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Kaputte Marlacher Steige: Gröbste Schäden erstmal beseitigt

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Die völlig kaputte und viel zu schmale K 2319 bei Marlach, die Berufspendlern und heimischen Firmen als Autobahnzubringer ins Jagsttal dient, muss dringend ausgebaut werden. Doch die Planung stockt seit zweieinhalb Jahren. Jetzt wurden die schlimmsten Stellen vorübergehend gerichtet. 

Die Marlacher Steige ist in einem miserablen Zustand, der Ausbau lässt weiter auf sich warten. Schlaglöcher und kaputte Bankette wurden jetzt gerichtet.
Die Marlacher Steige ist in einem miserablen Zustand, der Ausbau lässt weiter auf sich warten. Schlaglöcher und kaputte Bankette wurden jetzt gerichtet.  Foto: privat

Die völlig kaputte und viel zu schmale Marlacher Steige ist zwei Woche lang so instandgesetzt worden, dass sie wieder einigermaßen gut befahrbar ist. Seit 20. September sind die Arbeiten beendet, sie dauerten zwei Wochen. Eigentlich sollte die Holperpiste bereits 2024 grundlegend ausgebaut worden sein. Doch die komplizierte Planung kommt seit zweieinhalb Jahren nur in Trippelschritten voran.

Deshalb ist die Verbindung fürs Hohenloher Jagsttal so wichtig 

Als Autobahnzubringer ins Hohenloher Jagsttal ist der drei Kilometer lange Abschnitt bis zur Grenze des Neckar-Odenwald-Kreises von zentraler Bedeutung: für Berufspendler ebenso wie für Unternehmer, etwa die Spedition Rüdinger. 1300 Fahrzeuge sind auf der K 2319 täglich unterwegs, davon zehn Prozent Lkw. Das ist viel für eine Kreisstraße. Monatelang musste die Geschwindigkeit auf 50 km/h gedrosselt werden, weil Löcher, Risse und Furchen bei zu flotter Fahrt ein zu hohes Sicherheitsrisiko darstellten. Jetzt konnte und wollte das Straßenbauamt des Hohenlohekreises nicht mehr länger warten und beseitigte die gröbsten Defekte – vorübergehend. Die Tempobeschränkung ist seither aufgehoben.

Baubeginn und Bauzeit liegen weiter in der Schwebe

Wann die große Erneuerung kommt, steht weiter in den Sternen. „Die Bodenuntersuchungen sind abgeschlossen. Momentan läuft die Entwurfsplanung zu den Stützbauwerken und zur Entwässerung“, sagt Kreissprecher Sascha Sprenger auf Stimme-Anfrage. „Fachliche Aussagen zu Baubeginn und Bauzeit sind nach wie vor noch nicht möglich.“ Die Asphaltdecke war an etlichen Stellen aufgebrochen, vor allem in der Mitte der Fahrbahn. An 19 Stellen wurde die Deckschicht gefräst und neu eingebaut. Die stark beschädigten Bankette, die ausgespült und mit tiefen Spurrillen übersät waren, wurde neu profiliert – genauso wie einige Gräben, die der Entwässerung dienen.

Musterbeispiel dafür, wie ausbaureife Strecken nach hinten rutschen

Die K 2319 bei Marlach ist ein Musterbeispiel dafür, wie zum Ausbau fix eingeplante Kreisstraßen seit Jahr und Tag nach hinten rutschen. Bereits 2011 tauchte die Strecke im offiziellen Programm auf. Die späteren Ziel-Jahre 2017 und 2020 verstrichen, ohne dass etwas passierte. Dann hatte man sie für 2025 auf dem Schirm: Viel zu spät, insistierte die CDU-Fraktion im Kreistag. Also wurde die K 2319 im Dezember 2021 im Zuge der Etatberatungen auf 2023 vorgezogen. Doch auch daraus wurde nichts.

Das sind die Gründe für die verzögerte Planung 

Die verzögerte Planung resultiert zum einen aus der komplizierten Topografie, die massive Stützbauwerke erforderlich macht. Zum anderen gleichen die privaten Besitzverhältnisse einem Flickenteppich. 15 Teilflächen müssen erworben werden, erst elf Vorverträge wurden geschlossen. Je länger alles dauert, desto teurer wird es. Anfangs hieß es: Fünf Millionen Euro reichen. Jetzt soll der Ausbau über sieben Millionen Euro kosten. So viel Geld hat der Kreis noch nie in eine seiner Straßen gesteckt. Zum Vergleich: Die genauso lange und ähnlich kupierte Hollenbacher Steige verschlang 4,4 Millionen Euro.

Im Neckar-Odenwald-Kreis ist die sich anschließende K 3960 schon ausgebaut

Ab der Kreisgrenze bis Erlenbach ist die Strecke auf sechs Meter ausgebaut. Sie heißt dort K 3960 und mündet in die L 515 bis zur A81. Auf dem Gebiet des Hohenlohekreises misst der Autobahnzubringer als K 2319 nur 5,50 bis fünf Meter. 

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