmefristen. Ein Termin für eine mündliche Verhandlung ist derzeit nicht absehbar“, heißt es aus der Pressestelle des Gerichts auf Nachfrage unserer Redaktion. „Der Kläger will mit seiner Klage wohl verhindern, dass wegen der Freistellung der Grundstücke eine Reaktivierung der Jagsttalbahn zu touristischen Zwecken unmöglich wird.“

Denn solange die stillgelegte Bahntrasse gewidmet ist, ist diese rechtlich ausschließlich dem Bahnbetrieb vorbehalten, eine andere Nutzung damit nicht möglich. Genau darum geht es aber Schöntal und Krautheim. Sie möchten die Grundstücke anderweitig nutzen.

Jagsttalbahn ist in Krautheim seit Jahrzehnten ein Reizthema 

In Krautheim sorgt dieses Thema seit Jahrzehnten für Unmut - und resultierte zuvor bereits in einem Rechtsstreit mit der Jagsttalbahn AG. Die Jagsttalbahn AG, deren Eigner die Gemeinde Dörzbach und der Verein Jagsttalbahnfreunde sind, strebt einen Museumsbahnbetrieb zwischen Dörzbach und Krautheim an. Auch den Trassenverlauf Richtung Schöntal wollte man ursprünglich nicht opfern, um die Durchgängigkeit nicht zu gefährden. Letztlich einigte man sich aber auf den Erhalt der Trasse bis zum südöstlichen Bereich des Bahnhofs in Krautheim Tal.

Umbau des Busbahnhofs in Krautheim ist überfällig

Der Rest des Areals stünde damit für eine Umgestaltung, unter anderem mit neuem Busbahnhof zur Verfügung. Der Busbahnhof ist bereits überfällig, denn Krautheim ist ein wichtiger Knotenpunkt im Netz des Nahverkehrs Hohenlohekreis. Und alle Bushaltestellen müssten eigentlich längst barrierefrei für die sogenannten Niederflurbusse umgebaut sein. Das ist rechtlich vorgeschrieben. Doch der Jagsttalbahn-Konflikt verhinderte dies bislang. Auch die Fördermittel, die man dafür bereits zugesichert bekommen hatte, mussten neu beantragt werden, weil zu lange nichts passierte. 

Jetzt ist die Stadt Krautheim erneut zum Warten verdammt, bis das Gericht eine Entscheidung hinsichtlich der Klage gefällt hat. Und auch in Schöntal hat man sich das Ganze anders vorgestellt, dort wollte die Kommune Grundstücke veräußern wie auch für einen Radweg nutzen. 

Nachgefragt bei der Jagsttalbahn AG, was man dort zum erneuten Rechtsstreit sagt, erklärt Sprecher Michael Rothenhöfer: „Wir haben davon gehört. Das Ganze betrifft uns nicht. Wir fokussieren uns auf die Wiederinbetriebnahme als Museumsbahn in Schritten über Klepsau bis Krautheim. Dies ist vertraglich abgesichert und nicht betroffen.“

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