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Finanzen in Ingelfingen: Bürgermeister schwört Räte auf magere Jahre ein

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Die Gewerbesteuern sinken immer weiter. Dennoch will die Stadt Ingelfingen Projekte durchführen. Was Bürgermeister Michael Bauer bei der Einbringung des Haushalts gesagt hat.

Die Haupteinnahmequelle der Stadt Ingelfingen sprudelt nicht wie einst.
Die Haupteinnahmequelle der Stadt Ingelfingen sprudelt nicht wie einst.  Foto: Götz Greiner

Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer ist stolz: Mit „Vernunft, Sparsamkeit und Weitsicht“ habe die Stadt Rücklagen bilden können, sagt er in seiner Rede zur Einbringung des Haushalts in der vergangenen Gemeinderatssitzung. Viele Ausgaben und Projekte wären ohne diese nicht möglich gewesen, ist er sich sicher. Doch nun stoße die Stadt an Grenzen. Den Haushalt einzubringen „ist mir schon leichter gefallen und es hat schon mehr Freude gemacht als in diesem Jahr“.

Bald womöglich erster Kredit seit vielen Jahren

Deswegen schwört der Bürgermeister die Stadträtinnen und Stadträte nun auf magere Jahre ein. Zwar müsse die Stadt dieses Jahr wohl keinen Kredit aufnehmen, aber im Jahr 2027 wird es dann „wahrscheinlich“ so weit sein, sagt Bauer und fragt in die Runde, ob sich einer der Räte erinnert, wann der letzte Kredit aufgenommen wurde. Der erfahrene Stadtrat Ulrich Baum tippt auf 20 Jahre. „Ganz so lange ist es nicht her“, löst Bauer auf – 16 Jahre seien seither vergangen. Die Kreditaufnahme datiert auf das Jahr 2010.

Das Ziel sei für die kommende Zeit, „baureife Planungen für notwendige Projekte in der Schublade zu haben“. So könne die Stadt handeln, wenn es entsprechende Förderungen gibt. 

Ingelfinger Firmen leiden unter Wirtschaftslage

Ursache der weniger vollen Kasse sei, dass bereits im vergangenen Jahr die Einnahmen durch die Gewerbesteuern „deutlich zurückgegangen“ seien, und das ist die „mit Abstand wichtigste Einnahmequelle“. Die Wirtschaftslage – weltweit wie in Deutschland - sei angespannt und dürfte sich „kurzfristig kaum erholen“. Das treffe die Unternehmen in Ingelfingen hart. Und damit die Stadt: „Wir müssen dieses Jahr wieder mit wesentlich geringeren Einnahmen rechnen.“ 

In Ingelfingen sollen aber dennoch Projekte weitergeführt und abgeschlossen werden: Der Breitbandausbau in den schlecht versorgten Ortsteilen, das Dorfgemeinschaftshaus in Dörrenzimmern soll fertig gestellt, das in Weldingsfelden saniert und umgebaut werden. Außerdem werden der Umbau der Alten Volksschule und die Sanierung des Schwimmhalle vorangetrieben. Zuletzt zählt Bauer die Großkläranlage Hohenlohe-Kochertal auf, die Ingelfingen gemeinsam mit anderen Hohenloher Kommunen baut.

Mehr Aufgaben binden Ressourcen

Die Haushaltsituation verlange aber „eine besonders sorgfältige Abwägung jeder Ausgabe“ vom Gemeinderat. Nun müsse sich das Gremium „noch stärker als in Zeiten der konjunkturellen Hochphase auf unsere Pflichtaufgaben konzentrieren“, beschwört Bauer. Wünschenswerte Aufgaben müssten hinten an stehen. Denn neben der schlechten wirtschaftlichen Situation gebe es immer mehr Aufgaben für die Städte und Gemeinden, die „nicht nur finanzielle, aber auch personelle Ressourcen binden“. 

Der Ingelfinger Gemeinderat berät und beschließt den Haushalt in der Regel in der Sitzung nach der Einbringung des Haushalts.

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