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Triathletin aus Forchtenberg kämpft sich zur Ironman-WM auf Hawaii

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Für Elena Schmitt kam es unerwartet: In Klagenfurt qualifiziert sich die Athletin aus Forchtenberg für den Ironman auf Hawaii. Oft wird sie beim Triathlon unterschätzt, doch das hält Schmitt nicht auf – im Gegenteil.


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Am 11. Oktober ist es für Elena Schmitt soweit: Auf Hawaii wird sie Kilometer lang Fahrrad fahren, schwimmen und laufen.

Beim Ironman in Klagenfurt hat sich die 36-Jährige aus Forchtenberg-Neuwülflingen für die Weltmeisterschaft qualifiziert. „Das war völlig unerwartet.“

Ironman-Weltmeisterschaft: Elena Schmitt aus Forchtenberg qualifiziert sich für Hawaii

Nach dem Triathlon in Österreich – ihrem dritten Ironman – wurden die Namen der Teilnehmer in entsprechender Rangfolge vorgelesen. „Man muss sofort ‚Ja’ schreien, wenn man den Platz für Hawaii möchte.“ Sie habe angenommen, die vorher platzierten Frauen würden die verfügbaren Plätze annehmen, aber einige hätten nicht gewollt. „Mein Herz hat so schnell geschlagen, so schnell wie wahrscheinlich beim ganzen Ironman nicht“, erinnert sich Schmitt an den Gänsehautmoment, in dem sie realisierte, dass sie in Hawaii teilnehmen kann.

Schon lange macht sie begeistert Sport: „Ich bin schon immer gerne gelaufen“.  Die Familie mütterlicherseits sei über Generationen sportlich gewesen. Sie habe beim Laufen immer längere Distanzen versucht und sei schließlich durch eine Laufgruppe zum Triathlon gekommen. Etwa 2017 sei das gewesen, erklärt die fröhliche Forchtenbergerin. „Da habe ich eigentlich erst Kraulschwimmen gelernt.“

Männerdomäne Triathlon: Elena Schmitt will Frauen motivieren, an die Startlinie zu gehen

„Ich sehe ja jetzt nicht aus wie eine Athletin“, erklärt Schmitt. Viele trauen ihr solche sportlichen Leistungen gar nicht zu. Darum will sie andere motivieren – insbesondere Frauen. Man müsse keinen perfekt athletischen Körper haben oder vorne stehen. Man soll es einfach machen und an die Startlinie gehen.

Triathlon sei noch immer eher eine Männerdomäne. Sie werde – oft von Männern – bei Wettkämpfen unterschätzt. „Aber das ist egal, dann laufe ich einfach an denen vorbei“, erklärt die 36-Jährige schmunzelnd. Bei ihrem Lauftreff in Forchtenberg seien meistens mehr Frauen dabei, „das feier ich“.

Ironman Hawaii: Hohenloherin qualifiziert sich für über 200 Kilometer langen Triathlon

Ein Triathlon und insbesondere der über 200 Kilometer lange Ironman in Hawaii sind vor allem mental eine Herausforderung. Der Körper kann es leisten, der Kopf entscheidet, ob man es schafft, erklärt die disziplinierte Athletin. Man dürfe nicht zu hart zu sich selbst sein und müsse versuchen, positiv zu bleiben.

In Klagenfurt ist es sehr heiß gewesen, das sei hart gewesen, irgendwann habe sie keine Nahrung mehr aufnehmen können. Aber geschafft hat Schmitt die Strecke trotzdem und das in zwölf Stunden. Andere Ironman-Wettkämpfe habe sie sogar in etwa zehn Stunden geschafft.

Hohe Temperaturen und Schwimmen im Meer: Herausforderungen beim Ironman Hawaii

Für Hawaii hat sich die 36-Jährige kein zeitliches Ziel gesetzt, „Hauptsache schaffen.“ Es sei dort heiß und habe eine hohe Luftfeuchtigkeit. Am 1. Oktober reist sie bereits in die Staaten, um sich vor Ort an das Klima zu gewöhnen. Ebenfalls herausfordernd wird das Schwimmen im Meer sein – auch wegen der Fische, denen Schmitt lieber nicht begegnen möchte. „Ich versuche es einfach“, sagt Schmitt mit einem Lächeln auf den Lippen. Am Ende des Triathlons wartet ihre liebste Disziplin: „Wenn ich beim Triathlon meine Laufschuhe anhabe, dann weiß ich, dass es klappt.“

In Vorbereitung auf den 11. Oktober trainiert Schmitt – auch viel mit anderen Sportlern –, sie müsse viel essen, sich gut ernähren und viel schlafen („man verlangt dem Körper viel ab“). Ihr Training hat sie nach dem Triathlon in Klagenfurt direkt fortgeführt. Insgesamt trainiert Schmitt seit knapp einem Jahr nun etwa 15 bis 20 Stunden die Woche.

Morgens vor der Arbeit aufs Rad: Forchtenbergerin trainiert für Ironman Hawaii

Was die Forchtenbergerin motiviert, schließlich arbeitet sie Vollzeit als Stadtplanerin beim Regionalverband Heilbronn-Franken und nebenbei als Fitnesstrainerin in Ernsbach? „Das macht mir einfach Spaß.“ Die Stimmung bei den Wettbewerben und das Drumherum seien „der Wahnsinn“.  Auch wenn ihre Leidenschaft viel Zeit beansprucht, nimmt sich Schmitt dennoch Zeit für Geburtstage, Treffen mit Freunden und gemeinsame Momente mit der Familie. Dafür steigt sie dann schon morgens vor der Arbeit aufs Rad oder in die Laufschuhe.

„Ich bin natürlich nervös“, je näher der Tag rücke, desto mehr steigere sich ihre Nervosität. Aber sie freue sich auch sehr darauf. „Ich werde versuchen, das alles zu genießen.“ Schließlich sei es eine einmalige Chance ein „once in a lifetime Ding“. Und wenn die Weltmeisterschaft geschafft ist? „Danach werde ich meinem Körper erstmal eine Pause gönnen.“

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