„Jugend forscht“-Sieger gekürt: Projekte im Hochschul-Campus Künzelsau zu sehen
Selbstfahrende Schulreiniger, Turbo-Kresse dank Rotlicht, eine Maschine, die unbeliebte Azubi-Arbeiten ausführt: Die Sieger beim 28. Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ haben tolle Projekte entwickelt. Die werden noch bis Sonntag auf dem Hochschul-Campus in Künzelsau gezeigt. Einige der jungen Wissenschaftler haben sich für den Landeswettbewerb qualifiziert. Darunter auch ein Azubi-Projekt von EBM-Papst, das den Wettbewerb betreut.

Die Forschenden sind an diesem Wochenende auf dem Campus der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau deutlich jünger als üblich: Es werden die Projekte der jungen Tüftler gezeigt, die beim 28. Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in Heilbronn Franken mitgemacht haben. Am Sonntag ist der öffentliche Besuchertag. Mit 137 jungen Menschen, die in sieben Bereichen ihr Wissen zeigen, ist die Beteiligung wieder auf das Niveau vor Corona zurückgekehrt, erklärt Christine Grübel vom Ganerben-Gymnasium Künzelsau. Auch eine Schule aus Mailand ist erneut mit sieben Projekten von neun Schülern und einem Betreuer vertreten.
Ein buntes, kleines Fischer-Technik-Mobil fährt zwischen den Beinen der Besucher durch den Kursraum. Der automatische Schulreiniger erkennt Hindernisse und sucht sich selbst seinen Weg. Gegenüber sind die Biologen. Emmi Seidel (19) besprüht ihre Kresse, die unter einer Rotlichtlampe schon nach zwei Tagen in die Höhe gewachsen ist, erklärt die Forscherin aus Bad Friedrichshall, die ein FSJ bei der Experimenta absolviert.

Forschen macht Spaß und steckt an. Das zeigt Familie Kubach aus Neckarsulm. Gleich drei Familienmitglieder sind vertreten. Lara (13) und Peter Kubach (11) haben einen Versuch zu einem Doppelpendel aufgebaut. „Der Ursprung war eine Schularbeit, die ich machen musste“, erklärt Lara. Diese hat sie vertieft. Mit Videoschnitten und Langzeitbelichtungen ist nun bewiesen, dass das Doppelpendel, selbst wenn es immer aus gleicher Position und mit gleicher Kraft beschleunigt wird, stets andere Bahnen zieht. Peter Kubach präsentiert zudem einen Versuch zur Entstehung von Blitzen. Der große Bruder der beiden, Thomas (15), überzeugt die Jury mit einem Projekt zur Fotografie und zur Erforschung von Objekten im Weltall.
Sieger gehen zum Landeswettbewerb
Mit seinem eigenen Teleskop hat er Gravitationslinsen fotografiert und anhand der Aufnahmen die Masse der Objekte berechnet. Damit ist er wie seine Geschwister einer der Preisträger: Die Jury hat sieben Projekte in der Sparte „Jugend forscht“ ausgewählt, entwickelt von Jugendlichen zwischen 15 und 21 Jahren, die sich damit für den Landeswettbewerb qualifiziert haben. Bei „Jugend forscht junior“ wurden sechs Projekte ausgezeichnet. Hier sind die jungen Forscher höchstens 14 Jahre alt.

Was das Patenunternehmen des Wettbewerbs, EBM-Papst aus Mulfingen, ganz besonders freut: Es sind auch Azubi-Projekte ihres Unternehmens dabei, die sich für den Landeswettbewerb qualifiziert haben. Joshua Leuser (17), Rick Zimmer (18) und Hannes Wagner (21) sind im zweiten Lehrjahr. Eine der ungeliebten Arbeiten in der Produktion sei, die Klebefolie von Metallplatten abzuziehen. Das koste Zeit und Kraft, erklärt Joshua Leuser. Erst hat das Trio überlegt, die Folie mit einer Walze zu lösen. Das zerkratze aber die empfindliche Oberfläche.

Dann wurde ein spezieller Etikettenlöser entwickelt. „So ein großes Bad mit Chemie ist aber in der Produktion zu gefährlich“, erklärt Rick Zimmer, warum sie un eine Maschine erfunden haben, die pneumatisch mit 150 Kilo Kraft die Folie abzieht und dabei das Blech mit 300 Kilo anpresst. Ob das als Patent angemeldet wird? „Eher nicht“, vermutet Hannes Wagner.
Azubi-Projekt spart Arbeit
Im Nebenraum ist ein weiteres Azubi-Projekt von EBM-Papst zu sehen: eine Handygarage für Schulen, beispielsweise. Der Wettbewerb mache sichtbar, welches Potenzial in den jungen Menschen stecke, freut sich Timo Pfluger, der sagt: „Ich habe die beste Aufgabe im besten Job der Welt“. Er ist als Ausbildungsleiter bei EBM-Papst der Patenbeauftragte des Wettbewerbs und hat schon den einen oder anderen jungen Auszubildenden und Ingenieur einige Jahre zuvor beim Wettbewerb getroffen.
Die Gewinner
Für den Landeswettbewerb in Aalen haben sich qualifiziert: Joshua Leuser, Rick Zimmer, Hannes Wagner (EBM-Papst); Armin Bakhtiyari (Christiane Herzog Schule); Leonie Nef (Jugendforschungszentrum Heilbronn); Timea Probost (Jugendforschungszentrum Heilbronn);Thomas Kubach (Neckarsulm); Mattia und Giorgio Baldrighi (Schule Mailand); Luana Telschow und May Mughal (Ganerben-Gymnasium Künzelsau). Junior-Wettbewerb: Rosa Rastegaran (Heilbronn); Colin Luongo (Wertheim); Mara Frank (Heilbronn); Nero Frank (Heilbronn); Peter Kubach (Neckarsulm); Lara und Peter Kubach (Neckarsulm). In der Junior-Kategorie gibt es keinen Landeswettbewerb.
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